Typisch Sommer: die saisonale Nationalelf aus Österreich

26.06.2026 / Ernährung & Gesundheit, Essen & bewusster Konsum

Während das österreichische Fußball-Nationalteam in Amerika um den Aufstieg in die nächste Runde spielt, haben wir eine saisonale Lebensmittel-Nationalelf aus Österreich zusammengestellt: reifes Obst, knackiges Gemüse, erfrischende Vitamin-Stars, regionale Proteinquellen und heimische Grill-Goalies. Wir zeigen dir, welche Lebensmittel in den WM-Monaten Juni und Juli aus Österreich erhältlich sind. 

Tormann: Kirschen 

Kirschen haben nur kurz Saison. Wie der Tormann in einem Spiel kommen auch die frischen Kirschen im Jahresverlauf nur kurz zum Zug – dafür versüßen sie uns vor allem den Juni und Juli. Kirschen reifen, anders als etwa Äpfel oder Pfirsiche, nach der Ernte nicht mehr nach. Daher sollten sie unbedingt reif geerntet werden. Dann schmecken sie am besten und enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe.

Innenverteidigung: Tomaten 

Der Klassiker der Sommerküche. Auch wenn sie frisch aus dem Kühlschrank noch erfrischender wirken können, solltest du sie trotzdem lieber nicht dort lagern. Denn in der Kälte verlieren sie Aroma. Am besten bewahrst du reife Tomaten offen, luftig und dunkel auf. Frische Tomaten verzehrst du also am besten so bald wie möglich. Gerade in den Sommermonaten gibt es durch die vielen Sonnenstunden besonders aromatische Tomaten aus heimischer Produktion. Außerdem: Saisonal-regionale Tomaten haben im Vergleich zu importierten Tomaten oder regionalen Wintertomaten aus dem geschützten Anbau die kleinste Klimawirkung.  

Innenverteidigung: Gurken  

Flüssigkeit, Frische, kühlender Effekt bei hohen Temperaturen: Wenn es im Spiel brenzlig wird, kann die Mannschaft auf die Verteidigung ebenso zählen wie Gemüseliebhaberinnen und Gemüseliebhaber auf die Gurke. Feldgurken werden übrigens nur im Freien angebaut, Salatgurken wachsen in Österreich auch im Sommer vorwiegend im Folientunnel oder Glashaus. Im Wirtschaftsjahr 2024/25 wurden pro Österreicherin und Österreicher rund sechs Kilogramm Salatgurken verbraucht.  

Außenverteidigung: Paprika 

Rot, grün, gelb, orange – in den österreichischen Folientunneln und Glashäusern und ab Juli im Freiland leuchten diese Farben wie die Fanschals im Stadion. Das Burgenland produziert in Österreich am meisten Paprika3. Paprika hat übrigens einen erstaunlich hohen Vitamin-C-Gehalt. Eine rote Paprika kann bei Erwachsenen mit 140 Milligramm pro 100 Gramm den Tagesbedarf an Vitamin C decken – der liegt bei Frauen bei rund 95 Milligramm und bei Männern bei 110. 

Außenverteidigung: Zucchini 

Für alle, bei denen Gemüse am Grill nicht fehlen darf, ist die Zucchini der Star des Sommers. Und: Sie ist ein Kürbis! Und zwar nicht nur eine entfernte Verwandte aus der Familie der Kürbisgewächse, wie das bei Gurken und Melonen der Fall ist, sondern eine waschechte Zuchtform des gewöhnlichen Gartenkürbisses. Das macht sich auch im Namen bemerkbar: Im Italienischen heißt Kürbis „zucca“, die Verkleinerungsform davon lautet „zucchini“ – Zucchini sind somit kleine Kürbisse. 

Zentrales Mittelfeld: Erdbeeren 

Aus dem Supermarkt, vom Bauernhof oder selbstgepflückt: Die Erdbeeren sind der saisonale Publikumsliebling. Im Wirtschaftsjahr 2024/25 hat durchschnittlich jede und jeder in Österreich laut Versorgungsbilanz der Statistik Austria 3,8 Kilogramm der Beeren verspeist. Botanisch betrachtet sind die roten Früchte aber gar keine Beeren, sondern „Sammelnussfrüchte“. Trotzdem sind Erdbeeren keine „harte Nuss“ – sie liefern neben Flüssigkeit auch wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamin C, Folat und Ballaststoffe. Frisch gepflückt sind sie besonders aromatisch und eignen sich perfekt für einfache Sommerrezepte. Probiere unser Rezept für selbstgemachtes Beereneis aus! 

Zentrales Mittelfeld: Marillen 

Stabil im Mittelfeld ist jetzt auch die Marille unterwegs – ihr Sommergeschmack ist von Juli bis August in der österreichischen Kultur fest verankert. Im Durchschnitt wurden 2024/25 pro Person rund zwei Kilogramm davon verbraucht. Niederösterreich ist hierzulande der größte Erzeuger der Steinobstfrucht, besonders bekannte Marillen-Regionen sind das Weinviertel und die Wachau. In dieser Region tragen die Bedingungen von Klima und Boden gemeinsam mit der langen Anbautradition zum typischen Geschmack der Wachauer Marille g.U. bei.  

