Eier aus Österreich

ei herkunft | © Land schafft Leben, 2018

235 Eier verzehren wir Österreicher pro Jahr, eine moderne Henne legt 290 bis 320. Über sechs Millionen Legehennen erzeugen unsere Eier. Wenn man sich die Haltungsformen weltweit ansieht, ist es alles andere als üblich, dass sie das mit wenigen befristeten Ausnahmen nicht mehr in Käfigen tun. Der überwiegende Teil der weltweit vermarkteten Eier kommt von Hennen in Käfighaltung. In Österreich sind die klassischen Käfige verboten, der Import von Käfigeiern aber erlaubt. Frischeier mit Schale sind bis ins Detail gekennzeichnet, Eier in verarbeiteten Lebensmittel wie Back- und Teigwaren nicht. Zwei Drittel der heimischen Hennen stehen in Bodenhaltung, ein Drittel in Bio- oder Freilandhaltung. Konventionelle männliche Küken werden am ersten Lebenstag getötet, weil sie keine Eier legen. Nur die Bio-Branche zieht sie auf und mästet sie, obwohl sie kaum Fleisch ansetzen.

Zwei Drittel der österreichischen Legehennen werden in Bodenhaltung gehalten. Freilandhaltung in konventioneller Landwirtschaft macht 22 Prozent aus, Bio-Haltung 12 Prozent. Diese Anteile spiegeln sich im Kauf von Frischeiern im Lebensmitteleinzelhandel wieder. Weniger als zehn Bauern haben noch ausgestaltete Käfige, in denen jeweils mehrere Hühner in Abteilen auf mehreren Etagen stehen.

Heiß diskutierte Themen in Österreich

Züchtung auf Hochleistung 

Weltweit sind es vorrangig Legehühner aus dem Zuchtkonzern Lohmann, die den Appetit von uns Menschen auf Eier stillen. So auch in Österreich. Die große Masse der beinahe zwei Milliarden Eier, die Herr und Frau Österreicher im Jahr konsumieren, wird von diesen Hochleistungstieren gelegt. Die Hochleistungszucht ist wie immer ein Grenzgang, der von Tierschutzorganisationen mitunter in die Nähe der “Qualzucht” gerückt wird.

> Züchtung auf Hochleistung

Töten oder Mästen männlicher Küken

Noch schlüpft aus jedem zweiten Ei, das für die spätere Eierproduktion ausgebrütet wird, ein männliches Küken. Dieses wird weder Eier legen noch eignet es sich aufgrund seiner Genetik dafür, schnell und viel Fleisch anzusetzen. Aus diesem Grund werden diese Küken sofort nach dem Schlüpfen getötet und meist als Tierfutter verwertet. Allein in Österreich sind das jährlich mehrere Millionen Küken. Nur Bio lässt männliche Küken leben und mästet sie. Kritiker verweisen darauf, dass die “Bruderhähne” viel fressen und dabei wenig Fleisch ansetzen. In Deutschland werden seit 2018 erste männliche Eier schon während dem Brüten aussortiert.

> Männliche Küken werden nach dem Schlupf getötet
> Töten oder Mästen männlicher Küken

Oft unklare Herkunft im Außer-Haus-Konsum und bei Fertigprodukten

So lückenlos und vorbildlich in Österreich die Herkunft und Haltungsform jedes Frischeis nachvollzogen werden kann, so wenig ersichtlich ist diese oft bei verarbeiteten Produkten und im Außer-Haus-Konsum. Hier kommen unerkennbar für den Konsumenten nach wie vor auch wesentlich billigere Importeier aus Käfighaltung zum Zug.

> Oft unklare Herkunft im Außer-Haus-Konsum und verarbeiteten Produkten

Freilandhaltung hat nicht nur Vorteile

Wird der Auslauf ins Freie für die Hühnern nicht so gestaltet, dass sich diese sicher fühlen, dann scharen sich zu viele Hühner in unmittelbarer Nähe des Stalles oder bleiben gleich in diesem. Parasitenbefälle für die Hühner aufgrund einer Mistkonzentration dieses Bereiches und erhöhte Nitrateinträge in den Boden können die Folge sein.

> Freilandhaltung hat nicht nur Vorteile

Bodenhaltung mit wenig natürlichem Licht und ohne Auslauf

Im Stallinneren erkennt man keinen Unterschied zwischen Boden- und Freilandhaltung. Der Auslauf macht den Unterschied. In Bodenhaltung können die Hühner Bedürfnisse wie die Futtersuche im Freien nicht ausleben und haben viel weniger Licht. Eier aus Bodenhaltung sind dafür billiger, weil die Haltungsform ein geringerer Aufwand ist und weniger Platz erfordert. Beim Schutz gegen Krankheiten kann Bodenhaltung sogar vorteilhaft sein.

Bodenhaltung mit wenig natürlichem Licht und ohne Auslauf

Salmonellen

Infektionen mit Salmonellen nahmen in der Vergangenheit ab. Dennoch ist Vorsicht geboten. Es gibt in Österreich ein dichtes Salmonellenbekämpfungsprogramm.

> Die Salmonellen-Gefahr

Gentechnikfreie Fütterung konventioneller Junghennen nicht verpflichtend

Auch wenn die Eier, die sie einmal legen werden, als gentechnikfrei gekennzeichnet sind, dürfen Junghennen, die noch keine Eier legen, gentechnisch verändertes Soja zu fressen bekommen.

> Junghennenaufzucht: Vom Küken zur Legehenne

Schlachten nach einem bis eineinhalb Jahren

Wenn das Futter der Legehennen mehr kostet als ihre Eier an Erträgen bringen, wechselt sie der Bauer aus. Dann werden konventionelle wie Bio-Legehennen in einem einzigen Schlachthof in Österreich geschlachtet.

> Was mit den Legehennen passiert

Impfen und Antibiotika

Alle Hennen werden gegen verschiedene Krankheiten routinemäßig geimpft. Das beugt Krankheiten vor und verhindert viele Krankheiten. Der Antibiotikaeinsatz ist in der Legehennenhaltung in den vergangenen Jahren angestiegen. Eine Wartefrist verhindert, dass Rückstände ins Ei und zum Konsumenten kommen. Der Antibiotikaeinsatz bei Tausenden Tieren wird immer wieder kritisch gesehen, auch wenn Hühner in Kleingruppenhaltung mindestens genauso oft erkranken.

> Impfen und Antibiotika

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