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Sitzen Landwirtschaft und Tourismus im selben Boot?

Der Tourismus in Österreich profitiert erheblich von der heimischen Landwirtschaft. Dasselbe gilt aber auch umgekehrt. Und trotzdem: Durch mehr „Österreich am Teller“ in Gastronomie und Hotellerie ließe sich die Symbiose zwischen Landwirtschaft und Tourismus weiter stärken. 

Vieles spricht dafür, dass die Landwirtschaft und der Tourismus in Österreich voneinander abhängen und profitieren. So wären etwa viele Formen des Tourismus nicht oder nur in stark abgewandelter Form möglich, gäbe es nicht die von der Landwirtschaft gepflegte Kulturlandschaft. Wandern – für Menschen mit dem unterschiedlichsten Fitness-Level – Mountainbiken, Skifahren und vieles mehr hängt von der leichten Zugänglichkeit der Landschaft und seiner Infrastruktur ab und wäre in einer reinen Naturlandschaft, sprich in einer Wildnis, kaum möglich. Der ästhetische Reiz beziehungsweise die Schönheit der Landschaft sowie die Aktivitäten, die sie ermöglicht, ist für viele der Besucherinnen und Besucher Österreichs der wichtigste Grund für die Wahl ihres Reiseziels. Was genau die Schönheit einer Landschaft wissenschaftlich betrachtet ausmacht, erfährst du hier.  

© Land schafft Leben 2025

Umgekehrt stellt der Tourismus für viele in der Landwirtschaft beschäftigte Menschen eine zusätzliche Einkommensquelle dar, direkt oder indirekt. Gäbe es diese nicht, wäre das wirtschaftliche Überleben vieler Bauernhöfe zusätzlich erschwert. 

Der Frage, ob Tourismus in Österreich ohne Landwirtschaft funktionieren könne, entgegnet Almexperte Peter Fuchs: „Die Frage kann man natürlich auch umdrehen: Geht Landwirtschaft ohne Tourismus?“ Der Tiroler kennt die Berglandwirtschaft seit Kindesbeinen. Für ihn ist klar, dass die hergestellten Lebensmittel allein keine ausreichende Basis sein können. „Wir produzieren hier am Berg mit viel Liebe und noch größerem Aufwand. Mit unseren Produktionskosten sind wir am Weltmarkt chancenlos. Somit ist klar, dass es zusätzliche Geldflüsse geben muss, wenn diese benachteiligten Regionen weiterhin bewirtschaftet werden sollen.“ Der erste Adressat sei dabei selbstverständlich die Tourismuswirtschaft, neben der öffentlichen Hand. 

Aus Peter Fuchs' Sicht sind die Zahlungen im Rahmen der EU-Agrarpolitik ohnehin nur vordergründig als reine Unterstützung der Landwirtschaft zu verstehen. „Der Grund, warum Brüssel nach wie vor so viel Geld auch auf die Almen transferiert, ist nicht, weil wir da oben ein paar Liter Milch machen und fünf Kilo Fleisch produzieren, sondern weil die Menschen aus dem Ruhrpott und anderswo hier bei uns spazierengehen wollen. Schlicht und ergreifend. Und das sollen sie auch dürfen, wohlgemerkt.“ 

Demnach ist der Erhalt der Berglandwirtschaft samt ihrer Almen gleichbedeutend mit der Förderung des Tourismus, oder anders gesagt: mit dem Erhalt von Erholungsmöglichkeiten für breite Bevölkerungsschichten. 

Eine weitere Möglichkeit zur Stärkung der kleinstrukturierten heimischen Landwirtschaft sehen Fachleute in einer engeren Verzahnung mit dem Tourismus auf der Ebene der Lebensmittel. Das bedeutet, dass Besucherinnen und Besucher nicht nur von der ästhetisch reizvollen Landschaft Österreichs angezogen, sondern im Restaurant auch die Lebensmittel genießen können sollen, die in dieser Landschaft hergestellt werden. Vereinfacht gesagt könnten durch eine solche Stärkung der heimischen Landwirtschaft auch Erhalt und Pflege der Kulturlandschaft und damit wiederum die Grundlage des Tourismus gesichert werden. 

Neue Kulinarik-Strategie der Österreich-Werbung 

Dazu passend hat die Österreich-Werbung im Jahr 2024 gemeinsam mit den Tourismus- Marketing-Gesellschaften der Länder, Gastronominnen und Gastronomen sowie weiteren Organisationen eine neue Kulinarik-Strategie ins Leben gerufen. Kern der Strategie ist das Ziel, Österreich als „eine führende Kulinarik-Destination Europas“ zu etablieren. Ein neues Motto, im Fachjargon als „Claim“ bezeichnet, soll diese Strategie begleiten. Der Claim „eatAUT“ („iss Österreich“) wird demnach für unterschiedlichste Aktivitäten genutzt und nicht zuletzt in Social-Media-Kanälen in Erscheinung treten. 

