Image: Gesund und aus Massentierhaltung
© Land schafft Leben, 2016

In keinem Land ist Putenfleisch so beliebt wie in Österreich. 5,3 Kilo isst ein Österreicher im Schnitt pro Jahr. Nicht das klassische Wiener Schnitzel, aber eine beliebte Variante davon verwendet Putenfleisch. 55 Prozent kaufen Putenfleisch, weil sie es für “gesund” halten, 62 assoziieren damit “fettarm” und 58 eine “einfache Zubereitung”. Das Image von Geflügelfleisch ist dennoch nicht das beste. Jeder zehnte Fleisch-Konsument assoziiert laut einer Befragung der AMA-Marketing mit Geflügelfleisch den Begriff “Antibiotika”, neun Prozent verbinden Geflügel mit “Massentierhaltung”. Von jenen Konsumenten, die heute weniger Putenfleisch als noch vor fünf Jahren kaufen, gaben 72 Prozent als Grund an: “Weil ich glaube, dass die Tiere nicht artgerecht gehalten werden.”

Am gesamten Fleischeinkauf der Österreicher hat die Pute einen Anteil von 8 Prozent. Verglichen wird das Gewicht der verkauften Ware. 

Hühnerfleisch ist das gefragteste Geflügel im Lebensmitteleinzelhandel. Fast 30 Prozent der verkauften Menge ist Putenfleisch. Ente und Gans haben vergleichsweise geringe Bedeutung. 

Fast kein heimisches Putenfleisch im Außer-Haus-Konsum

Wo die Konsumenten nicht erkennen, woher die Pute kommt, hat österreichisches Putenfleisch kaum eine Chance. Es ist schlichtweg teurer als ausländisches. Selbst wenn alle Gastronomen das teurere heimische Putenfleisch kaufen wollten, es wäre gar nicht ausreichend vorhanden. Anna Geiger betreibt mit ihrem Freund Paul Friedrich ein Schulbuffet in Klagenfurt. Sie versuchen auf regionale Produkte zu setzen. Beim Putenfleisch stoßen sie dabei an Grenzen. “Die meisten verwenden überhaupt keine österreichische Pute. Wir schauen, dass wir zumindest heimische Pute bekommen.” Garantiert Kärntner Pute gäbe es nur aus Direktvermarktung und diese sei in der Menge kaum vorhanden. 

Unser größter Nachbar Deutschland ist wichtigstes Import- und Exportland für Geflügelfleisch. Fast zwei Drittel der Exportmenge gehen nach Deutschland, fast 40 Prozent des Imports kommen aus unserem Nachbarland. Teilweise ist dafür die Schlachtung österreichischer Tiere in Deutschland verantwortlich.