Rund ums Ei: Eiermarkt bleibt angespannt, aber stabil
06.02.2026 / Landwirtschaft & Lebensmittelproduktion
Schon gesehen? In den letzten Wochen wurde vermehrt auf Eierknappheit aufmerksam gemacht. Seit Weihnachten sind die Folgen der Vogelgrippe auch in Österreich spürbar: Obwohl die österreichische Eierproduktion nicht unter der Vogelgrippe leidet, hat die Tierseuche auch Auswirkungen auf das Eierangebot im heimischen Handel. Inwiefern sich das auf Konsumentinnen und Konsumenten, Großhändler, Gastronomie und die heimische Selbstversorgung heute und rund um Ostern auswirkt, haben wir für dich recherchiert. Außerdem geht es heute um Eier aus Käfighaltung – und warum du vermutlich öfter welche isst, ohne es zu wissen.
Was steckt hinter der Eierknappheit?
Die rund um Weihnachten aufgetretene Eierknappheit hat mehrere Ursachen: Durch die Vogelgrippe sind die Legehennenbestände europaweit zurückgegangen, gleichzeitig ist der Eierkonsum in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Mittlerweile liegt der Pro-Kopf-Konsum in Österreich bei rund 250 Eiern pro Jahr. Zusätzlich sorgte die traditionell hohe Nachfrage rund um Weihnachten und die Wintertourismus-Saison für weitere Engpässe in Österreich.
Ostern ohne Ei? Eiermarkt ist angespannt
Die Lage bleibt angespannt, der Handel wird derzeit jedoch wieder flächendeckend beliefert. Hamsterkäufe sind also nicht notwendig. Nach Ostern sollte sich die Situation weiter entspannen. Die aktuelle Versorgungssituation wird in Österreich vor allem anhand der Preise spürbar. Zwar sind heimische Betriebe größtenteils verschont geblieben, die Knappheit am europäischen Markt macht sich jedoch auch hier bemerkbar: Günstige Importeier sind derzeit schwer zu bekommen, weshalb viele Gastronomie-Großhändler, die normalerweise häufig im Ausland einkaufen, auf den Lebensmitteleinzelhandel beziehungsweise auf heimische Ware ausweichen müssen. Kurz gesagt: Sie kaufen selbst im Supermarkt ein. Diese zusätzliche Nachfrage kann auch in Österreich zu Engpässen führen.
Hoher Selbstversorgungsgrad mit Grenzen
In Österreich werden jährlich rund 2,2 Milliarden Eier für den Verzehr produziert. Trotz unseres hohen Selbstversorgungsgrades von rund 90 Prozent lassen sich Engpässe wie derzeit nicht vollständig vermeiden. Grund dafür sind die hohen heimischen Produktionsstandards mit Herkunft- und Haltungskennzeichnungspflicht. In der Gastronomie und in Fertigprodukten werden vor allem importierte Eier verwendet – die momentan allerdings knapp sind und teurer ausfallen. Eine hundertprozentige Selbstversorgung ist daher momentan nicht möglich.
Woher kommen unsere Eier wirklich?
Obwohl Österreich sich zu einem Großteil selbst mit Eiern versorgen könnte, werden täglich rund 1,5 Millionen Eier importiert, vor allem für die Gastronomie und für verarbeitete Lebensmittel. Obwohl Käfighaltung bei uns verboten ist, können Käfigeier über Importe nach Österreich gelangen: zum Beispiel in verarbeiteten Produkten wie Kuchen, Nudeln oder Mayonnaise oder in der Gastronomie. Da in beiden Fällen keine verpflichtende Herkunfts- und Haltungskennzeichnung gilt, bleiben Konsumentinnen und Konsumenten oft im Unklaren.