Auf der Webseite der Österreich-Werbung heißt es dazu: „‚eatAUT‘ bringt Österreichs Kulinarik auf den Punkt: regionale Produkte, authentische Originale und das einzigartige Lebensgefühl des gemeinsamen Genießens. Der Claim lädt ein, Österreich mit allen Sinnen zu erleben – ob durch den Geschmack unserer Landschaften oder die Geselligkeit beim Essen.“78 

Inwieweit sich dieses Ziel umsetzen lässt, werden die kommenden Jahre zeigen. 

Wie profitiert der Tourismus von der Landwirtschaft? 

Bäuerinnen und Bauern pflegen und erhalten die unterschiedlichen Kulturlandschaften Österreichs. Dies geschieht gewissermaßen als Nebeneffekt der Lebensmittelproduktion. Der Erhalt der Kulturlandschaft verhindert umgekehrt, dass der größte Teil des Landes verwaldet. Gerade im Alpenraum würden sich ohne die Pflege durch den Menschen wieder jene dichte und teils finstere Wälder ausbreiten, die einst sein Aussehen prägten. 

Ohne Landwirtschaft würde der allergrößte Teil Österreichs ganz anders aussehen. Es gäbe keine Wachau mit ihren Wein- und Marillengärten, keine Südoststeiermark, kein Waldviertel und kein Burgendland mit ihren jeweils typischen Kulturlandschaften, regionalen Spezialitäten und einzigartigen Bräuchen. Mit am eindrücklichsten zeigen sich die Zusammenhänge im Alpenraum. 

Wie profitiert der Tourismus von der Berglandwirtschaft und den Almen? 

Almen sind ein wichtiger und prägender Teil Österreichs und speziell der Kulturlandschaft im Alpenraum. Und das liegt nicht allein daran, dass sie, ihre Waldflächen einbezogen, rund elf Prozent der gesamten Staatsfläche ausmachen. Almen gelten auch in hohem Maß als sinn- und identitätsstiftend, sie verkörpern Österreich und machen aus einer Landschaft eine schöne Landschaft. 

Almen gehören zu den halboffenen Landschaften, in denen sich freie Grünlandflächen mit verschiedenen Formen von Gehölzbewuchs abwechseln. Solche halboffenen und abwechslungsreichen Kulturlandschaften werden von Besucherinnen und Besuchern in wissenschaftlichen Befragungen stets besonders positiv bewertetet. Letztlich „erinnern“ Almen den Urmenschen in uns an seine Ursprünge in der afrikanischen Savanne. Dort konnte ihm ein Mix aus unterschiedlich dicht bewachsenen Bereichen am ehesten Orientierung, Nahrung, Schutz und Deckung zugleich gewähren. 

Warum sind Almen perfekt zum Wandern? 

Almen haben in der Geschichte des Tourismus eine Schlüsselrolle gespielt. Typische Alm- Elemente wie die Almhütte oder grasende Weidetiere wurden von Beginn an häufig im Kontrast zur darüber oder dahinter liegenden schroffen, wilden Bergwelt gezeigt. Solche Bilder vereinen das menschliche Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit einerseits und nach Abenteuer und wilder Natur andererseits. Almen werden als der eher sanfte Teil der Bergwelt wahrgenommen, der sich vergleichsweise bequem zu Fuß, auf dem Mountainbike oder auf Skiern erkunden und erleben lässt. Ebenso stellen Almen oft eine wichtige Zwischenstation auf dem Weg in die höher gelegenen, schrofferen und wilderen Felslandschaften dar. Österreichs Landschaften sind der wichtigste Grund, warum Menschen ihren Urlaub in Österreich verbringen. 

Speziell auf Almen wird auch das Höhenklima, die Bewegung an sauberer Luft, die Sonneneinstrahlung sowie die Ruhe als erholsam empfunden und beworben. Zudem sind Almen Produktionsort regionaler Lebensmittel. Im Fall von kulinarisch bewirtschafteten Almen können sie zugleich jener Ort sein, an dem regionale Lebensmittel in Form von Spezialitäten-Gerichten konsumiert werden. Regionale Gerichte und kulinarische Spezialitäten werden von Touristinnen und Touristen besonders geschätzt. Wahr ist aber auch, dass ein Teil des kulinarischen Angebots eine Herkunft oder Entstehung im Berg- und Alm- gebiet lediglich suggeriert. Auf diese Weise vereinnahmen einige Gastronominnen und Gastronomen das gute Image von Österreichs Berg- und Almlandschaften zur Bewerbung von kulinarischen Angeboten, deren Ursprung nicht nur nicht in den Bergen, sondern häufig sogar außerhalb Österreichs liegt. Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel in der Gastronomie könnte diesbezüglich durchgehende Transparenz und bewusste Konsumentscheidungen fördern. 

