Mehr Klarheit im Honigregal: Neue Herkunftsregeln erklärt

22.05.2026 / Lebensraum & Nachhaltigkeit

Deine Einkaufsliste ist fast abgearbeitet, nur ein Lebensmittel fehlt noch im Einkaufswagerl: österreichischer Honig. Doch zwischen den vielen goldglänzenden Gläsern im Regal ist es gar nicht so leicht, den Überblick zu behalten. Welcher Honig stammt tatsächlich aus heimischer Produktion – und bei welchen handelt es sich um eine Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern? 


Kein Wunder also, dass die Herkunftskennzeichnung immer stärker in den Fokus rückt. Gerade beim Honig wünschen sich viele Menschen heute mehr Transparenz über Herkunft, Qualität und Verarbeitung. Die Erweiterung der Honigverordnung im Rahmen der EU-Frühstücksrichtlinie soll nun für mehr Vertrauen, Klarheit und Sicherheit sorgen, wenn es um regionale Produkte, Transportwege und heimische Imkereien geht. Damit stärkt die Novelle nicht nur einen bewussten, nachhaltigen Konsum, sondern sorgt zugleich für faire Bedingungen am Markt.


Gut zu wissen: Ein wesentlicher Auslöser für die Anpassung der bisherigen Vorgaben war unter anderem eine Untersuchung der EU Kommission. Bei dieser stichprobenartigen Kontrolle zeigte sich, dass 147 von 320 geprüften Honigproben verfälscht waren – überwiegend Produkte aus Nicht EU Ländern. Fast 40 Prozent der EU-Honigimporte stammen heute aus China, wobei viele dieser Lieferungen mit Zuckersirup aus Reis, Weizen oder Zuckerrüben gestreckt waren. Geht man nach relativen Zahlen, liegt die Türkei bei den auffälligen Proben bei der Kontrolle an erster Stelle. 

Honigetiketten mit wenig Ausssagekraft – bis jetzt

Ein zentrales Problem der bisherigen Herkunftskennzeichnung lag darin, dass Sammelangaben oft wenig Transparenz boten. Begriffe wie „Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ sagen nicht, aus welchen konkreten Staaten der Honig stammt oder in welchem Verhältnis die Herkunftsländer beteiligt sind. Dadurch fiel es schwer, regionale Produkte eindeutig zu erkennen oder die Qualität einzuschätzen. Besonders für Produzentinnen und Produzenten von Honig aus Österreich bedeutet das einen deutlichen Wettbewerbsnachteil, da hochwertiger regionaler Honig oft neben günstigen Importmischungen steht, obwohl sich Herkunft und Produktionsbedingungen stark unterscheiden können.

Checkliste für deinen Honigkauf

Du möchtest hochwertigen Honig aus Österreich kaufen? Dann solltest du beim Einkauf folgende Punkte beachten:

  •    Auf österreichische Herkunft achten: „Österreich“ sollte klar als Ursprungsland angegeben sein. 
  •    Etikett lesen: Pflichtangaben wie Herkunft, Mindesthaltbarkeitsdatum, Nettofüllmenge, Haltbarkeit und Lagerhinweise müssen gut lesbar sein.
  •    Mischungen vergleichen: Prozentangaben zeigen künftig die Herkunftsanteile genauer.
  •    Bio-Kennzeichnung prüfen: EU-Bio-Logo und Kontrollnummer sollten bei Bio-Honig vorhanden sein.

Neue EU-Regeln zur Herkunftskennzeichnung

Die Kennzeichnung von Honig ist gesetzlich klar geregelt. Und das seit 2004: Auf jedem Honigglas müssen unter anderem die Bezeichnung des Lebensmittels, die Nettofüllmenge, das Mindesthaltbarkeitsdatum, Lagerbedingungen sowie die Herkunft angegeben werden.  Damals eben weniger genau: Doch mit der Honigverordnungs-Novelle 2026 werden die bisherigen Vorschriften nun deutlich verschärft. Künftig reicht bei Honigmischungen die allgemeine Angabe „Mischung von Honig aus EU und Nicht-EU-Ländern“ nicht mehr aus. Stattdessen müssen alle Ursprungsländer angeführt werden – und zwar in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils inklusive Prozentangaben. Für die angegebenen Herkunftsanteile gilt eine Toleranz von ± 5 Prozent. 

Außerdem bleibt die Angabe des Ursprungslands verpflichtend. Für kleine Verpackungen unter 30 Gramm dürfen künftig ISO-Ländercodes verwendet werden. 


Die neuen Bestimmungen treten mit 14. Juni 2026 in Kraft. Alle davor gekennzeichneten Produkte dürfen zwar noch bis zum Abverkauf im Handel bleiben, neue Etiketten müssen jedoch den verschärften Vorgaben entsprechen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das künftig deutlich mehr Transparenz, Wissen und Entscheidungskraft beim Honigkauf. 

Das könnte dich auch interessieren

Lebensmitteleinkauf | © Land schafft Leben
Konsumerhebung: So viel geben wir für Lebensmittel aus
Mehr erfahren
Einkaufswagen mit verschiedenen Lebensmitteln | © Land schafft Leben
Was sind uns unsere Lebensmittel wert?
Mehr erfahren
Für die Herstellung von Erdbeerkonfitüre, Gelee oder Marmelade werden werden in einem weißen Topf Erdbeeren mit Gelierzucker überstreut. | © Freepik
Gelierzucker-Guide für die perfekte Marmelade
Mehr erfahren
Beereneis-Rezept – Schritt-für-Schritt-Anleitung
Mehr erfahren