Das Ei in Mythos, Religion und Volkskultur
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Nicht erst in der christlich-jüdischen Kultur kam dem Ei hohe Symbolkraft zu. Kein anderes Lebensmittel steht derart für Fruchtbarkeit, für Erneuerung und Wiedergeburt. Rund ums Ei haben sich zahlreiche Bräuche und religiöse Riten gebildet. In vielen Mythen steht das Ei für die anfängliche Schöpfung. Das “Ei des Kolumbus” steht sprichwörtlich für kreative Problemlösungen, die tatkräftig umgesetzt werden, während die Menschheit wohl noch eine schöne Zeit lang über dem “Henne-Ei-Problem” brüten wird.

 

Das bunte Osterei bringt der Osterhase
ei gold | © Land schafft Leben, 2018

Innerhalb der christlichen österlichen Mysterien steht das Ei symbolisch für die Auferstehung Christi, die Wiederkehr aus dem “Reich der Toten”. Wie ein Küken die Schale durchbricht, die es von Licht und Leben trennt, so strebt auch der gläubige Christ nach dem Vorbild Jesu und dank des “Österlichen Heilsversprechens” zum “Licht der Erlösung” und zum “Ewigen Leben”.

Diese christliche Symbolik überlagert dabei ältere heidnische Frühlings- und Fruchtbarkeitsriten und vermischt sich mit ihnen. So kommt es auch, dass der Hase, dessen sprichwörtliche Fruchtbarkeit als Resultat seiner Rammelspiele am offenen Feld gerade um die Osterzeit für jeden ersichtlich ist, schon früh mit dem Ei und dem österlichen Geschehen verbunden wurde.

Hinzu kommt: In Byzanz war der Hase in der Tiersymbolik ein Symbol für Christus. Auch in der Mythologie existiert der Hase als Zeichen der Fruchtbarkeit: Sowohl der griechischen Liebesgöttin Aphrodite als auch der germanischen Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Ostera ist ein Hase als heiliges Tier zugeordnet. Weil die Häsin bereits Föten in sich trägt, während sie nochmals befruchtet wird und somit zwei unterschiedliche Würfe gleichzeitig in sich tragen kann.

 

Das “Karfreitags-” oder “Antlassei”

Der Begriff „Antlassei“ kommt vom Wort „Ablass“. Jene, die den Kirchenstrafen verfallen waren, mussten in der Fastenzeit schwere Buße tun. Am „Antlasspfingsta“, dem „Ablass-Donnerstag“ (= Gründonnerstag), wurden sie von ihren Sünden losgesprochen und wieder in die Kirchengemeinde aufgenommen.

Hühnereier, die am Gründonnerstag, Karfreitag oder Karsamstag gelegt werden, stattet der Volksglaube in einigen alpinen Regionen seit Jahrhunderten mit magischen Kräften aus. Der Brauch geht zurück auf die Zeit, als die Bauern am Gründonnerstag ihren Grundherren Steuern in Form von Eiern bezahlen mussten. "Antlasseier" (von Ablass), so nannte man sie, wurden und werden in bestimmten Regionen rot gefärbt, als Hinweis auf das Blut Christi, das von Schuld freispricht. Die Sünden waren getilgt. Antlasseier werden mit einem D (für Donnerstag) gekennzeichnet. Diese am Gründonnerstag gelegten Eier wurden/werden aufgehoben für die Speisenweihe (Speisensegnung). Die Kennzeichnung ist von Ortschaft zu Ortschaft unterschiedlich. In anderen Regionen wurden und werden auch Eiern, die an den auf Gründonnerstag folgenden Heiligen Tagen, dem Karfreitag und -samstag gelegt werden, besondere Kräfte zugesprochen. So sollen Antlass- bzw. Karfreitags- und -samstagseier vor Naturkatastrophen, Feuersbrünsten und anderem Unglück schützen, darüber hinaus gelten sie auch als Heil- und Glücksbringer.