Was der Begriff „Natur“ verschleiert 

Unabhängig davon gilt: Almen machen also einen erheblichen Teil der touristischen Attraktivität Österreichs aus. Tourismusforscherin Theresa Mitterer-Leitner vom Management- Center Innsbruck (MCI) bringt die Bedeutung der Almen auf den Punkt: „Gerade die Berglandwirtschaft mit ihren dazugehörigen Almen formt eine anziehende Kulturlandschaft, die seit 150 Jahren für Sport und Erholung genutzt wird, von Gästen genauso wie von Einheimischen.“ 

Die Bezeichnung „Kulturlandschaft“ stellt dabei eine Art Knackpunkt dar. Sie gibt wieder, dass das Aussehen der als typisch österreichisch wahrgenommenen Landschaften wesentlich vom Menschen abhängt, vor allem von Bäuerinnen und Bauern. Dabei fallen der Landwirtschaft zwei wesentliche Rollen zu, eine historische und eine gegenwärtige: Historisch gesehen hat die Landwirtschaft die Almen als Kulturlandschaften erschaffen – durch die Rodung und damit grundlegende Umgestaltung der natürlich vorgefundenen Urwälder. In der Gegenwart sorgt sie mit ihren Nutztieren und der traditionellen Bewirtschaftung der Almflächen dafür, dass sie als solche bewahrt bleiben. Wo sich die Viehwirtschaft zurückzieht, setzt automatisch die allmähliche Rückumwandlung offener Almflächen in Waldgebiete ein. 

Auch der Wald wird in Österreich bis auf wenige Ausnahmen bewirtschaftet, auch außerhalb der zu den Almen gehörenden Wälder. Menschen entscheiden also etwa darüber, welche Baumarten angepflanzt werden, beziehungsweise vorherrschen sollen oder welches Alter sie erreichen, bevor sie zur Holzgewinnung geerntet werden. Auch der Wald erfährt somit regelmäßige Eingriffe, wie sie in einer Naturlandschaft nicht vorkommen. Das dafür erforderliche Wegenetz macht den Wald als Nebeneffekt auch zugänglich für Besucherinnen und Besucher. Durch die Holzernte oder die Beseitigung von Sturmschäden bleiben zudem für viele Jahre lichtere Stellen und Aussichtspunkte, die die touristische Attraktivität des Waldes er- höhen. Ausgedehnte Urwälder, wie sie einst das Land prägten, wären für die an Zivilisation und Infrastruktur gewöhnten Menschen des 21. Jahrhunderts nur unter großer Anstrengung erlebbar. Österreichs heutige Wälder sind dagegen ein wichtiger Teil der Kulturlandschaft. Aber auch sie wären ohne das Zusammenspiel mit Almen und anderen offenen Flächen ästhetisch deutlich weniger anziehend. 

Weil der Begriff Kulturlandschaft allerdings weniger werbewirksam als der Naturbegriff ist, werden Kulturlandschaften häufig mit Prädikaten wie „unberührte Natur“, „natürliche Idylle“, 

„Naturparadies“ und ähnlichem beworben. Wobei auch die Landwirtschaft selbst oder die Lebensmittelwirtschaft nicht selten mit dem Naturbegriff werben. Droht dadurch nicht die Gefahr, die zentrale Funktion der Landwirtschaft beim Erhalt der Kulturlandschaft zu verschleiern? „Das würde ich nicht so sehen. Sowohl in der Landwirtschaft als auch im Tourismus werden oft beide Begriffe gemeinsam verwendet“, entgegnet Leo Bauernberger. Der Geschäftsführer der „SalzburgerLand Tourismus GmbH“ betont gleichzeitig die „Erfolgsgemeinschaft“, die Landwirtschaft und Tourismus aus seiner Sicht gemeinsam bilden. 

„Wenn wir im Ausland auf Messen für das Land Salzburg als Reiseziel werben, dann ist immer jemand aus dem Bereich Gastronomie oder Landwirtschaft dabei. Und wir transportieren das immer mit, dass hinter dem Erscheinungsbild unserer Kulturlandschaft ein enormer Aufwand steckt.“ Auch die Begegnungen zwischen Gästen und Menschen aus der Landwirtschaft, etwa direkt auf den Almen, böten Gelegenheiten, die Zusammenhänge zwischen Lebensmittelproduktion und Landschaftsbild zu vermitteln. 

Warum sind (Alm-)weiden perfekte Skipisten? 

Im Sommer beweidete Hänge stellen im Winter eine besonders geeignete Grundlage für Skipisten dar. Das liegt an mehreren Gründen. Erstens verhindert die Beweidung die Verbuschung der Flächen. Weil kurzes Gras viel schneller unter Schnee verschwindet als langes Gras oder Gehölze, lässt sich schon mit einer vergleichsweise geringen Schneemenge eine gute Piste präparieren. Vor allem, wenn wenig Schnee vom Himmel fällt und mehr Kunstschnee erzeugt werden muss, macht sich das bemerkbar. Schneekanonen benötigen Wasser und Strom, ihr Betrieb erfordert logistischen Aufwand. Wenn eine Piste mit weniger Kunstschnee auskommt, kann sie, verglichen mit größeren erforderlichen Schneemengen, umweltfreundlicher und kostengünstiger hergestellt und erhalten werden. 

Der zweite Grund, warum Weiden eine ideale Grundlage für Skipisten darstellen, liegt in ihrer Oberflächenbeschaffenheit. Kurze, aufrecht und stabil stehende Grashalme oder Grasstoppeln ergeben eine raue Oberfläche. Sie ist die Hinterlassenschaft regelmäßiger Mahd zur Futtergewinnung oder einer gut gemanagten Beweidung mit nicht zu wenigen und nicht zu vielen Tieren. Fällt auf diese raue Oberfläche Schnee, dann ragen die Grashalme in die entstehende Schneedecke hinein und verzahnen sie über ihre Wurzeln mit dem Untergrund. 

