Weltweit einzigartig: gentechnikfreie Hühnerfleischproduktion
hühnerfleisch gentechnikfrei | © Land schafft Leben, 2016

Die heimische Geflügelbranche hat sich 2012 entschieden, Hühnerfleisch gentechnikfrei zu produzieren. Österreich nimmt damit eine international beachtete Vorreiterrolle ein. Die Einhaltung der Gentechnikfreiheit unterliegt strengen Kontrollen. Der Verein "Arbeitsgemeinschaft für Gentechnik-frei erzeugte Lebensmittel" (kurz: ARGE Gentechnik-frei) wacht darüber. Er versteht sich als unabhängige Plattform von Mitgliedsunternehmen aus dem Lebensmittelhandel, der Lebensmittelherstellung und der Futtermittelproduktion, sowie von Organisationen aus den Bereichen Umweltschutz, Konsumentenschutz und Bauernvertretungen.

“Tierwohl” im Zeichen von Zuchtfortschritt oder “Qualzucht”
© Land schafft Leben, 2016

Weltweit beherrschen drei große Zuchtfirmen etwa 80 Prozent der Hühnerproduktion. Die Hybridrasse “Ross 308” gilt zur Zeit als eines der leistungsstärksten Masthühner überhaupt. Auch Österreichs konventionelle Mäster vertrauen zu 100 Prozent auf die Genetik aus dem Haus Aviagen, einer Tochter der niedersächsischen EW Group. Viele Experten aus der Geflügelbranche auch in Österreich sehen in der züchterischen Konzentration die logische Folge aus dem Anspruch der Konsumenten an leistbarem Fleisch bei gleichzeitig hohen Ansprüchen an Tiergesundheitsparametern wie Robustheit, Fertilität und Krankheitsresistenz. Diese Ansicht bleibt von Seiten kritischer Konsumenten und NGOs nicht unwidersprochen. Hier fällt dann schon auch mal das Wort “Qualzucht”. 

Reizthema multiresistente Keime: lückenloses Gesundheitsmonitoring bringt Transparenz
masthühner haltung | © Land schafft Leben, 2016

Die Diskussion rund um multiresistente Keime und deren Zusammenhang mit Antibiotikaeinsatz im Nutztierbereich hat heute eine breite Öffentlichkeit erreicht. Vereinfacht gesagt, liegt das Problem darin, dass durch vermehrten Antibiotikaeinsatz sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin sich gehäuft Resistenzen in den zu bekämpfenden Bakterienstämmen bilden und so eine notwendige Behandlung erschweren. Dies hat insbesondere für bereits immungeschwächte Personen (ältere Menschen, Kranke) gravierende, immer öfter auch tödliche Folgen. Alarmierende Befunde etwa aus Deutschland haben es bis auf die Titelseite so renommierter Blätter wie “Die Zeit” oder “Der Spiegel” gebracht. Das Thema ist hochkomplex und wird entsprechend innerhalb der Wissenschaft heftig debattiert. Das Problem wird auch von hochrangigen Vertretern der Geflügelbranche, wie etwa der Tierärztin und Obfrau des Anerkannten Geflügelgesundheitsdienstes, Martina Glatzl als relevant angesehen. Gleichzeitig betont sie, dass Österreich hier einen sehr erfolgversprechenden Weg zur Minimierung dieser Gefahr eingeschlagen habe.