Saisonales Gemüse: Vitaminkick im Frühling

02.04.2026 / Ernährung & Gesundheit, Essen & bewusster Konsum

Muss wirklich jedes Gemüse das ganze Jahr über verfügbar sein? Mit dem Start der Frühlingsernte lohnt sich ein genauer Blick auf unseren Einkauf im Supermarkt: Denn wer jetzt saisonal und regional zugreift, schont nicht nur das Klima, sondern versorgt auch seinen Körper mit frischen, wertvollen Nährstoffen und stärkt gleichzeitig die heimische Landwirtschaft.


Du willst Gurken im März und Süßkartoffeln im April? Egal, zu welcher Jahreszeit wir im Supermarkt ein bestimmtes Gemüse suchen – meist werden wir fündig. Woran viele Konsumentinnen und Konsumenten beim Einkauf jedoch nicht denken: Gemüse außerhalb der Saison hat oft einen hohen Preis. Denn Gemüse, das sich gerade nicht in der Erntezeit befinden und sich nur schwer lagern lässt, gelangt als Importware nach Österreich. Tomaten, Gurken und Paprika kommen zu Frühlingsbeginn beispielsweise häufig aus Spanien, Bohnen unter anderem aus Brasilien. Der intensive Anbau dieser Exportware benötigt große Mengen an Wasser. Je mehr Wasser abgepumpt wird, desto größer ist in Regionen mit geringer natürlicher Wasserverfügbarkeit das Risiko, dass sich das Problem von Wasserknappheiten verschärft. Das kann spürbare Folgen für die dortige Natur haben. Dasselbe gilt auch für verschiedene Obstarten: Erdbeeren, Zwetschken oder Kirschen sind im Winter meist nur als Import erhältlich, da sie sich – anders als etwa Äpfel – nicht gut lagern lassen.

Heimisches Frühlingsgemüse für den Vitamin-Boost

Ein Blick in den Saisonkalender zeigt: Schön langsam wächst das Angebot an frisch geerntetem, regionalem Gemüse. Das sorgt nicht nur für mehr Abwechslung auf unserem Speiseplan, sondern auch für eine größere Vielfalt an wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen. Dafür müssen wir auch nicht zu Importgemüse greifen, sondern können auch saisonale Gemüsearten kaufen, deren Ernte gerade in Österreich stattfindet. Kren liefert mit 114 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm mehr als doppelt so viel wie Zitronensaft und wird unter anderem im März frisch geerntet. Auch der April bietet frischen Spinat, Spargel und Vogerlsalat, gefolgt im Mai von Rucola, Radieschen, Rhabarber, Frühlingszwiebel und Kohlrabi. Ab Juni, wenn der Sommer richtig anfängt, können wir uns auf weitere frische Arten freuen, darunter Fenchel, Fisolen, Kohl, Rettich, Weißkraut und Zucchini. Im Juli erweitert sich das Angebot um Chinakohl, Endiviensalat, Tomaten, Zuckermais und Rotkraut. Jede Obst- und Gemüseart besitzt ein anderes Spektrum an wertvollen Inhaltsstoffen. In der folgenden Liste haben wir dir die wichtigsten Vitamine und Mineralstoffe zusammengefasst, die dir im Frühling zur Verfügung stehen. 

Frühlingsnährstoffe im Überblick

Spargel enthält Vitamine, wie Vitamin A, C und E. Außerdem Mineralstoffe, wie Kalium, Kalzium und Magnesium.
• Spinat liefert als grünes Blattgemüse zum Beispiel Eisen, Kalzium und Folat. Außerdem enthält es Beta-Carotin, einer Vorstufe von Vitamin A. 
Kren ist besonders reich an Vitamin C. Er versorgt den Körper in geringen Mengen auch mit Mineralstoffen, wie Kalium, Phosphor, Kalzium und Eisen.
• Vogerlsalat ist reich an Vitamin C und A und Eisen.
 Rucola liefert ebenfalls Vitamin C, Eisen und Mineralstoffe, wie Kalzium und Kalium.
• Radieschen sind eine gute Quelle von Vitamin C, Folat und Kalium. 
• Rhabarber enthält Mikronährstoffe, wie Kalium, Kalzium, Vitamin K, Vitamin C sowie sekundäre Pflanzenstoffe.
• Frühlingszwiebel beinhaltet Vitamin C, A und B-Vitamine.
• Kohlrabi ist reich an Ballaststoffen und liefert zum Beispiel Folat, Vitamin C und Mineralstoffe, wie Kalium, Magnesium und Eisen. 