Auch die für Almweiden typischen, parallel zum Hang verlaufenden Trittspuren, auch als Viehgangeln bezeichnet, erhöhen laut einer schweizerischen Übersichtsstudie die Oberflächenrauigkeit und vermindern dadurch das Schneegleiten deutlich.79

Was passiert ohne Mahd oder Beweidung? Auf stillgelegten Grünlandflächen und aufgelassenen Almweiden wächst das Gras zu langen Halmen, Gehölze kommen auf. Diese Art des Bewuchses neigt sich unter der Last einer wachsenden Schneedecke zu Boden. Dadurch entsteht eine eher glatte, rutschige Oberfläche, auf der sich die Schneedecke nicht gut halten kann. Die Herstellung einer stabilen Skipiste wird schwieriger. Auch das Risiko für Gleitschneelawinen erhöht sich dadurch. 

Dort, wo Skipisten im Sommer nicht als Nebeneffekt der Viehwirtschaft gepflegt werden, sorgen die touristischen Betriebe oftmals selbst für das Mähen oder Mulchen der Flächen. Dies geschieht routinemäßig etwa in Nordamerika oder Skandinavien unter entsprechendem Kostenaufwand. Aber auch in Österreich zeigt sich eine Tendenz in dieser Richtung. So wird in einer wissenschaftlichen Untersuchung im Auftrag der Schmittenhöhebahn-AG aus dem Jahr 2019 festgehalten: „Immer häufiger werden die Pistenflächen durch die Seilbahnen offengehalten. Dies gilt vor allem für kleinteilige Flächen ohne almwirtschaftliche Nutzung.“80 

In dieser Aussage spiegelt sich die Tatsache wider, dass die Almfutterfläche in Österreich seit Jahren rückläufig ist. Gleichzeitig wird der Löwenanteil der Pistenflächen nach wie vor im Sommer durch die Landwirtschaft genutzt. 

Was ist der Unterschied zwischen Mähen und Mulchen?

Mähen: einfaches Abschneiden der ganzen Grashalme in Bodennähe. Gemähtes Gras kann anschließend zur Verwertung als Futter abtransportiert werden. 

Mulchen: mehrfaches Zerschlagen/Kleinhäckseln der Grashalme zu kleinen Stücken. Das 

Gras verbleibt anschließend auf der Fläche und verrottet. 

Was passiert dort, wo sich die Landwirtschaft zurückzieht?

Dass sich die Landwirtschaft aus bestimmten Gebieten irgendwann wieder zurückzieht, ist kein neues Phänomen. Das zeigen die sogenannten „Wüstungen“ eindrucksvoll. Dabei handelt es sich um Siedlungen, die meist im Hochmittelalter (12./13. Jahrhundert) durch Waldrodung angelegt worden waren. Damals wuchs die Bevölkerung Mitteleuropas, wodurch die Menschen mehr Lebensraum für Ackerbau und Tierhaltung beanspruchten. Nachdem der „Schwarze Tod“ beziehungsweise der große Ausbruch der Pest um 1347/48 herum wahrscheinlich mehr als ein Drittel der europäischen Bevölkerung das Leben gekostet hatte, verringerte sich der gesamte Platzanspruch der überlebenden Menschen für lange Zeit. Viele tausend Siedlungen wurden wieder aufgegeben und versanken mitsamt ihren einstigen Äckern und Weiden erneut im Wald. Die einzige Wüstung, die innerhalb Österreichs bis heute vollständig ausgegraben wurde, ist die Ausgrabung Hard bei Thaya im Waldviertel.81

Heutzutage werden in Österreich zwar keine größeren Siedlungen mehr aufgegeben. Wohl aber landwirtschaftliche Flächen in Form von schwer zu bewirtschaftenden und vergleichsweise unproduktiven Grünlandflächen, allen voran im Bereich der Almen. Viele tausend Hektar österreichischer Almwiesen und -weiden sind in den vergangenen hundert Jahren wieder zu Wald geworden.

Eine ungebremste Entwicklung in dieser Richtung wäre weder in ökologischer Hinsicht wünschenswert noch in Sachen Tourismus. Umgekehrt bringen abwechslungsreiche Landschaften aus Wald und Offenland Vorteile in beiderlei Hinsicht, wie zuvor ausführlich erörtert wurde.

Häufig wird daher auch ein direkter Zusammenhang zwischen dem Rückzug der Landwirtschaft und einem unmittelbaren Niedergang des Tourismus angenommen. Gegenden wie die Region Piemont oder die Provinz Trient (beide Italien) und andere in Frankreich oder Slowenien werden als Beispiel angeführt. „Almfuchs“ Peter Fuchs sagt etwa: „Wo die Almwirtschaft aufhört zu existieren, setzt der Exodus ganzer Talschaften ein. Zuerst verlässt der Bauer in Form seiner Alm das Familien-Silber, einige Zeit später zieht der ganze Bauernhof nach. Und mit dem Bauernhof rinnt sozusagen die ganze Talschaft den Bach hinunter.“ Auf diese Weise würden ganze Seitentäler menschenleer werden.

Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass Tourismus dadurch in der ganzen Region unmöglich wird. Allerdings ändert sich der Charakter eines Ortes, wenn die Landwirtschaft zu sehr an den Rand gedrängt wird. „An manchen dieser Orte, nehmen wir etwa Val d‘Isère in den französischen Alpen, gaukelt uns der Wintertourismus ein blühendes Leben vor. Aber dahinter steckt nicht viel: im Sommer so gut wie keine Schafe, Kühe oder Bauern, kaum Kultur. Und weil dort die Beweidung vor langer Zeit aufgegeben wurde und Skipisten auf nicht nachhaltige Weise planiert wurden, kam es zu großflächiger Erosion. Dort wächst im Sommer nichts mehr. Wer möchte dort noch hinfahren zum Spazierengehen?“

Val d‘Isère hat knapp 1.600 Einwohner und ist geprägt von Hotels mit zusammen mehr als 1.200 Zimmern sowie großen, mehrstöckigen Appartementbauten mit annähernd 7.000 Wohnungen. Dabei beträgt die Zweitwohnsitzrate fast 90 Prozent.82 Ein hoher Anteil an Zweitwohnsitzen ist für Kritikerinnen und Kritiker des Tourismus Teil einer negativen Entwicklung, die sich unter anderem in überhöhten Immobilienpreisen und schwindendem „Dorfleben“ äußert. Solche Appartements werden meist nur wenige Wochen im Jahr bewohnt und stehen in der verbleibenden Zeit leer. Im Winter 2023/24 verfügte Val d‘Isère über 26.000 touristische Betten.

Zum Vergleich: Das ebenfalls touristisch geprägte Kitzbühel in Tirol hat rund 8.300 Einwohner und verfügt neben seinen Hotels über knapp 8.000 Wohnungen. Laut offizieller Statistik des Landes Tirol handelt es sich bei 16 Prozent davon um Zweitwohnsitze, auch wenn der reale Wert etwas höher liegen dürfte. Im Winter 2023/24 wurden hier etwa 5.300 Gästebetten bereitgehalten. Die Zahlen der Betten und Zweitwohnsitze stehen damit in einem sehr viel engeren Verhältnis zur Einwohnerzahl als in Val d‘Isère.

Für „Alpen-Papst“ Werner Bätzing dienen Verhältnisse wie in Val d‘Isère oder anderen Orten als Negativbeispiele für eine wenig wünschenswerte Zukunft der Alpen. „Das ursprüngliche Motiv für den Alpentourismus, nämlich das persönliche Eintauchen, Beobachten und Erleben des Kontrasts zwischen schroffer Bergwelt und der idyllisch wirkenden bäuerlichen Kulturlandschaft, ist heute vielerorts verlorengegangen“, sagt Bätzing. Zwar gebe es etwa mit den sogenannten Bergsteigerdörfern, den Natur- und Nationalparks oder Weitwanderwegen wie der Via Alpina erfreuliche alternative Angebote für tiefergehende Erlebnisse. Aber: „Dort, wo mit dem Massentourismus das große Geld gemacht wird, bewegen sich die Besucher nur noch in städtisch geprägten Freizeitparks und erleben ‚die Alpen‘ nicht mehr.“

Aus einer solchen Sichtweise bleibt eine intakte Landwirtschaft für echte, authentische Urlaubserlebnisse eine der Grundvoraussetzungen. Mehr dazu findest du auch hier.

Verschwinden der Landwirtschaft hätte weitreichende Konsequenzen

Neben Erosion wirkt auch die Verbuschung und Verwaldung nach Rückzug der Almwirtschaft negativ auf den Tourismus – jedenfalls indirekt, indem der ästhetische Reiz einer Landschaft gemindert wird. „Das Zuwachsen von Aussichtspunkten und die Homogenisierung des Landschaftsbildes durch die Ausbreitung von Wald mindern allgemein gesehen dessen ästhetischen Wert“, bestätigt auch Landschafts-Forscherin Uta Schirpke. Damit liegen potenziell negative Auswirkungen auf den Tourismus nahe. Gleichzeitig würde die Zunahme des Waldes von verschiedenen Menschen unterschiedlich bewertet. „Wenn beispielsweise jemand den Klimawandel im Hinterkopf hat, die Alpen vielleicht eher als Wildnis-Gebiet sehen möchte und gleichzeitig wenig Bezug zu Geschichte und Kultur einer Landschaft hat, dann wird der Wald natürlich besser bewertet.“

Fest steht, dass sich Tourismus und Landwirtschaft gegenseitig stark beeinflussen. Ohne Landwirtschaft gäbe es für den Tourismus in Österreich vollkommen andere, wahrscheinlich häufig sehr viel schlechtere Voraussetzungen. Umgekehrt gäbe es viele landwirtschaftliche Nebenerwerbsbetriebe ohne das Zusatzeinkommen aus dem Tourismus längst nicht mehr.