Flügel: Blattsalat 

Für die leichte Küche an heißen Spieltagen darf Salat nicht fehlen. Auch wenn der Vogerlsalat jetzt nicht mehr Saison hat, gibt es gerade im Juni und Juli viele Blattsalate. Fixstarter sind die Allrounder Häuptelsalat und der Eisbergsalat. Für Abwechslung sorgt der würzige Rucola. Salate sind grundsätzlich nur wenige Tage haltbar und werden am besten im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt. Bei sachgerechter Lagerung – kühl und dunkel – bleiben sie meist ein paar Tage frisch. Außerdem gilt: Salat nicht mit Obst oder Gemüse, etwa Tomaten lagern, die das Reifegas Ethylen abgeben. Es wirkt auch auf den Salat und verkürzt seine Haltbarkeit.  

Flügel: Ketchup und Senf 

Am Grillteller sind diese beiden ein würziges Match. Die Grillsaison ist Hochsaison für den Speisesenf – dann kommt so viel Senf an den Tellerrand wie sonst nur zu Weihnachten oder rund um Ostern. Auch für die Senfsaat ist der Sommer eine wichtige Zeit: Im Juli und August findet die Haupternte statt – je nach Sorte und Witterung. Gleichzeitig werden auch die aromatischsten heimischen Tomaten geerntet. Der österreichische Pro-Kopf-Verbrauch von Tomaten betrug im Wirtschaftsjahr 2024/25 etwa 25 Kilogramm. Einen großen Teil davon konsumieren wir etwa auch als Sugo oder Ketchup. Das Tomatenmark dafür stammt aber oft aus dem Ausland. Denn wir schaffen es nicht, uns komplett mit Tomaten aus eigenem Anbau zu versorgen – der Selbstversorgungsgrad lag 2024/25 gerade einmal bei 22 Prozent. Falls weitgereiste Tomaten eine Rote Karte für dich bedeuten, hilft leider meist auch kein Blick aufs Etikett: Bei verarbeiteten Produkten wie Ketchup muss die Herkunft der Zutaten nicht angegeben werden. Stammen die Tomaten aus Österreich, wird es aber oft am Produkt angegeben. Also: Lieber Augen auf beim Ketchupkauf anstatt Tomaten auf den Augen zu haben. 

Sturm: Grillkäse 

Für viele Grill-Fans gehört Käse aus Österreich schon mit auf den Rost. Dank der ausgeprägten Milchwirtschaft in Österreich ist er ganzjährig regional verfügbar. Warum zerrinnt Grillkäse eigentlich nicht, während die Fans auf der Tribüne langsam schmelzen? Bei der Herstellung wird er nur wenig gesäuert und anschließend in heißer Molke erhitzt. So entsteht eine besonders stabile Eiweißstruktur, die zusammen mit einem hohen pH-Wert dafür sorgt, dass der Käse problemlos höheren Temperaturen standhält, ohne zu zerlaufen – und dass er beim Kauen „quietscht“. Der bekannte „Halloumi“ ist übrigens eine geschützte Bezeichnung für die Käse-Spezialität aus Zypern, die aus Schaf- oder Ziegenmilch oder einer Mischung der beiden hergestellt wird. Auch Kuhmilch kann zu geringeren Anteilen enthalten sein. Heimische Grillkäse werden oft auch aus Kuhmilch erzeugt.

Kapitän: Schweinefleisch 

Schweinefleisch ist das beliebteste Fleisch in Österreich – pro Kopf haben wir 2024/25 rund 33 Kilogramm davon gegessen. In verschiedenster Form landet es im Sommer auf dem Grill: Karree beziehungsweise Kotelette, Ripperl oder Würstel. Eine Grillerei bedeutet aber nicht nur gutes Essen und gemütliches Beisammensein, sondern bringt auch eine große Portion Verantwortung mit sich. Die Bedingungen und Vorschriften, unter denen Fleisch produziert wird, unterscheiden sich häufig von Land zu Land. Je nachdem, für welche Herkunft du dich beim Fleischkauf entscheidest, unterstützt du in weiterer Folge die Art und Weise, wie die Tiere weiterhin gehalten werden und das Fleisch produziert wird. In Österreich sind die Produktionsstandards sehr hoch – und teilweise deutlich höher als die EU-Regelungen. 

Du willst wissen, welche Lebensmittel in Österreich gerade Saison haben und welches Obst und Gemüse quasi noch auf der Ersatzbank sitzt, bis es im Spätsommer und Herbst seinen großen Auftritt hat? Wir haben die wichtigsten Lebensmittel für dich aufgelistet: PDF-SAISONKALENDER.

Das könnte dich auch interessieren

Fußball Ankick am grünen Rasen © Freepik
Wieso sich der WM-Titel auch am Teller der Nationalspieler entscheidet
Mehr erfahren
ausgewogene Sport-Mahlzeit | © Land schafft Leben
Was essen Sportlerinnen und Sportler?
Mehr erfahren
regionale Proteinquellen | © Land schafft Leben
So einfach bringst du regionales Eiweiß auf den Teller
Mehr erfahren
Eine Frau greift nach einem grünen Paprika im Supermarkt. | © Land schafft Leben
Saisonales Gemüse: Vitaminkick im Frühling
Mehr erfahren