Blunzengröstl: Traditionelles Rezept für das herzhafte Blutwurst-Gericht
27.02.2026 / Essen & bewusster Konsum, Rezepte zum Nachkochen
Knusprige Erdäpfel, würzige Blunzen und feine Röstaromen: Das Blunzen-Gröstl ist ein echter Klassiker der österreichischen Küche. Ob als Resteverwertung nach dem Schlachtfest oder als deftige Hauptspeise – mit diesem einfachen Rezept gelingt das traditionelle Blutwurst-Gericht garantiert.
Das Blunzengröstl, auch Blutwurst-Gröstl genannt, ist ein traditionelles Pfannengericht und „Restlessen“ in Österreich. In vielen Teilen des Landes steht das Blunzengröstl auch auf Speisekarten von Gasthäusern. Die Kombination aus rescher Blunze, goldbraun gerösteten Erdäpfeln und Zwiebeln sorgt für kräftigen Geschmack und herzhafte Hausmannskost.
Typisch serviert wird das Gröstl mit Sauerkraut oder Krautsalat – manche krönen es zusätzlich mit einem Spiegelei. Wer regionale Küche liebt und Wert auf hochwertige Zutaten vom Schwein legt, findet hier ein einfaches und authentisches Rezept.
Was ist eine Blunze?
Blunzen ist die österreichische Bezeichnung für Blutwurst. Sie zählt zur klassischen Verwertung nach der Hausschlachtung. Traditionell werden Blunzen aus Schweineblut, würfelig geschnittenem Speck, Schwarten und Gewürzen hergestellt. In manchen Rezepten werden auch Zwiebeln sowie Rollgerste, Semmeln oder Reis in die Masse eingearbeitet. Die Zutaten werden gut vermengt in Schweinedarm gefüllt und in einem Topf erhitzt, aber nicht gekocht. Danach wird die Wurst, je nach Rezeptur, kaltgeräuchert oder direkt bis zum Weiterverwenden gekühlt.
Traditionelles Paar: Blutwurst und Kartoffel
Das Gröstl selbst ist ein Pfannengericht, bei dem gekochte Erdäpfel in Scheiben geschnitten und gemeinsam mit der in Stücke geschnittenen Blunzen knusprig angebraten werden. Entscheidend für den Geschmack sind die Röstaromen – daher sollte das Gericht ausreichend Zeit in der Pfanne bekommen.
Blutwurst-Gröstl Rezept
Was machen zwei Wiener Haubenköche, wenn’s schnell gehen muss? Ein Gröstl, das auch Teile vom Tier veredelt, die sonst wenig beachtet bleiben. Viva la Cucina!
Zutaten für das Erdäpfel-Blunzen-Gröstl (für 4 Personen)
- 800 g festkochende Erdäpfel (gekocht, am besten vom Vortag)
- 400 g Blunzen (Blutwurst)
- 2 große Zwiebeln, Knoblauch je nach Vorliebe
- 2 EL Schmalz oder Öl
- Salz
- Pfeffer
- Majoran (optional)
- frische Petersilie
- Sauerkraut als Beilage oder Spiegelei als Topping (optional)
Zubereitung des Gröstls
- Erdäpfel vorbereiten: Gekochte Erdäpfel schälen und in Scheiben schneiden.
- Zwiebeln schneiden: Zwiebeln schälen und in feine Streifen schneiden.
- Blunzen vorbereiten: Haut der Blunzen entfernen und in Scheiben oder grobe Stücke schneiden.
- Anbraten: In einer großen Pfanne Schweineschmalz erhitzen. Erdäpfel bei mittlerer Hitze goldbraun rösten.
- Zwiebeln zugeben: Zwiebeln hinzufügen und mitrösten, bis sie weich und leicht karamellisiert sind. Gegebenenfalls den Knoblauch hinzufügen.
- Blunzen unterheben: Blunzenstücke vorsichtig unter die Erdäpfel mischen und einige Minuten mitbraten, bis sie außen leicht knusprig wird.
- Würzen: Mit einer guten Prise Salz, Pfeffer und optional Majoran abschmecken.
- Servieren: Mit frischer Petersilie bestreuen und heiß mit Sauerkraut oder Spiegelei servieren.
Nose to Tail: Vom Rüssel zum Ringelschwanz
Bei „Nose to Tail“ werden möglichst alle Teile eines geschlachteten Tieres verarbeitet. Das Prinzip steht für einen respektvollen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Tier. In der traditionellen österreichischen Küche war diese Form der ganzheitlichen Schweineverwertung über Generationen selbstverständlich: Neben Edelstücken wie Karree oder Schinken wurden auch Innereien, Schwarten, Blut und weniger bekannte Teilstücke verarbeitet. Gerade Spezialitäten wie Blunzen, Beuschel oder Grammeln zeigen, wie viel handwerkliches Wissen und kulinarische Kreativität in dieser Tradition steckt.
Du willst mehr wissen zur Schweinehaltung und Schweinefleischproduktion? Informiere dich in unserer Recherche zum Schwein.
LA FÊTE: Wir feiern das Schwein!
Wie vielseitig Schweinefleisch heute interpretiert wird, zeigen wir gemeinsam mit dem kreativen Food-Magazin Popchop und dem Haubenlokal Cucina Alchimia bei „LA FÊTE Vol. 1. Das Schwein“. Zum Tag des Schweins am 1. März rücken wir bei diesem Event das Schwein im Mittelpunkt: Mehrere Stationen widmen sich dem Zerlegen, Verwursten, den Innereien, der Zubereitung von Blutwurst und Sulz. Ein ganzer Sonntag voller Genuss und Handwerk – transparent und respektvoll vom Rüssel bis zum Ringelschwanz. Hol dir jetzt noch Tickets für die Fete!
Wer ist Popchop?
Popchop ist ein Festival-Format und Food-Magazin, das „relevante Themen mit journalistischer Sorgfalt und Neugier“ durchleuchtet. Das Team setzt sich zum Ziel all das abzudecken, was „unsere Esskultur maßgeblich beeinflusst – von Produktion und Landwirtschaft bis hin zu Gastronomie und Technologie“.
Wer ist die Cucina Alchimia?
Cucina Alchimia ist eine Kooperation aus Kunst, Handwerk und Küche. Ihre Projekte finden an der Schnittstelle von Kunst, Geschmack und Funktion statt: im Lebensmittellabor, im Restaurant LA CANTINA oder bei Events als Vortragende und Kunstschaffende.