Werner Bätzing hält in seinem Buch fest: „Der Zusammenbruch der Landwirtschaft beinhaltet wegen der multifunktionalen Bedeutung der Kulturlandschaft viel mehr als das bloße Verschwinden einer einzelnen Wirtschaftsbranche: Indem damit zugleich die flächenhafte Kulturlandschaft verschwindet, geht der Charakter der Alpen als dezentral-flächenhaft geprägter menschlicher Lebensraum verloren, was weitreichende ökonomische, ökologische, ästhetische, infrastrukturelle und kulturelle Konsequenzen nach sich zieht.“83 An derselben Stelle gibt der Geograph Bäuerinnen und Bauern seine Vorstellung von der Zukunft mit auf den Weg: „Eine Zukunft kann die Landwirtschaft in den Alpen aber nur dann haben, wenn sie sich auf alpenspezifische Qualitätsprodukte in umwelt- und sozialverträglichen Produktionsformen konzentriert und nicht mehr für einen Mengenmarkt produziert.“

Wie profitiert die Landwirtschaft vom Tourismus?

Historisch betrachtet hat der Tourismus vielen Menschen in Österreich aus der Armut geholfen. Im Jahr 1869, dem Jahr der ersten modernen Volkszählung, waren beispielsweise in Tirol noch zwei Drittel oder 65,9 Prozent der Beschäftigten in der Landwirtschaft tätig.84 Dabei handelte es sich um eine sogenannte Subsistenzwirtschaft, in deren Rahmen der Großteil der zum Leben benötigten Lebensmittel und anderen landwirtschaftlichen Rohstoffe – etwa Wolle, Hanf oder Lein für Textilien – selbst angebaut beziehungsweise gewonnen wurde. Heute würde man wahrscheinlich von einer Autarkie sprechen. Für die allermeisten Menschen bedeutete dies allerdings, mehr oder weniger von Kindesbeinen an, harte körperliche Arbeit bei wenig Lohn.

Gleichzeitig war die vermeintliche Autarkie stets von großer Unsicherheit begleitet. Die Erträge der Ackerfrüchte waren wechselhaft und meist kärglich. Auch die Milchleistung einer Kuh war im Vergleich zu heute um ein Vielfaches geringer. Ein paar Tage schlechtes Wetter zum falschen Zeitpunkt und eine darauffolgende Missernte konnten leicht dafür sorgen, dass Menschen Hungerphasen zu durchleiden hatten. Selbst wenn eine andere Region Europas zur selben Zeit Überschüsse produziert hätte – was kaum der Fall war –, es hätte wenig genutzt. Vor Ausbau der Eisenbahn waren nämlich auch die Transportmöglichkeiten beschränkt und somit die Chancen, Missernten durch Handel auszugleichen.

Tirol, früher: bäuerliches Leben in Armut

„Die Landwirtschaft in Tirol und damit der Großteil der Bevölkerung war immer eher arm, die Getreideversorgung prekär. Die Selbstversorgung mit Lebensmitteln konnte nur unter größten Mühen erreicht werden“, stellt auch Markus Schermer fest. Der Professor für Agrarsoziologie an der Universität Innsbruck hat jahrzehntelang die gesellschaftliche Stellung der Landwirtschaft sowie Einflüsse des Tourismus erforscht.

Durch die geringen Erträge pro Hektar war man gezwungen, mehr Land zu bewirtschaften als heutzutage. Kartoffeln, Weizen oder Roggen wurden selbst in eigentlich dafür wenig geeigneten Höhenlagen und in steilem Gelände angebaut. Starker Regen konnte den ohnehin dünnen Oberboden regelmäßig talwärts reißen. „Es hat ja früher ein Sprichwort gegeben, wonach viele Tiroler Bauern ihren Acker schon einmal auf dem Rücken getragen hätten“, erinnert Markus Schermer. „Nachdem die Erde heruntergeschwemmt war, musste sie unter größten Mühen wieder hinaufgetragen werden.“

Ähnliches ist im Zusammenhang mit der Tierhaltung überliefert. So konnten etwa schlechte Heuernten gefolgt von langen, harten Wintern die Tiere an ihre Grenzen bringen. „Historischen Berichten zufolge war das Vieh zu Frühlingsbeginn oft so ausgehungert, dass es fast auf die Weiden getragen werden musste“, sagt Schermer. „Insgesamt war es für viele Menschen ein mühsames und karges Leben mit wirklich krassen Verhältnissen in Sachen Ernährung.“

Wie misslich die Lage vieler Menschen werden konnte, zeigt sinnbildlich auch das Phänomen der sogenannten „Schwabenkinder“ beziehungsweise der „Schwabengängerei“. Dabei geht es um die Kinder armer Bergbauernfamilien, die seit dem 17. Jahrhundert aus dem Alpenraum zu Fuß nach Oberschwaben in Süddeutschland geschickt wurden, um dort auf größeren Bauernhöfen als Saisonarbeitskräfte das Sommerhalbjahr zu verbringen. Statt die Schule zu besuchen, mussten die sechs- bis 14-jährigen Kinder weit entfernt von ihren Familien Vieh hüten oder andere land- oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten ausüben.

