Mit großem Abstand am meisten Schweinefleisch bezieht Österreich aus Deutschland. Das Importfleisch wird vor allem in jenen Bereichen verwendet, wo die Herkunft nicht gekennzeichnet sein muss - in der Außer-Haus-Verpflegung und bei in Wurstwaren verarbeitetem Fleisch. Im Lebensmitteleinzelhandel gibt es fast ausschließlich österreichisches Schweine-Frischfleisch. 

Der durchschnittliche Österreicher isst 62,6 Kilo Fleisch pro Jahr, mehr als die Hälfte davon ist Schweinefleisch. Im Lebensmitteleinzelhandel wird Schweinefleisch von allen Frischeprodukten exklusive Brot und Gebäck mengenmäßig am meisten gekauft. Der Schweinefleisch-Pro-Kopf-Verzehr ist im Vergleich der vergangenen Jahre in Österreich und Deutschland leicht rückläufig. Im Gegensatz dazu steigt weltweit die Nachfrage nach Fleisch kontinuierlich, auch nach Schweinefleisch. 

Weniger Vielfleischesser und weniger Fleischersatzprodukte

Der Anteil an Vegetariern an der österreichischen Bevölkerung ist leicht zunehmend, trotzdem sind die Verkaufszahlen von Fleischersatzprodukten nach einem Aufwärtstrend derzeit rückläufig. Ein weiterer Trend ist, dass Menschen mit einem sehr hohen Fleischkonsum weniger werden. Das Selbstbedienungsregal löst die Feinkosttheke mehr und mehr ab. Bereits mariniert verpacktes Schweinefleisch wird immer beliebter, besonders zur Grillsaison wird es stark nachgefragt.  

Warum die Österreicher Schweinefleisch kaufen

Im Rahmen einer RollAMA Motivanalyse gaben 60 Prozent der Befragten, die für ihren Haushalt Fleisch oder Fisch kaufen, an, Schweinefleisch wegen des guten Geschmacks zu kaufen. 59 Prozent nannten “für die Familie” als Kaufgrund, 57 Prozent die Verwendungsvielfalt von Schweinefleisch und 56 Prozent, dass es “preisgünstig” ist. 

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Fleisch- und Wurstwaren haben niedrigen Bio-Anteil

Was sich in den Zahlen der Schweinebestände zeigt - nur 2,8 Prozent sind Bio - spiegelt sich in der Konsumstatistik wieder. Laut RollAMA haben Bio-Fleisch und -Wurstwaren insgesamt im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel einen mengenmäßig Anteil von 2,7 und 1,6 Prozent. Im Vergleich mit Milchprodukten, Eiern, Obst und Gemüse ist das der geringste Wert. Den Bio-Anteil beim Schweinefleisch beziffert man noch niedriger. 

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