Zucker aus Österreich

Ein Österreicher verbraucht bei leicht sinkender Tendenz im Schnitt 33,2 Kilo Zucker pro Jahr, inklusive verarbeiteter Ware wie Süßigkeiten und Limonaden. Zucker kann man aus unterschiedlichen Pflanzen gewinnen. Während die restliche Welt hauptsächlich auf Zuckerrohr setzt, baut Europa Zuckerrüben an. Rein chemisch gibt es im Endprodukt keine Unterschiede, in der Erzeugung sehr wohl, vor allem in der Landwirtschaft. 

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Das Besondere an österreichischem Zuckers > Besonderheiten in Österreich
Diese Themen werden rund um Rübenanbau und Zuckermarkt diskutiert > In Österreich heiß diskutierte Themen
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Ökologische, ökonomische, soziale und kulturelle Aspekte des Zuckers > Nachhaltigkeit
Der ganze Weg des Zuckers, vom Saatgut bis zum Konsum > Herstellung 
Kurioses und nicht ganz so nützliches Wissen zum Zucker > Blitzg'scheit

Daten und Fakten

Weltweit wird auf sechsmal soviel Fläche Zuckerrohr wie Zuckerrüben angebaut. In der europäischen Landwirtschaft spielt hingegen nur die Zuckerrübe eine Rolle. Laut der Webseite der Europäischen Kommission macht Rübenzucker 20 Prozent der Weltzuckerproduktion aus, der Rest wird aus Zuckerrohr gewonnen. Die laut FAO weltgrößten Rohrzuckererzeuger sind Brasilien, Indien und China. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Österreich nahm in den vergangenen Jahren ab. In Südamerika wird am meisten Zucker pro Kopf verbraucht, am wenigsten in Afrika. Weltweit nimmt der Konsum pro Erdbewohner weder stark zu noch ab, durch die steigende Bevölkerungszahl wächst die Nachfrage. 

Russland hat weltweit die meiste Zuckerrüben-Anbaufläche. In Europa sind Frankreich und Deutschland die mit Abstand größten Zuckerproduzenten. Das kleine Österreich ist weltweit im Vergleich der Rüben-Anbauflächen an 13. Stelle. Russland erntet pro Hektar durchschnittlich nur 37 Tonnen Zuckerrüben. Frankreich kommt auf 93 Tonnen pro Hektar, der europäische Spitzenreiter Spanien auf 97 Tonnen und Österreich auf 84 Tonnen. Rund drei Viertel der Flächen, auf denen im Jahr 2016 in Österreich Zuckerrüben angebaut waren, liegen in Niederösterreich. Dort wiederum hat das Weinviertel die größte Bedeutung. In Oberösterreich werden vor allem im Zentralraum sowie im Eferdinger Becken Zuckerrüben angebaut. Der Bio-Zuckerrübenanbau spielt eine untergeordnete Rolle, nimmt aber tendenziell zu. In den Jahren 2010 bis 2015 wurde im Schnitt auf mehr als doppelt so viel Fläche Bio-Zucker angebaut wie von 2000 bis 2005. 

 

Heiß diskutierte Themen in Österreich

Ende der Zuckerquote bringt Preisverfall

Nachdem die EU die Milchquote abgeschafft hatte, war der Zuckermarkt der letzte Agrarmarkt, der durch eine Quote geschützt wurde. Die Produktionsmengen wurden limitiert, der Markt so zumindest nicht durch europäischen Zucker überschwemmt. Im September 2017 endete diese Quote, der Zuckermarkt ist seither dem freien Spiel der Marktkräfte ausgesetzt. Die Statistiken im Herbst 2017 zeigen erste alarmierende Auswirkungen, auch auf Österreichs Zuckerbauern und -verarbeiter. 

> Ende der Zuckerquote 
> Der Fall der Zuckerquote bringt den befürchteten Preisverfall

Bodenverdichtung

Die schweren Zuckerrüben-Erntemaschinen können den Boden unter Umständen verdichten und damit unfruchtbarer machen. Je feuchter der Boden zur Ernte, desto problematischer ist es. Ist das Feld nach Tagen und Wochen mit wenig Niederschlag trocken, kann es sein, dass gar keine Verdichtung entsteht. Rübenbauern achten “im Rahmen ihrer Möglichkeiten” auf den richtigen Erntezeitpunkt, denn der Boden ist ihr wichtigstes Kapital. 

> Bodenverdichtung durch Erntemaschinen

Glyphosat und weitere Herbizide

Das Totalherbizid Glyphosat ist in den vergangenen Jahren von Umweltschutzorganisationen stark kritisiert worden. Vor allem die damit in Zusammenhang gebrachte mögliche Krebsgefahr sei eine rote Linie. Greenpeace und andere Umweltschutzorganisationen fordern daher ein Verbot. Die von der IARC (Internationale Krebsforschungsagentur, eine Teilorganisation der WHO) attestierte “mögliche Krebsgefahr” wird von einer ganzen Reihe von anderen Gesundheitsbehörden und Agenturen, unter anderem der österreichischen AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit), bestritten. Unbeschadet dieser strittigen Diskussion sehen viele Rübenbauern ihren Herbizideinsatz als unverzichtbar, um die Erosionsgefahr zu minimieren und daher als ökologisch sinnvoll.

> Reizthema Glyphosat 
​> HINTERGRÜNDE: Glyphosat

Saatgut unter anderem mit Neonicotinoiden behandelt

Die Samenkörner, aus denen später Zuckerrüben wachsen, werden vom Saatguthersteller mit einer Schicht überzogen, die chemisch-synthetische Mittel gegen Insekten und Pilze enthält, unter anderem Neonicotinoide. “Beizen” heißt dieser in der konventionellen Landwirtschaft übliche Vorgang. 

> Saatgut mit Neonicotinoiden behandelt

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