Ihren Höhepunkt erreichten die Kinderwanderungen Anfang des 19. Jahrhunderts. Damals mussten schätzungsweise rund 4.000 Kinder jährlich, unter anderem aus Tirol und Vorarlberg, zu den Kindermärkten nach Ravensburg, Friedrichshafen oder anderen Marktorten wandern, um sich dort an Bauernhöfe vermitteln zu lassen. Vereinzelt war die „Schwabengängerei“ noch bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der Realität.85

Allgemeiner Wohlstand hilft auch der Landwirtschaft

Erst die fortschreitende Industrialisierung, die auch den Tourismus ermöglichte, brachte allmählich Linderung. „Der Tourismus hat durch zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten sehr viel für die Landwirtschaft geleistet und dadurch automatisch auch zum Wohlstand des ganzen Landes beigetragen, vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg“, so Schermer.

Aber schon in einem Zitat aus dem Jahr 1932 heißt es: „Ein Tirol ohne Fremdenverkehr wäre ein Tirol der Katastrophe (…), in dem alle Berufskreise auf das Allerschwerste betroffen und geschädigt werden würden.“86

Neben dem Tourismus profitieren Bäuerinnen und Bauern heutzutage auch vom allgemeinen materiellen Wohlstand in Österreich. Zu dessen enormem Wachstum hat in den vergangenen hundert Jahren die Wirtschaft als Ganzes beigetragen. Ablesen lässt sich die Entwicklung unter anderem daran, dass wir in Österreich heutzutage – laut neuester Konsumerhebung der Statistik Austria von 2024/25 – im Durchschnitt „nur“ noch rund 12 Prozent unserer Haushaltsausgaben für Lebensmittel aufwenden. In den 1950er-Jahren lag dieser Anteil noch bei rund 45 Prozent.

Aufgrund geringerer Lebensmittelkosten können wir heute einen großen Teil unseres Einkommens für andere Dinge ausgeben. Dazu gehören größere und vollständig beheizte Wohnräume, abwechslungsreichere Bekleidung aus importierter Baumwolle, Mobiltelefonie, Freizeit, Urlaub und vieles mehr. In Ländern mit geringerem allgemeinen Wohlstand liegt der Anteil der Lebensmittelausgaben auch heute noch bedeutend höher. Schaut man nur wenige hundert Kilometer in Richtung Südosten, dann lässt sich etwa für Bosnien-Herzegowina ein Anteil von rund einem Drittel feststellen. Im westafrikanischen Nigeria gaben die Menschen 2023 durchschnittlich rund 60 Prozent ihrer Gesamtausgaben für Lebensmittel aus.87

So gesehen profitieren also alle Bauernfamilien vom Tourismus als Teil der Gesamtwirtschaft, auch wenn sie selbst keine direkten touristischen Einnahmen verbuchen können.

Welche Rolle spielt „Urlaub am Bauernhof“?

Im Jahr 2024 erzielten in Österreich rund 8.000 landwirtschaftliche Betriebe ein direktes Einkommen aus dem Tourismus im Rahmen der „bäuerlichen Gästebeherbergung“. Mehr als jeder zehnte Beherbergungsbetrieb in Österreich ist damit ein Bauernhof. Die Statistik erfasst dabei sogenannte Privatquartiere und private Ferienwohnungen und -häuser, die sich auf dem Grund von Bauernhöfen befinden.

Privatquartiere bieten in der Regel zusätzlich ein Frühstück an und schließen maximal zehn Betten ein. Eine höhere Bettenanzahl erfordert die Anmeldung eines eigenen Gewerbebetriebs. Dieser wird nicht als bäuerliche Gästebeherbergung gewertet, unabhängig davon, ob der Betrieb auf dem Bauernhof oder außerhalb angesiedelt ist. Auch Ferienwohnungen, in denen sich Gäste selbst versorgen, gelten nur dann als „bäuerlich“, wenn sie auf dem Hofgelände angesiedelt und nicht-gewerblich sind. All das bedeutet, dass diese direkte Form des touristischen Einkommens von Bauernfamilien in der Statistik nicht vollständig abgebildet ist und lediglich als Anhaltspunkt dienen kann.

Was ist „Urlaub am Bauernhof“?

Der Begriff „Urlaub am Bauernhof“ (UaB) steht für eine gleichlautende Marke beziehungsweise für einen Verband. In diesem sind rund 2.300 Mitgliedsbetriebe – etwa in Form einer gemeinsamen Buchungsplattform – organisiert, darunter auch ein kleinerer Anteil gewerblicher Betriebe. Von den Aktivitäten des Verbandes, etwa der Öffentlichkeitsarbeit, profitiert laut einer Untersuchung88 aber der gesamte Bereich der bäuerlichen Gästebeherbergung. Dieser wird in der öffentlichen Wahrnehmung häufig mit der Marke „Urlaub am Bauernhof“ gleichgesetzt.

Die Ferien auf einem Bauernhof zu verbringen, war auch eine der ersten Urlaubsmöglichkeiten in Österreich und ein wichtiger Faktor in der Geschichte des Tourismus. Eng verbunden war dies mit dem Begriff der „Sommerfrische“, die schon Ende des 19. Jahrhunderts jährlich tausende Menschen von der Stadt aufs Land lockte.

