Ernten und Verkaufen

Zeitpunkt

Salat braucht oft nur wenige Wochen vom Setzen bis zur Erntereife, am kürzesten im Sommer. Die Anbaudauer hängt vor allem von der Salatart ab. Salat hat ein Erntefenster von drei bis vier Tagen. Ist der optimale Zeitpunkt erreicht, muss der Bauer schnell reagieren und auch schnell verkaufen. Salatbauern müssen also besonders flexibel auf das Wetter reagieren. Im Sommer beginnt die Ernte noch vor Sonnenaufgang und endet am Vormittag. Später am Tag wäre es dafür zu heiß. 

Ablauf

Die Salatpflanze wird nie “reif”, sondern immer im grünen, vegetativen Zustand geerntet und gegessen. Wie genau die Ernte abläuft, ist je nach Salatart unterschiedlich. Jeder Salat wird händisch abgeschnitten. Mehrere Zehntausend Stück Salat pro Hektar wollen einzeln geerntet werden. Sogar Vogerlsalat schneiden Bauern und Mitarbeiter Büschel für Büschel händisch ab. Bei runden Salaten bleiben die äußersten Blätter am Feld oder dienen als natürliche Verpackung, bis die spätere Kunststoffverpackung den Salat schützt. 

Lieferverträge

Die Bauern setzen die Jungpflanzen so ein, dass sie regelmäßig ernten und liefern können. Mit Großabnehmern vereinbaren sie Lieferverträge. Diese sollten sie immer erfüllen, auch wenn ein Teil der Salatpflanzen nicht zu verkaufen ist. Einmal sind 95 Prozent des Salats zu gebrauchen, ein anderes Mal nur 70 Prozent. Daher pflanzen sie mehr Jungpflanzen als sie später ernten. Ein Teil des Salats bleibt so am Feld und wird eingeackert. 

Waschen, Verpacken und Verkaufen

Gleich nach der Ernte wird der Salat gewaschen und verpackt, beides meist am Bauernhof. Kopfsalate kommen zum Beispiel meist ohne weitere Verpackung in Kisten. Eissalate werden in eine Kunststofffolie verpackt. Der Trend geht weg von der losen Lieferung in Kisten, hin zur Folie. Neben dem Lebensmittelgroß- und einzelhandel gibt es noch die Direktvermarktung als Verkaufsweg. Im Trend liegen neben Bauern- und Wochenmärkten so genannte Gemüsekisten, die Konsumenten bestellen und oft individuell zusammenstellen lassen können.

Kühlen und Lagern

Die Erzeuger lagern den Salat bei 0 bis 1 Grad. Meist kommt der Salat innerhalb von ein bis zwei Tagen in den Verkauf. Im Lebensmitteleinzelhandel werden Frischsalate üblicherweise in ungekühlten Regalen angeboten. Über Nacht kommt der Salat ins Kühllager. Kopfsalat hält im Supermarkt nur ein bis zwei Tage. 

Jedes zweite Kilo Salat, das in der EU geerntet wird, kommt aus Spanien oder Italien. Aus diesen beiden Ländern importieren wir mit Abstand am meisten Salat. Österreich ist immerhin zehntwichtigster Salatproduzent der EU. 

Trend zu fertig gewaschen und geschnitten

Salat ist für Konsumenten ein relativ aufwändiges Gemüse. Stark beschädigte Blätter entfernen, Waschen, eventuell noch verkleinern  - erst dann ist Salat bereit zum Marinieren. Der Begriff “Convenience” steht für Produkte, die schnell und einfach zuzubereiten sind.

Aber nicht nur das sollten Convenience-Produkte können. Auch viele Konsumenten, die nicht gerne viel Zeit in der Küche verbringen, wollen möglichst frische und gesunde Lebensmittel. Der Convenience-Trend hat daher auch den Salat erfasst. In Beuteln oder Schüsseln aus Kunststoff abgepackt, muss man den Salat nur auspacken und marinieren. Selbst wenn man in einer Pause im Büro oder nach einem langen Arbeitstag zuhause nicht viel Zeit für’s Zubereiten einer Mahlzeit aufwenden will, kann man Salat genießen.

Wir haben uns angesehen, was geschnittenen Convenience-Salat haltbar macht, wie er produziert wird und woher er kommt:

> Convenience
> Convenience im Vormarsch