Kälbertransporte: Kuhhandel über EU-Grenzen hinweg

Tiertransporter bringen österreichische Kälber über weite Strecken nach Spanien und Italien. Laut Berichten des Vereins gegen Tierfabriken führt der Weg manchmal weiter in Drittstaaten, wo sie oft bei vollem Bewusstsein geschlachtet werden. Tierschutzvereine und breite Teile der Bevölkerung fordern daher ein Ende der Transporte in Drittstaaten. Doch reicht ein Verbot nicht aus: Ein Umdenken im Konsum von Kalbfleisch muss geschehen.

Veröffentlicht im März 2020 (Aktualisiert im Mai und im November 2020)

> Download des Berichts als PDF (Stand Mai 2020)

Irgendetwas stimmt an der Rechnung nicht. Das ist der erste Gedanke, der beim Blick auf die Import- und Exportzahlen von Kälbern und Kalbfleisch in Österreich kommt. Im Jahr 2018 importierte Österreich beispielsweise mehr als doppelt so viel Kalbfleisch wie österreichische Kälber exportiert wurden. In Zahlen sind das mehr als 100 000 Kälber, die in Form von Kalbfleisch importiert und beinahe 50 000 Kälber, die lebend aus dem Land exportiert wurden. Mit Kälbern sind dabei Rinder bis zu sechs Monaten gemeint. Angesichts dieser Zahlen stellt sich die Frage, warum wir in Österreich unsere Kälber nicht einfach im Land behalten und für die Selbstversorgung verwenden. An der Rechnung gibt es jedoch einen Haken. So ist das importierte Kalbfleisch billiger und entspricht darüber hinaus genauer den Wünschen der Kundinnen und Kunden als das Kalbfleisch aus Österreich.