Unser Essen. Unsere Herkunft. Unsere Zukunft.
27.03.2026 / Essen & bewusster Konsum
Sternen-Regen am Dachstein. Der weltbekannte Restaurantführer „Guide MICHELIN“ zeichnete wieder herausragende österreichische Gastronomiebetriebe aus. Grund zur Freude: Gemessen an der Anzahl der MICHELIN-Sterne im Verhältnis zur Bevölkerungszahl liegt Österreich nun im internationalen Ranking auf Platz drei! Zu diesem Anlass veranstaltete Land schafft Leben ein Live-Podcast-Event im Schladminger Bauernladen Heimatgold. Dabei wurde klar: Der österreichischen Gastronomie steht Großes bevor – es gibt aber noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen …
Wie viel Heimat liegt auf unseren Tellern und wie sichern wir Qualität auch in Zukunft? Wie wollen wir morgen essen – und was braucht es dafür heute? In einem Live-Podcast-Event sprach Host Hannes Royer mit Großhändler-Insider Manuel Hofer (Transgourmet) und Gastronomie-Obmann der Wirtschaftskammer Alois Rainer über Herkunft, Verantwortung und Perspektiven unserer Lebensmittel.
Unser Essen: Sterne für Österreichs Gastronomie
Du hast sie bestimmt schon einmal gesehen: eine rote MICHELIN-Tafel an den Außenwänden von Restaurants. Aber was bedeutet das eigentlich? Podcast-Gast Alois Rainer bezeichnet den Guide MICHELIN als „Gourmet-Bibel Nummer eins“. Und das trifft es auf den Punkt: Der Guide MICHELIN ist der bekannteste Restaurant- und Hotelführer der Welt. Er zeichnet unter anderem herausragende Restaurants mit Sternen aus – seit letztem Jahr auch wieder in ganz Österreich. Grandios, denn die Sterne-Auszeichnungen heben Österreich als Kulinarik-Destination auf die internationale Bühne.
Unsere Herkunft: Gemeinsame Verantwortung für Lebensmittel
Das hat Auswirkungen, die weit über den Tellerrand hinausgehen: auf Lebensraum, Lebensmittelproduktion und Tourismus. Die Landschaft ist nämlich der Hauptgrund, warum Menschen in Österreich Urlaub machen. Ohne die Arbeit von Bäuerinnen und Bauern fehlt eine wichtige Grundlage für unsere Kulturlandschaft, den Tourismus und letztendlich für die Gastronomie. Während Österreichs Gastronomie im Rampenlicht steht, bleiben aber Regionalität am Teller und Transparenz auf der Speisekarte oft auf der Strecke.
Dadurch, dass in der Gastronomie die Herkunft von Lebensmitteln nicht angegeben werden muss, wissen die Gäste meist nicht, woher ihr Essen kommt und unter welchen Bedingungen die Zutaten erzeugt wurden. Podcast-Host Hannes Royer betont:
„Unsere Bäuerinnen und Bauern produzieren hochwertige Lebensmittel. Während sie unsere Kulturlandschaft pflegen, setzt die Gastronomie leider oft auf ausländische Ware. Obwohl es genug aus Österreich gäbe.“
Die Gastronomie nimmt also eine Schlüsselrolle ein: Sie entscheidet täglich, welche Produkte auf den Tellern der Gäste landen. Alois Rainer sieht die Verantwortung bei allen Beteiligten:
„Es liegt an uns, dass wir einander unterstützen und das Beste füreinander herausholen. Regionale Versorgung funktioniert nur, wenn Landwirtschaft, Produzenten, Handel und Gastronomie enger zusammenarbeiten.“
Manuel Hofer berichtet aus dem Gastro-Großhandel: „Viele Kunden greifen zur günstigen Importware. Die Absatzzahlen zeigen deutlich: Das Preiseinstiegssegment wächst aktuell am stärksten. In Summe ist allerdings das Österreichsortiment immer noch das größte. Gleichzeitig steigt auch Bio mit einem Zuwachs von mehr als 20 Prozent.“ Wenn Gastronomen Ware aus Österreich wollen, dann sei diese auch verfügbar.
Unsere Zukunft: Mehr Österreich am Teller?
Mittlerweile setzen manche Gastronomiebetriebe in Österreich auf Transparenz und geben die Herkunft ihrer Lebensmittel freiwillig an. Die Betonung liegt auf „freiwillig“ – dementsprechend ist die „anonyme Speisekarte“ noch deutlich geläufiger als die „transparente“. Alois Rainer und Manuel Hofer sprechen sich dafür aus, die freiwillige Herkunftskennzeichnung weiter voranzutreiben, anstatt sie gesetzlich zu verankern, um hohe bürokratische Auflagen zu vermeiden. Für Hannes Royer ist allerdings klar:
„Österreich hat alles, was es braucht: einzigartige Kulturlandschaft, hochwertige Lebensmittel, starke touristische Nachfrage und spielt kulinarisch in einer Top-Liga. Das müssen wir nutzen. Ohne verpflichtende Herkunftskennzeichnung gelingt es nicht.“
Du konntest beim Live-Podcast nicht dabei sein? Kein Problem, du kannst ihn zum Beispiel auf Spotify nachhören oder ihn hier anschauen: