Heilpflanze und Scharfmacher: Ist Kren wirklich so gesund?

19.03.2022 / Ernährung & Gesundheit, Essen & bewusster Konsum

Kren gehört in Österreich zur traditionellen Osterjause. Bekannt ist der Kren vor allem für seine Schärfe. Doch wusstest du auch, dass Kren sehr gesund ist? Was die Wurzel alles kann, erfährst du hier.

Kren: Verdauungsfördernd und fettarm
Kren ist besonders reich an ätherischen Ölen und Senfölen. Er enthält verdauungsförderliche Ballaststoffe und liefert die Vitamine C, B1, B2 und B6. Zudem versorgt Kren den Körper in geringen Mengen mit den Mineralstoffen Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Phosphor. Generell ist Kren fettarm und enthält keine großen Mengen an Kohlenhydraten oder Eiweiß. Vor allem wird er aber ohnehin aufgrund seiner Schärfe verspeist.

Senföle im Kren: Natürliches Antibiotikum und schleimlösend bei Erkältungen
Senföle werden über den Dünndarm aufgenommen und entfalten in Lungen und Nieren ihre Kräfte. Dort wirken die Öle antibakteriell gegen viele verschiedene Bakterienarten. Daher wird Kren auch als natürliches Antibiotikum bezeichnet. Zudem ist Kren schleimlösend und wirkt gegen Viren und Pilze. Besonders effektiv ist Kren gemeinsam mit Brunnenkresse. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Senföle im Kren die Vermehrung von Influenza-Viren und Rhinoviren hemmen können. Influenza-Viren sind jene Viren, die Grippe im menschlichen Körper verursachen können, Rhinoviren sind hauptverantwortlich für Schnupfen und Erkältung. Senföle wirken also bei viralen Infektionen der Atemwege. Kren hilft bei Bronchitis, Husten sowie bei Nebenhöhlen- und Mandelentzündung. Sogar bei Harnwegsinfekten kann die Wurzel unterstützen.

Offiziell als Heilpflanze anerkannt
Genau wie die Zwiebel, ist der Kren offiziell als Heilpflanze anerkannt. Vor allem bei entzündlichen Erkrankungen der Luftwege wirkt die Wurzel innerlich. Kren hilft bei Bronchitis, Husten sowie bei Nebenhöhlen und Mandelentzündung. Sogar bei Harnwegsinfekten kann Kren unterstützen.

Mehr Vitamin C als Zitronen
Zu den absoluten Spitzenreitern der heimischen Vitamin C-Lieferanten zählt Kren, und das sogar im internationalen Vergleich. Während es Kren auf 114 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm schafft, enthält Zitronensaft „nur“ 53 Milligramm Vitamin C je 100 Milliliter.

Kren als Potenzmittel – ist da was dran?
In der Steiermark wird die scharfe Wurzel liebevoll als „steirisches Viagra“ bezeichnet. Sein Ruf kommt nicht von ungefähr: Immerhin fördert Kren die Durchblutung. Ihn mit pharmazeutischem Viagra gleichzusetzen, ist jedoch übertrieben.

Zu viel des Guten
Nicht nur aufgrund seiner Schärfe kann Kren Tränen in die Augen treiben. Denn wer es mit dem Krenkonsum übertreibt, riskiert eine Reizung der Magenschleimhaut und somit Magen-Darm-Beschwerden. Auch Menschen, die bereits an Magen- oder Darmgeschwüren und Nierenentzündung betroffen sind, sollten Kren meiden.

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