INTERNATIONALES HYBRID-SAATGUT

90 Prozent des Saatguts, aus dem österreichische Zwiebeln wachsen, kommen aus den Niederlanden. Das internationale Hybridsaatgut bringt höhere Erträge, weil es Krankheiten und Schädlingen besser widersteht und einheitlichere Pflanzen hervorbringt. Auch Bio-Bauern verwenden konventionelles Saatgut von internationalen Züchtern, das jedoch nicht mit Pestiziden behandelt wurde. Das dürfen sie, wenn biologisches nicht ausreichend verfügbar ist.

Die wesentlichen Ziele in der Zwiebelzüchtung sind die äußere Beschaffenheit, die Schale und Festigkeit der Zwiebel sowie ihre Lagerfähigkeit. Ein Ziel ist auch, die Zwiebeln resistenter gegen Schaderreger zu machen. So kommen die Bauern mit weniger Pflanzenschutzmitteln aus. Weltweit dominieren fünf Unternehmen den Markt. Die Züchtung ist aufwändig und langwierig. Die Bauern brauchen Saatgut, aus dem Pflanzen wachsen, die möglichst ertragreich und widerstandsfähig sind.

 

Gutes Saatgut entscheidend

Das Saatgut ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Die Hybridsorten aus den Niederlanden sind teurer als in Österreich gezüchtetes Saatgut. Sie bilden einheitlichere Pflanzen. Das ist wichtig, damit man bei der Unkrautbekämpfung keine Nachzügler vernichtet. Auch Bio-Saatgut stammt von internationalen Züchtern, ist aber unbehandelt. In Österreich züchtet das Unternehmen Austrosaat Zwiebeln.

Nach der Ernte zurück aufs Feld - die Vermehrung

zwiebel saatgut | © Land schafft Leben, 2018

Die Vermehrung des Saatguts erfolgt zum Teil in Österreich, hier vor allem von Austrosaat im Seewinkel im Burgenland. Um Saatgut zu vermehren, lässt man die Pflanzen mit einer Unterbrechung zwei Jahre wachsen. Im ersten Jahr werden die Zwiebeln im Herbst geerntet. Die geeignetsten werden ausgewählt und noch vor dem Winter zurück in den Boden gepflanzt. Anfang Juni beginnen die Zwiebelpflanzen zu blühen und im August wird ihr Samen geerntet. Aus diesen Samen wachsen jene Zwiebeln, die wir essen. Der Samen dieser Generation wird nicht mehr zur Züchtung verwendet, weil er als Hybridsaatgut seine typischen Sorteneigenschaften verliert.

Jahreskreis

zwiebel aussaat | © Land schafft Leben, 2018

Bei der Küchenzwiebel unterscheidet man zwischen Sommer- und Winterzwiebel. Fast neun von zehn Zwiebeln sind Sommerzwiebeln. Winterzwiebeln decken jene Zeit ab, in der keine österreichischen Sommerzwiebeln auf Lager sind. So genannte Steckzwiebeln werden im Herbst nach dem Vorziehen als sehr kleine Zwiebeln von der Saatgutfirma geerntet, warm gelagert und im Frühjahr vom Zwiebelbauern wieder eingesetzt. Oder sie werden zu Jungpflanzen herangezogen und dann aufs Feld gesetzt. Weil sie quasi einen Wachstumsvorsprung haben, setzen sich Steckzwiebeln und Jungpflanzen besser gegen Unkraut und Krankheiten durch und können früher geerntet werden. Sie füllen außerdem die Lücke zwischen Winter- und Sommerzwiebeln im Geschäft. Dennoch haben Steckzwiebeln in Österreich eine geringe Bedeutung.

Der folgende Jahreskreis zeigt, wann Sommer- und Winterzwiebeln gesät und geerntet werden: