Eine Gesamtbetrachtung der heimischen Tomatenproduktion hinsichtlich ihres ökologischen Fußabdrucks erscheint äußerst schwierig bis unmöglich. Zu unterschiedlich sind hier die in Betracht kommenden Bewertungskriterien zwischen der (beinah) ganzjährigen Produktion im beheizten Glashaus und dem geschützten Anbau im kalten oder beheizten Folientunnel im Mutterboden. Freilandanbau spielt zwar im privaten, nicht aber im Erwerbsanbau, eine nennenswerte Rolle und wird daher hier nicht eigens behandelt. 

Ökologischer Fußabdruck - der Vergleich macht sicher?
paradeiser ganzes jahr | © Land schafft Leben, 2016

Eine im Jahr 2008 durchgeführte Vergleichsstudie über den ökologischen Fußabdruck zwischen den verschiedenen Produktionssystemen innerhalb Österreichs und jenen der wichtigsten Importländer Spanien und Italien kam zu überraschenden und kontroversiell diskutierten Ergebnissen. Die Autorin Michaela Theurl fasste eine ihrer wichtigsten Erkenntnisse wie folgt zusammen: “Der durchschnittliche Österreicher ist sich nicht bewusst, dass eine in Wien-Simmering gezogene Tomate 2,5 bis drei Mal so viel Kohlendioxid freisetzt wie eine aus Almería, einfach weil sie aus einem beheizten Glashaus stammt”, wobei der Transport der spanischen Tomate bereits eingerechnet sei. 

Ökologischer Fußabdruck - der Vergleich hinkt?
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Mit Zahlen über den vergleichenden CO2 Ausstoß konfrontiert, gaben uns Thomas Mayer und Peter Kainz, die Betreiber eines großen heimischen Glashauses zur Antwort, dass darin erstens nicht alle rein ökologisch relevanten Faktoren einberechnet seien. So etwa bliebe die gängige Praxis in Almería/Spanien, die Folien für die Gewächshäuser alljährlich zu verbrennen ebensowenig berücksichtigt wie der Umstand, dass im extrem niederschlagsarmen Andalusien Wasser über hunderte Kilometer aus nördlicheren Regionen Spaniens zugeleitet werden müsse. Außerdem müsse man klar zwischen Ressourcen schonender, ökologisch gewonnener Energie, wie sie im heimischen Glashausanbau mehr oder weniger Standard sei und Energie aus fossilen Quellen unterscheiden.

Ökologischer Fußabdruck - der Gewinner ist?
paradeiser fussabdruck | © Land schafft Leben, 2016

Fakt bleibt, dass eine beinahe bis tatsächlich ganzjährige Tomatenproduktion ökologische Nachteile hat. Letzterer hat sich seit kurzem ein österreichisches Unternehmen verschrieben, weshalb es jetzt auch mitten im Winter österreichische Tomaten im Handel gibt. Da für ein Kilogramm Tomaten, das während der kalten Monate produziert wird, ein Vielfaches an klimaschädlichen Treibhausgasen freigesetzt wird wie beim Anbau in der Region während der Saison.