Podcast-Sommerspecial mit Verteidigungsministerin Tanner: Heimische Lebensmittelproduktion ist Krisenvorsorge

21.08.2026

Wie sicher ist Österreich mit Lebensmitteln versorgt, wenn Lieferketten ins Stocken geraten? Verteidigungsministerin Klaudia Tanner spricht im Land-schafft-Leben-Podcast mit Host Hannes Royer über den Erhalt der heimischen Landwirtschaft als Teil der Krisenvorsorge. Das Bundesheer geht als größter öffentlicher Essensbeschaffer mit gutem Beispiel voran: Zwischen 80 und 90 Prozent der Lebensmittel werden aus Österreich bezogen.

Die Corona-Pandemie, Naturkatastrophen, Putins Angriffskrieg auf die Ukraine oder der Nahostkonflikt haben gezeigt, wie schnell internationale Lieferwege unter Druck geraten können. Was lange selbstverständlich schien, ist damit wieder stärker ins Bewusstsein gerückt: Ein Land muss sich auch in Krisenzeiten mit grundlegenden Gütern versorgen können. In einer Sommerspecial-Episode des Podcasts „Wer nichts weiß, muss alles essen“ betont Bundesministerin für Landesverteidigung Klaudia Tanner, dass hier keinesfalls die Lebensmittelversorgung vergessen werden darf: „Wir stehen einigen globalen Herausforderungen gegenüber und müssen daher eines machen: nicht Angst verbreiten, sondern uns vorbereiten. Zur Sicherheit eines Landes gehört nicht nur militärische Sicherheit, auch die Lebensmittelversorgung ist ein zentrales Thema.“

Heimische Landwirtschaft als Teil der Krisenvorsorge

Für Hannes Royer, Gründer von Land schafft Leben und Bio-Bergbauer, ist klar: Versorgungssicherheit bedeutet, nicht erst im Krisenfall ausreichend Lebensmittel zur Verfügung zu haben. Sie beginnt lange davor: mit einer Landwirtschaft, die wirtschaftlich bestehen kann, und mit Beschaffungsstrukturen, deren Fokus auf heimischen Lebensmitteln liegt. „Natürlich können wir Lebensmittel billig aus dem Ausland beziehen. Aber dann muss uns bewusst sein, dass immer mehr heimische Bauernhöfe zusperren müssen. Wir verlieren Produktionskapazitäten, die sich nicht von heute auf morgen wieder aufbauen lassen. In Krisensituationen kann das zum Problem werden, denn dann ist es wesentlich schwieriger, Lebensmittel aus dem Ausland zu beschaffen“, so Royer.

Bundesheer als Vorbild für regionale Lebensmittelbeschaffung

Öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser oder Universitäten können mit ihren Einkaufsentscheidungen dazu beitragen, die heimische Lebensmittelproduktion zu erhalten. Das österreichische Bundesheer ist hier bereits auf einem guten Weg: Mit rund sieben Millionen ausgegebenen Essensportionen im Jahr ist es laut Tanner der größte öffentliche Essensbeschaffer des Landes. Durchschnittlich 80 bis 90 Prozent der Lebensmittel, die in den Kasernen auf den Tellern landen, kommen aus Österreich. Diesen Weg will die Verteidigungsministerin weiterverfolgen und den Grad der regionalen Produkte noch weiter anheben. „Ziel ist es, so viel wie möglich an österreichischen Produkten einzukaufen und so gewissermaßen unabhängig zu sein“, erklärt Klaudia Tanner.

Hannes Royer sieht das Bundesheer damit in einer Vorreiterrolle und appelliert an den Staat, mehr Verantwortung zu nehmen: „Wenn der Staat hohe Standards für die heimische Landwirtschaft vorgibt, sollte er auch in Österreich einkaufen und nicht im Ausland. Es ist paradox, strenge Vorgaben zu machen und gleichzeitig aber dort einzukaufen, wo es am billigsten ist.“

Die Podcast-Episode mit Klaudia Tanner steht auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenfrei zur Verfügung.

 

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