Hühnersuppe - Nichts Besseres nach einer Verkühlung

24.11.2016 / Rezepte zum Nachkochen, Gastbeitrag

Wenn du dich gerade mit den Ausläufern einer Verkühlung herum schlägst,... 

versuche es doch mal mit Hühnersuppe wie zu Großmutters Zeiten. Bereits die alten Ägypter setzten Hühnersuppe als Mittel gegen Erkältungen ein. Sie hilft nach auszehrenden Krankheiten oder anstrengenden Geburten die Körpersäfte wieder herzustellen. Unterschiedliche Kulturen verliehen ihr bedeutungsvolle Namen wie „goldene Brühe“ oder „jüdisches Penicillin“.

Wissenschaftliche Studien versuchen das Geheimnis der Hühnersuppe zu knacken. Was macht ihren entzündungshemmenden Einfluss bei Erkältungsgeschehen aus und wieso wirkt sie abschwellend auf Nasen-, Mund- und Rachenschleimhaut? Fest steht, dass Hühnersuppe das Immunsystem unterstützt und Neutrophile – weiße Blutkörperchen die für  Entzündungsreaktionen mit verantwortlich sind – blockiert, so dass diese keinen Schaden mehr anrichten können.

Suppenwürfel? Kein Ersatz!

Was für ältere Generationen eine Selbstverständlichkeit war, nämlich das regelmäßige Herstellen von Brühen ist für Jüngere die Verwendung des Suppenwürfels. Die Einführung des Suppenwürfels sollte dieses kostbare und teure Gut der breiten Masse zugänglich machen. Leider haben die beiden nichts gemeinsam: den feinen, unaufdringlichen runden Geschmack einer handwerklich hergestellten Suppe wird die Lebensmittelindustrie niemals hinbekommen, von den magischen Kräften ganz zu schweigen …

Das geläufige Wort „Bouillon“ stammt aus dem Französischen und hängt mit der oberflächigen Bewegung einer zum Kochen beginnenden Flüssigkeit zusammen. Man versteht unter Bouillon eine auf Wasser basierende klare Suppe, in welcher unterschiedliche Lebensmittel (Fisch, Fleisch, Geflügel, Gemüse) eventuell zu diätetischem Zwecken ausgekocht wurden: Geschmäcker, Farben und Nährstoffe gehen somit in die Suppe über und durch den Kochvorgang bilden sich neue aromatische Moleküle. Das Verhältnis zwischen festen Bestandteilen und Brühe beträgt etwa eins zu fünf, bei Kraftbrühen ist der Feststoffanteil etwa doppelt so hoch.

 

 

Zutaten für einen 5-Liter-Topf:

1 Zwiebel
1 Huhn
mindestens 500 g Wurzelgemüse (Karotten, Stangensellerie, Sellerie, Lauch, Petersilwurzel,…)
1 Bund Petersilie
10 Pfefferkörner
5-6 Wacholderbeeren
2 Lorbeerblätter
Salz
3 l Wasser
6-10 Gojibeeren
eventuell zusätzlich aus der TCM Apotheke - speziell zum Blut aufbauen (zb nach einer Geburt):
3 rote Datteln
1 TL Angelika sinensis
1 TL Astragali Wurzel
frisches gedünstetes Gemüse als Suppeneinlage (nach Geschmack: Stangensellerie, Karotten, Radieschen, Kresse, Radieschenblätter, Spinat, Mangold,...)

Und so wird's gemacht:

Das Huhn waschen. Die Zwiebel halbieren und in einer Pfanne mit der Schnittfläche nach unten anbräunen, die Zwiebel kann auch ungeschält verwendet werden, dies gibt der Suppe eine dunklere Farbe. Fleisch und Wurzelgemüse mit Kräutern und Gewürzen und dem kalten Wasser in einem Topf aufstellen und zum Kochen bringen. Ohne Deckel 1,5 Stunden köcheln, nicht zu stark kochen sonst wird die Brühe trüb.

Ich seihe die Suppe ab, löse das Fleisch ab und gebe es wieder in die Suppe. Mit klein geschnittenem kurz gedünstetem Gemüse und viel frischem Grün servieren oder die Brühe noch kochend heiß in Gläser abfüllen und sofort fest mit Schraubdeckel verschließen, in eiskaltem Wasser rasch abkühlen, so dass der Deckel „ploppt“. So hält sich die fertige Suppe mehrere Wochen im Kühlschrank und kann abends schnell zu einer cremigen Gemüsesuppe weiter verarbeitet werden. In dem Fall gibt es das Fleisch am nächsten Tag als Mittagessen.

Aus der Sicht der TCM:

Die Thermik des Huhns (warm), der Gewürze (warm) und der lange Kochprozess machen die Hühnersuppe zu einer prinzipiell wärmenden Speise ideal im feuchten Herbst und kalten Winter. In Kombination mit Ingwer und Zwiebeln kann man mit einer Hühnersuppe einer sich anschleichenden Verkühlung den Garaus machen. Nicht empfohlen wird Hühnersuppe aus TCM bei fiebrigen Infekten, da würde sie zusätzlich einheizen.
Wer speziell Blut aufbauen möchte, kocht die Suppe mit chinesischen Zutaten aus der TCM-Apotheke - was jedoch kein Muss ist. 

Hühnersuppe hilft allgemein bei Erschöpfung, nächtlichem Schwitzen, Kraftlosigkeit, Schwindel, Trockenheit, Abmagerung und Herzklopfen und unterstützt die Milchbildung in der Stillzeit. Sie fördert den Appetit bei Milz Qi Schwäche und wirkt bei Magersucht, Durchfall und Diabetes. Sie tonisiert das Nieren Qi und hilft bei Ödemen, Miktionsproblemen, Samenverlust, Tinnitus und Knochenschmerzen

Dieses Rezept erschien zuerst auf Pascales Blog

Erfahre mehr rund um deine Lebensmittel:

Alles über die Herstellung von Hühnerfleisch

Alles über Karotten: ber Anbau, Ernte und gesundheitliche Wirkung

Alles über Zwiebeln aus Österreich

Was verraten dir die Siegel auf deinen Lebensmitteln? Und was bedeutet "Hergestellt in Österreich"? Hier erfährst du mehr:

Alles rund um Kennzeichnung von Lebensmitteln