Insekten und Vögel werden immer weniger, ganze Arten verschwinden. Vermutungen, wer oder was daran schuld ist, gibt es viele. Experten überraschen im Gespräch mit Land schafft Leben, indem sie eine Ursache als klar bedeutendste nennen. Dennoch braucht es viel mehr als ein paar Maßnahmen, um noch Schlimmeres zu verhindern und unsere Umwelt wieder bunter werden zu lassen.

Veröffentlicht im September 2019

Wildblumen blühen in allen Farben. Schmetterlinge, Bienen, Wildbienen, Hummeln fliegen in großer Zahl von Blüte zu Blüte. Auf einem Schotterparkplatz mitten in der kleinen Stadt Schladming scheint die Vielfalt zuhause zu sein. Dieses Fleckchen zwischen Kirche und dem Büro von Land schafft Leben hat für uns Menschen keine besondere Bedeutung. Nur bei Großereignissen wird es als Parkplatz genutzt. Wildwachsende Pflanzen freut’s und die Insekten scheinbar auch.

Seit der Weltbiodiversitätsrat IPBES einen Bericht über die weltweite Situation der Arten veröffentlicht und damit für medialen Aufruhr gesorgt hat, freut man sich vielleicht ein bisschen mehr über ein Fleckchen, auf dem es blüht und summt. Eine Million Tier- und Pflanzenarten sind laut der UN-Organisation vom Aussterben bedroht. Der Schuldige wird klar definiert, der Mensch. Veränderungen werden vor allem von der Landwirtschaft gefordert.

Mensch und Nutztiere viel schwerer als wilde Säugetiere  

Schon immer drängte der Mensch die Natur zurück, um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Die Verdrängung der Wildtiere begann bereits, als nur ein paar Menschen auf der Erde lebten. Diese jagten derart erfolgreich, dass sie die meisten Großsäugetiere ausrotteten. 2,5 Millionen Jahre später hat der Mensch längst die Herrschaft übernommen, zumindest an Land. Das Gewicht, das die 7,6 Milliarden Menschen auf die Waage bringen ist um ein Vielfaches höher als jenes aller wilden Landsäugetiere. Die Nutztiere des Menschen wiegen sogar mehr als er selbst.