Konsumerhebung: So viel geben wir für Lebensmittel aus

12.03.2026 / Essen & bewusster Konsum

Etwa zwölf Prozent ihrer Ausgaben geben österreichische Haushalte für Lebensmitteleinkäufe aus. Das zeigt die neue Konsumerhebung der Statistik Austria. Aber was genau hat es damit auf sich? Und was können wir mit unserem Griff ins Regal bewirken? Wir haben alle wichtigen Infos für dich zusammengefasst.

 

Was ist die Konsumerhebung der Statistik Austria?

Die Statistik Austria erfasst in der Konsumerhebung, wie sich die Verbrauchsausgaben der Privathaushalte in Österreich zusammensetzen. Die Ergebnisse sind eine wichtige Grundlage zur Analyse unserer Konsumstruktur und dienen auch der Berechnung des Verbraucherpreisindex (VPI). Der VPI zeigt an, wie sich Preise verändern – er ist also ein Maßstab für die allgemeine Preisentwicklung in einem Land. Daraus wird auch die Inflationsrate berechnet.

 

Wie wird die Konsumerhebung durchgeführt?

Alle fünf Jahre führt die Statistik Austria die Konsumerhebung durch. Die neuesten Zahlen wurden im Zeitraum April 2024 bis Mai 2025 erhoben. Aus ganz Österreich nahmen 6.689 Haushalte teil, die per Zufallsverfahren ausgewählt wurden. Über zwei Wochen dokumentierten sie sämtliche Ausgaben und beantworteten kurz vor und nach diesem Aufzeichnungszeitraum noch ergänzende Fragen.

Dabei werden nicht nur regelmäßige Ausgaben wie Lebensmittel, Miete oder Sprit erfasst, sondern auch größere Anschaffungen, beispielsweise ein neues Auto oder neue Möbel. Auch Ausgaben für besondere Anlässe wie Hochzeiten oder Urlaube sind in der Statistik mit einbezogen.

 

Welche Ergebnisse liefert die Konsumerhebung?

Die Konsumerhebung gibt Einblicke in Konsumgewohnheiten, Lebensstandards und Lebensbedingungen verschiedener Bevölkerungsgruppen in Österreich. Außerdem lässt sich erkennen, wie sich Ausgaben je nach Lebensphase oder Haushaltsform unterscheiden – etwa zwischen Einpersonenhaushalten, Familien mit Kindern oder älteren Haushalten.

 

Ergebnisse der Konsumerhebung 2024/25

Laut den Ergebnissen der Konsumerhebung 2024/25 liegen die durchschnittlichen Verbrauchsausgaben der österreichischen Privathaushalte bei 4.170 Euro. Den mit Abstand größten Anteil an den gesamten Ausgaben machen mit 26,4 Prozent Wohnen und Energie aus – das sind im Schnitt 1.100 Euro pro Haushalt. Auf Platz zwei, drei und vier landen Verkehr mit 13,6 Prozent, Ernährung und alkoholfreie Getränke mit 11,6 Prozent sowie Freizeit, Sport und Kultur mit 11,4 Prozent.

In der Konsumerhebung 2024/25 verteilten sich die Verbrauchsausgaben auf insgesamt 13 Ausgabenkategorien, die in mehrere Unterkategorien gegliedert sind:

Wie haben sich die Ausgaben für Lebensmittel verändert?

Das Leben ist in den vergangenen Jahren teurer geworden, unter anderem durch die Inflation und steigende Energiepreise. Somit sind die Verbrauchsausgaben der Haushalte gestiegen, auch die Lebensmittelpreise sind teilweise höher als noch vor einigen Jahren.

Stellt man die rund zwölf Prozent, die österreichische Privathaushalte für Lebensmitteleinkäufe heutzutage ausgeben, den Werten aus dem Jahr 1954 gegenüber, erscheinen sie relativ gering: Damals war der Anteil für Ernährung und alkoholfreie Getränke an den gesamten Haushaltsausgaben fast viermal so groß wie heute, nämlich 45 Prozent. Zwar sind die Prozentwerte nur eingeschränkt vergleichbar, da die jeweiligen Gesamtverbrauchsausgaben angepasst werden müssten, aber es zeigt sich dennoch ein klares Bild: Der relative Anteil der Ausgaben für Lebensmitteleinkäufe an den Gesamtausgaben sinkt.

