Haltung konventioneller Masthühner

hühnerstall | © Land schafft Leben, 2016

In konventioneller Haltung sehen alle Ställe in Österreich ähnlich aus. Die Hühner stehen auf einer Ebene auf einer Einstreu und können sich im ganzen Stall frei bewegen. Von Natur aus hätten Hühner gerne einen Niveauunterschied und Beschäftigungsmöglichkeiten. Durch die Züchtung auf schnelle Gewichtszunahme würden Hühner der Rasse “Ross 308” Sitzstangen und zusätzliche Ebenen kaum nutzen. Kritisiert wird, dass konventionelle Hühner ihr Leben in einer großen Halle ohne Strukturen verbringen. Eine gängige Möglichkeit, den Hühnern etwas mehr Abwechslung zu geben, sind Strohballen, die manche Bauern im Stall platzieren. 

Licht, Luft und Wärme

Nur wenn es hell ist, fressen die Hühner. Daher wird besonders im Winter über künstliche Beleuchtung der Tag deutlich verlängert. Die Lichtphase darf laut Gesetz maximal 18 Stunden betragen, dunkel müssen es die Hühner mindestens sechs Stunden haben. Die EU-Bio-Verordnung schreibt acht Stunden Nachtruhe vor.

Wenn die Eintagesküken in den Stall kommen, ist dieser bereits für sie vorgeheizt. Je älter die Tiere sind, desto kühler wollen sie es. Eine Kühlung mittels Klimaanlage gibt es nicht. Im Sommer sind Temperaturen von weit über 30 Grad eine Herausforderung. In modernen Ställen gibt es große computergesteuerte Lüftungsanlagen, Sprühkühlanlagen oder Bewässerungssysteme am Dach, in älteren Ställen einfachere Lüftungsmöglichkeiten. Auch in der Bio-Mast hängt es von der Betriebsgröße ab, wie viel computergesteuert ist.

Einstreu

Die Einstreu besteht aus saugfähigen Materialien. Sie wirkt sich auf Luftqualität und Tiergesundheit aus und ist daher sehr wichtig. Johann Mayerhofer, konventioneller Hühnermäster aus der Steiermark, sagt, er habe schon verschiedene Materialien ausprobiert. Das beste Ergebnis habe er mit Hobelspänen erzielt. Ausprobiert habe er auch Dinkelpellets und Steingranulat. Johann Mayerhofer sagt: „Wo sich der Mensch nicht wohl fühlt, fühlt sich das Tier auch nicht wohl.“

Bio-Haltung

bio hühner | © Land schafft Leben, 2016

Der optisch größte Unterschied in der Bio-Haltung ist der Auslauf ins Freie. Laut EU-Bio-Verordnung müssen die Hühner “ständigen Zugang zu Freigelände, vorzugsweise zu Weideland, haben, wann immer die Witterungsbedingungen und der Zustand des Bodens dies erlaubt.” Mindestens ein Drittel seiner Lebensdauer muss ein Huhn Auslauf ins Freie haben. Zusätzlich zu Stall und Auslauf können Bio-Bauern einen Außenscharrraum errichten. Bei geeignetem Wetter sind pro Tag acht Stunden Auslauf ins Freie vorgeschrieben. Küken sind von dieser Regelung ausgenommen, weil sie den durchgehend warmen Stall brauchen. Für sie ist bei Bio Austria bis zum 28. Lebenstag kein Auslauf vorgeschrieben.

Platz pro Huhn

 

In der EU gibt es eine Mindestvorschrift für die Haltung von Masthühnern. Dieses schreibt vor, dass auf einem Quadratmeter Stall maximal 33 Kilo Hühner stehen. Ausnahmeregelungen erlauben maximal 42 Kilo. Die österreichische Tierhaltungsverordnung ist in diesem Punkt EU-weit die strengste und limitiert das Gewicht an Hühnern pro Quadratmeter mit 30 Kilo. Bis zur Abholung für die Schlachtung darf dieses Limit nicht überschritten werden.

Im Bio-Bereich dürfen EU-weit auf einem Quadratmeter maximal 21 Kilo Hühner stehen. Zusätzlich dürfen in einem befestigten Stall maximal 10 Hühner pro Quadratmeter sein, wenn diese nur einen Auslauf und keinen Außenscharrraum zur Verfügung haben. Gibt es einen Außenscharrraum dürfen im Stall 28 Kilo Hühner pro Quadratmeter stehen, wenn sich alle Hühner im Stall aufhalten würden. Viel seltener gibt es einen beweglichen Stall. In diesem Fall sind 30 Kilo Hühner pro Quadratmeter erlaubt, wenn alle gleichzeitig im Stall wären.