Empfänger: Osterhase – Absender: unbekannt

31.03.2021

Ostern ist Eierzeit. Während frische Eier in Österreichs Supermärkten ausschließlich aus Bio-, Freiland- oder Bodenhaltung kommen, kann sich hinter der bunten Schale gekochter und gefärbter Ostereier ein importiertes Ei aus Käfighaltung verstecken. Diese müssen nämlich nicht gekennzeichnet werden. Der Verein Land schafft Leben gibt eine Orientierungshilfe für den österlichen Eierkauf.

Fast zehn Eier werden in Österreich während der Osterfeiertage pro Kopf verspeist. Was viele dabei nicht wissen: Bunte Ostereier zählen zu den verarbeiteten Produkten, da das Kochen als Verarbeitungsschritt gilt. Das ändert zwar nichts am Ei selbst, macht aber einen erheblichen Unterschied bei dessen Kennzeichnung: Weder die Haltungsform der Hennen noch das Herkunftsland oder der Erzeugerbetrieb müssen auf der Verpackung bereits gekochter und gefärbter Ostereier angegeben werden. Für Maria Fanninger vom Verein Land schafft Leben eine widersinnige Regelung: „Nur, weil das Ei gekocht ist, ist mir nicht plötzlich egal, woher es kommt und wie die Henne gehalten wurde.“

Über 90 Prozent der Hühner leben in Käfigen

Was bedeutet das für den Konsumenten, die Konsumentin? Wer zu fertig gekochten und gefärbten Ostereiern greift, deren Herkunft nicht deklariert ist, dem kann es durchaus passieren, dass hinter der bunten Schale ein importiertes Ei aus Käfighaltung steckt. Denn anders als in Österreich, wo jegliche Art der Käfighaltung seit 2020 verboten ist, leben weit über 90 Prozent der Hühner weltweit sehr wohl noch in Käfigen.

Beim Einkauf für die Osterjause einen genauen Blick auf das Etikett zu werfen, zahlt sich also aus. Dies kann sich jedoch als schwieriges Unterfangen herausstellen. Die Angabe „Hergestellt in Österreich“ etwa bedeutet nicht automatisch, dass es sich um ein österreichisches Ei handelt. Sie ist auch dann zulässig, wenn das Ei in Österreich gekocht, gefärbt oder einfach nur abgepackt wurde. Auch eine rot-weiß-rote Flagge auf der Verpackung ist kein Garant dafür, dass das Ei in Österreich gelegt wurde. Maria Fanninger fordert mehr Klarheit bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln: „Ich kann von den Konsumentinnen und Konsumenten nicht verlangen, dass sie über all diese Dinge Bescheid wissen. Klarheit ist das, was die Menschen möchten. Dinge wie die Herkunft des Lebensmittels und die Haltungsbedingungen des Tieres müssen klar ersichtlich und einfach erfassbar sein.“

„Hergestellt in Österreich“?

Worauf kann man sich beim Eierkauf also verlassen? Eine Orientierungshilfe ist das AMA-Gütesiegel. Es garantiert, dass die Eier auf einem heimischen Bauernhof gelegt wurden – und zwar auch dann, wenn die Herkunft des Eis nicht gesondert auf dem Etikett deklariert wird.

 

Carmen Brüggler, Kommunikation
Land schafft Leben
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