Dass in Europa heute kaum noch jemand auf diesen Wert kommt, liegt unter anderem daran, dass die Lebensmittelpreise im Vergleich zum Einkommen günstiger sind als noch vor 70 Jahren. Produktivitätssteigerung in der Landwirtschaft, bessere Infrastruktur, eine effizientere Logistik und der Wettbewerb im Handel sind einige Gründe dafür. Umgekehrt sind langfristig auch die Einkommen und somit der Wohlstand beziehungsweise der höhere Lebensstandard der Menschen gestiegen. Dadurch wird auch mehr Geld in andere Bereiche wie Wohnen oder Freizeit investiert.

Im Europa-Vergleich liegt Österreich auf Platz vier der Länder mit den geringsten Prozent-Anteilen von Lebensmitteleinkäufen an den Gesamtausgaben. Das zeigte eine Eurostat-Erhebung aus dem Jahr 2022.

Wie viele Lebensmittel verbrauchen wir im Jahr – und wie viele schmeißen wir weg?

Wir alle essen und trinken mehrmals am Tag. Im Laufe eines Jahres kommt so laut Versorgungsbilanz der Statistik Austria ein durchschnittlicher Lebensmittelverbrauch von mehr als 1,5 Tonnen pro Person zusammen. Dabei ist auch jener Teil mit einberechnet, der im Müll landet.

In Österreich fallen jedes Jahr etwa 1,1 Millionen Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle an. Produktionsverluste in der Landwirtschaft sind hier nicht mit eingerechnet. Der Großteil der Lebensmittelabfälle entsteht in den Privathaushalten. Wer bewusster einkauft, schmeißt nicht nur weniger Lebensmittel weg, sondern kann auch eine Menge Geld sparen. Schließlich landen pro Haushalt durchschnittlich Lebensmittel im Wert von rund 800 Euro pro Jahr im Müll.

Mehr zum Thema Lebensmittelverschwendung und Tipps, wie du diese reduzieren kannst, erfährst du in unserem Report.

Was bewirkt unser Griff ins Regal?

Es lohnt sich, beim nächsten Einkauf kurz innezuhalten und darüber nachzudenken, welche Rolle Lebensmittel in unserem Alltag spielen.

Eine ausgewogene Vielfalt an Lebensmitteln kann das körperliche und psychische Wohlbefinden sowie die persönliche Leistungsfähigkeit positiv beeinflussen. Die Rolle der Ernährung wird beim Thema Gesundheitsvorsorge allerdings oft unterschätzt. Ein Blick auf die Gesundheitsstatistik zeigt: Österreich gehört zu den Ländern mit den höchsten Gesundheitsausgaben pro Kopf in Europa. Gleichzeitig liegt die Anzahl der gesunden Lebensjahre nur im unteren Drittel. Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Österreich ist übergewichtig oder sogar fettleibig. Damit steigt auch das Risiko für Zivilisationskrankheiten.

Außerdem können wir mit unseren Konsumentscheidungen die zukünftige Lebensmittelproduktion gestalten: Ins Supermarktregal wird morgen nur das nachgeschlichtet, was heute gekauft wird. Mit jedem Griff ins Regal entscheiden wir also zum Beispiel mit, unter welchen Bedingungen Nutztiere in Österreich gehalten werden und mit welchen Lebensmitteln sich Österreich auch in Zukunft noch selbst versorgen kann.

Gerade in der Debatte um hohe Lebensmittelpreise lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf unsere Konsumgewohnheiten und darauf, wofür das Budget ausgegeben wird. Denn auch wenn der Anteil an den Haushaltsausgaben verhältnismäßig klein ist, hat unser Lebensmitteleinkauf großen Einfluss – auf unsere Gesundheit, aber auch darauf, wo und wie Lebensmittel in Zukunft produziert werden.

 

Mehr Infos rund um die Konsumerhebung 2024/25 findest du in unserem kompakten Factsheet.

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