Tag der Tomate: 10 interessante Fakten über Paradeiser

07.08.2026 / Essen & bewusster Konsum

Rund oder oval, rot, gelb, grün oder sogar gemustert: Die Tomate ist das beliebteste Gemüse in Österreich. Heutzutage essen wir deutlich mehr Paradeiser als noch vor 30 Jahren. Wie die Tomate überhaupt zu uns gekommen ist, warum du genau jetzt heimische Paradeiser essen solltest und woher die Tomaten im Ketchup kommen: Das und noch mehr haben wir dir pünktlich zum Tag der Tomate am 8. August zusammengefasst.  

Veröffentlicht am 08.08.2025
Aktualisiert am 07.08.2026

Fakt 1: Stecken im Ketchup unsere eigenen Tomaten? 

Bei aller Liebe zur Tomate schaffen wir es nicht, uns komplett mit solchen aus eigenem Anbau zu versorgen: Das liegt vor allem an den verarbeiteten Tomaten. Einen großen Teil der Paradeiser konsumieren wir nämlich etwa als Ketchup oder Sugo. Das Tomatenmark dafür stammt oft aus Freilandanbau in China. Das Ursprungsland der oft weitgereisten Zutaten ist am Etikett aber häufig nicht klar gekennzeichnet: Denn bei verarbeiteten Produkten wie Ketchup, Saucen, Pulver oder Püree muss die Herkunft der Zutaten nicht angegeben werden. Stammen die Paradeiser aus Österreich, wird es aber meist am Produkt gekennzeichnet.

 

Fakt 2: Wieso solltest du gerade im Sommer Tomaten essen? 

Im Sommer gibt es in Österreich eine Überproduktion an Frischtomaten. Perfekt also für kreative Rezepte und verschiedenste Gerichte von erfrischenden Salaten bis zu fruchtigen Saucen. Jetzt heißt es zugreifen, denn reife Paradeiser enthalten den natürlichen Pflanzenfarbstoff Lycopin, der antioxidativ wirkt. Je intensiver die Farbe, desto höher der Lycopingehalt. Im Hochsommer ernten Bio-Tomatenbäuerinnen und -bauern, deren Pflanzen ausschließlich in Erde wachsen, und Hausgärtner. Auch in Gewächshäusern und Folientunneln wird im Sommer fleißig geerntet. Dort wachsen in Österreich auch außerhalb der Haupterntezeit Tomaten. Saisonal-regionale Paradeiser haben im Vergleich zu importierten Tomaten oder regionalen Wintertomaten aus dem geschützten Anbau die kleinste Klimawirkung.

 

Fakt 3: Unser Gemüse Nr. 1 

Von keinem Gemüse essen wir in Österreich so viel wie von der Tomate. 2024/25 betrug der Pro-Kopf-Verbrauch etwa 25 Kilogramm. Davon muss auch viel importiert werden, denn der Selbstversorgungsgrad lag im Jahr 2025 nur bei 22 Prozent. Bei der Erntemenge hingegen ist Österreichs Nr. 1 die Zwiebel.

Fakt 4: „Stammbaumforschung“: Wer sind die Tomaten-Nachkommen? 

Kaum zu glauben, aber: Es sind die Kartoffeln. Dieses Wissen wird uns aus Asien serviert. Genauer gesagt hat man an der Chinesischen Akademie für Agrarwissenschaften herausgefunden, dass die Kartoffel vor rund acht bis neun Millionen Jahren aus einer zufälligen Kreuzung einer kartoffelähnlichen, aber knollenlosen Pflanze mit Vorfahren der Tomaten hervorgegangen ist. Durch die Kombination ihrer Gene entstand ein völlig neues Speicherorgan: die Kartoffelknolle. Sie bescherte einerseits den neuen Pflanzen einen Überlebensvorteil in den südamerikanischen Anden. Und andererseits uns heute den Genuss von Erdäpfelsalat oder Pommes mit – und da kommt die gute alte Tomate wieder ins Spiel – Ketchup.

 

Fakt 5: Tomaten sollten nicht im Kühlschrank gelagert werden  

Frische Tomaten sind sehr kälteempfindlich und gehören nicht in den Kühlschrank. Bei niedrigen Temperaturen verlieren sie ihren Geschmack und ihre saftige Textur. Richtig gelagert werden Paradeiser daher bei Zimmertemperatur, idealerweise an einem dunklen Ort – so können sie bis zu zwei Wochen lang frisch bleiben.

Wichtig ist auch, welches Obst und Gemüse in ihrer Nähe liegt: Tomaten scheiden Ethylen aus. Dieses Reifegas kann den Reifeprozess anderer ethylen-empfindlicher Arten beschleunigen, etwa bei Äpfeln, Birnen, Pfirsichen und Zucchini.

Tipp: Tomaten immer separat lagern – die richtige Lagerung sorgt dafür, dass sie ihr volles Aroma behalten und andere Früchte nicht zu schnell überreifen. 

 

Fakt 6: Kühlendes Fruchtgemüse mit Vitamin C und wenig Kalorien 

Paradeiser haben einiges zu bieten: Mit nur rund 18 Kalorien pro 100 Gramm sind sie besonders energiearm. Ihr Wassergehalt von etwa 94 Prozent macht sie zum erfrischenden Snack an heißen Tagen. Darüber hinaus liefern Paradeiser unter anderem Vitamin C, B1, B2, Folsäure sowie Beta-Carotin als Vorstufe von Vitamin A und unterstützen damit zahlreiche Stoffwechselprozesse im Körper.

 

Fakt 7: Frisches Früchtchen: die Tomate eine Beere? 

Die kleinen Kerne in den Paradeisern sind Samen. Daraus können neue Tomatenpflanzen heranwachsen. Aus deren befruchteten Blüten entstehen die Tomaten. Das ist typisch für Früchte. Botanisch gesehen ist die Tomate nämlich eine Beerenfrucht. 

Fakt 8: Es gibt weltweit mehr als 10.000 Tomatensorten 

Wusstest du, dass es laut Expertinnen und Experten über 10.000 Paradeisersorten gibt? Diese enorme Vielfalt an Sorten zeigt, wie anpassungsfähig und beliebt die Tomate ist. Laut Branchenschätzung werden im Lebensmitteleinzelhandel in Österreich über 100 verschiedene Sorten verkauft. Auch bei den Wuchsformen gibt es verschiedenste Typen – am beliebtesten sind etwa Romatomaten, Strauchtomaten (Rispentomaten), Cherrytomaten oder große Fleischtomaten. Der Anbau richtet sich vor allem nach Verwendung und Abnehmer: Während Rispentomaten häufiger im Einkaufswagen von Konsumentinnen und Konsumenten landen, werden Fleischtomaten bevorzugt in der Gastronomie eingesetzt.  

Tipp: Auf der Terrasse lassen sich auch besondere Sorten anbauen, die im Supermarkt kaum zu finden sind – ideal, um neue Aromen und Farben auszuprobieren. 

 

Fakt 9: Die Geschichte der Tomate: Vom Liebesapfel zur Alltagsfrucht 

Die Geschichte der Tomate beginnt in Mittel- und Südamerika, wo sie ursprünglich wild vorkam. Sie wurde erstmals in Mexiko kultiviert und von den Azteken „xītomatl“ genannt, die sie sowohl als Nahrungs- als auch als Heilpflanze nutzten. Im 16. Jahrhundert brachten die Spanier die Tomate nach Europa, vermutlich in ihrer gelben Form – daher der italienische Name pomodoro, „goldener Apfel“. 

In Europa galt die Tomate lange als Zierpflanze, da man sie wegen ihrer Zugehörigkeit zu den Nachtschattengewächsen und ihres intensiven Geruchs zu Recht für giftig hielt: Nur die Früchte sind essbar. Gleichzeitig schrieb man ihr heilende Eigenschaften zu, was sich in Bezeichnungen wie dem französischen „pomme d’amour“ oder dem deutschen „Tollapfel“ widerspiegelte. Erst später wurde sie zu einem festen Bestandteil der europäischen Küche.

 

Fakt 10: Hummeln helfen fleißig bei der Bestäubung von Paradeisern 

Paradeiser sind Selbstbestäuber und von Natur aus zwittrig: Das heißt, sie besitzen innerhalb einer Blüte sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane. Die Staubblätter liefern den Blütenstaub, der auf die Narbe gelangen muss, damit sich Früchte bilden können. Im Folientunnel werden ausschließlich Hummeln für die Bestäubung eingesetzt. Durch die Vibrationen ihrer Flugmuskeln, die sie bei der Nektarsuche erzeugen, lösen Hummeln den Pollen aus den Staublättern. Von Jänner, wenn die ersten Blüten der Tomatenpflanze erscheinen, bis Ende August werden sie wöchentlich zur Bestäubung ausgesetzt. Steigen die Temperaturen stark an, funktioniert die Bestäubung allerdings weniger zuverlässig. 

Tipp: Um den natürlichen Bestäubungsprozess durch den Wind zu imitieren, kannst du deine Tomatenpflanzen vorsichtig schütteln oder mit einem weichen Pinsel über die Blüten streichen. 

 

Woher die Idee der Hummelbestäubung stammt? Ende der 1980er-Jahre stellte der belgische Tierarzt Roland De Jonghe erstmals Hummelkisten in ein Gewächshaus – mit großem Erfolg. Daraus entstand später das Unternehmen Biobest, das bis heute Hummelvölker für den Einsatz im Gewächshaus vertreibt. 

 

Du willst mehr zum beliebtesten Fruchtgemüse der Österreicherinnen und Österreicher wissen? Dann schau vorbei bei unserer Tomaten-Recherche

Unsere Quellen für diesen Artikel:

  • Öffentliches Gesundheitsportal Österreich (gesundheit.gv.at: Paradeiser; Zugriff: 10.07.2026)
  • Statistik Austria (statistik.at, STATCUBE: Versorgungsbilanzen Zugriff: 10.08.2026)
  • Öffentliches Gesundheitsportal Österreich (gesundheit.gv.at: Paradeiser; Zugriff: 10.07.2026)
  • Die Umweltberatung (2021): Obst und Gemüse richtig lagern
  • Elmadfa et al. (2025): Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle
  • Öffentliches Gesundheitsportal Österreich (gesundheit.gv.at: Paradeiser; Zugriff: 10.07.2026)

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