Entscheidend ist eine möglichst bunte und vielfältige Auswahl an Gemüse und Obst. Je mehr unterschiedliche Arten, Farben und Zubereitungsarten, desto breiter ist das Spektrum an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen. 

Lagergemüse: regional, haltbar, nährstoffreich

Rote Rüben, Knollensellerie und Erdäpfel: Viele beliebte heimische Gemüsearten aus der Region, die wir aktuell in unseren Supermarktregalen finden, werden nicht frisch zu Frühlingsbeginn geerntet. Da sie aber gut gelagert werden können, sind bestimmte heimische Arten für uns trotzdem das ganze Jahr über als Lagerware im Markt verfügbar. So können uns auch abseits der Erntezeit und Hochsaison beispielsweise Karotten und Kren mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Karotten sind unter anderem eine wertvolle Quelle von Beta-Carotin, einer Vorstufe von Vitamin A, und enthalten außerdem Vitamin K, Kalium und Ballaststoffe. Auch Knoblauch und Zwiebeln können das ganze Jahr über gelagert werden und enthalten unter anderem Vitamin C, B-Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Da Vitamin C sehr empfindlich ist, sinkt der Gehalt bei der Lagerung deutlich.

Tipp: Unsere Saisonkalender helfen dir dabei, auf einen Blick zu erkennen, welches heimische Gemüse sowie Obst in welchem Monat verfügbar ist.

Außerdem findest du in unserem Blog eine vielfältige Auswahl an Rezeptideen für die unterschiedlichsten Gerichte – unter anderem mit Spargel, Buchweizen oder Kimchi.

Achtung: Auch nach dem Einkauf ist die richtige Lagerung entscheidend! Zwiebeln und Knoblauch sollten zum Beispiel nicht im Kühlschrank, sondern an einem trockenen, kühlen und dunklen Ort aufbewahrt werden. Pilze, rote Rübe, Lauch, Sellerie und Co. fühlen sich hingegen im Gemüsefach des Kühlschranks wohl. Mehr Informationen zur Lagerung findest du auf unseren spezifischen Lebensmittel-Seiten.

Saisonales Gemüse: gut fürs Klima, gut für die Gesundheit 

Wie klimafreundlich Gemüse und Obst sind, hängt auch von ihrer Saisonalität ab. Wer im Herbst zu Kürbis, Karotten, Kohlsprossen oder Lauch greift statt etwa zu Fenchel, Spargel oder Rhabarber, entscheidet sich bewusst für Produkte, die ohne lange Transportwege oder hohen Energieaufwand auskommen. Dennoch werden nicht alle Gemüsearten in der kälteren Jahreszeit importiert: In Österreich sind zu Frühlingsbeginn beispielsweise bereits Tomaten und Paprika erhältlich. Diese wachsen jedoch meist in fossil beheizten und belichteten Gewächshäusern. Diese Anbaumethode verbraucht viel Energie – auch dann, wenn das Gemüse aus Österreich stammt. Eine Ausnahme bilden Gewächshäuser, die mittels klimafreundlicher Geothermie warmgehalten werden. Wer der Umwelt etwas Gutes tun möchte, greift am besten zu saisonalem Gemüse aus Österreich. Gut zu wissen: Produkte mit kürzeren Transportwegen können reifer geerntet werden, schmecken dadurch meist intensiver und liefern wertvolle Nährstoffe.

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