Aber was bedeutet die Gästebeherbergung für die Landwirtschaft als Ganzes? Die rund 8.000 Betriebe der bäuerlichen Gästebeherbergung entsprechen zwar lediglich fünf Prozent aller land- und forstwirtschaftlichen Betriebe Österreichs. Dieser eher geringe Anteil kann aber über eine regional deutlich größere Bedeutung hinwegtäuschen. So ist etwa in Salzburg und Tirol jeder fünfte landwirtschaftliche Betrieb (21 beziehungsweise 19 Prozent, Stand: 2023) in der Beherbergung aktiv, in Vorarlberg sind es immerhin noch acht Prozent.

In einzelnen der rund 100 Tourismusregionen Österreichs kann die Bedeutung der bäuerlichen Gästebeherbergung über oder unter dem landesweiten Durchschnitt liegen. Unabhängig davon stellt sie für die betreffenden landwirtschaftlichen Betriebe eine wichtige Einkommensquelle dar. So zeigte eine Untersuchung des JOANNEUM RESEARCH89 aus dem Jahr 2021 unter Mitgliedsbetrieben des Verbands „Urlaub am Bauernhof“ (UaB), dass die Gästebeherbergung durchschnittlich für mehr als 40 Prozent des Einkommens der UaB-Betriebe verantwortlich war. Bei einem Drittel der Betriebe sicherte sie deren Fortbestand. Die Begutachtung im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums stellt außerdem fest: „Die UaB-Betriebe sind ein relevanter Teilbereich der Tourismuswirtschaft, gerade in Regionen mit geringer Tourismusintensität tragen sie mitunter wesentlich zum touristischen Angebot bei.“

Ähnlich wie im Rest der Landwirtschaft oder in anderen Wirtschaftsbereichen ist auch bei der bäuerlichen Gästebeherbergung in den vergangenen Jahrzehnten ein Strukturwandel zu beobachten. So weist die Statistik für das Jahr 2000 noch rund 12.000 entsprechende Betriebe auf. Im vergangenen knappen Vierteljahrhundert schrumpfte deren Anzahl somit um rund ein Drittel auf die genannten circa 8.000 Betriebe.

Gleichzeitig kam es zu einer Verschiebung innerhalb der Beherbergungsformen. Diese zeigt sich in einem drastischen Rückgang der Privatquartiere mit bis zu zehn Betten, während die Anzahl der Ferienwohnungen auf Bauernhöfen im selben Zeitraum sogar um rund ein Viertel zugenommen hat.

Almausschank und andere Einnahmequellen

Auch die Almen stellen eine Möglichkeit für die Landwirtschaft dar, direktes touristisches Einkommen zu erzielen, auch wenn dies von ihrer Lage und Nähe zu touristischen Zentren abhängt. Gastronomisch bewirtschaftete Almen sind beliebte Ausflugsziele für Wanderer, E-Bike-Fahrerinnen oder Wintersportbegeisterte.

Einige landwirtschaftliche Betriebe nutzen ihre Alm, um Gäste auch mit ihren eigenen Produkten zu verköstigen. Dies ist im Rahmen des sogenannten Almausschanks möglich. Dabei handelt es sich um ein landwirtschaftliches Nebengewerbe, für das es – unter Einhaltung bestimmter Kriterien – keine Gewerbeberechtigung braucht. Unter anderem müssen die dort angebotenen Speisen und Getränke zu einem Großteil vom Almbewirtschafter oder der -bewirtschafterin oder ihrem Personal selbst erzeugt worden sein. Lediglich ortsübliche Flaschengetränke wie Bier, Cola oder Holundersaft dürfen zugekauft werden, solange ihr Einkaufswert 25 Prozent des Umsatzes nicht übersteigt. Würde etwa nur der Speck für die Brettljause zugekauft werden, so wäre deren Verabreichung bereits nicht mehr durch den Almausschank gedeckt.

Auch über die Bereitstellung von Weideflächen für Skipisten, sei es auf Almflächen oder weiter talwärts, können Bauernfamilien Einkommen generieren. Hinzu kommen die zahlreichen Beschäftigungsmöglichkeiten in der Tourismusbranche, sei es bei Bergbahnen, in Hotellerie oder Gastronomie oder in anderen Bereichen.

Vor allem in tourismusintensiven Regionen stellt der Tourismus somit einen wichtigen Faktor für den Fortbestand landwirtschaftlicher Betriebe dar.

Regionalität in der Gastronomie – Woher kommt der Backhendlsalat?

Wenn es um Wertschöpfungsmöglichkeiten für die Landwirtschaft geht, dann spielt auch der Absatz von Lebensmitteln an die Gastronomie eine zentrale Rolle. Gerade im Bereich des Tourismus haben „typisch österreichische“ Speisen oder Spezialitäten einer bestimmten Region einen besonderen Stellenwert – jedenfalls in der Theorie.

In einer aus Sicht der Landwirtschaft idealen Welt finden sich auf den Speiskarten von Hütten, Imbissen, Hotel-Restaurants oder Haubenlokalen der Tourismus-Regionen so weit als möglich Lebensmittel aus dieser entsprechenden Region. Was es innerhalb der Region nicht gibt, kommt aus anderen Regionen innerhalb Österreichs. Auf diese Weise sorgt der Tourismus für Wertschöpfung bei der regionalen beziehungsweise österreichischen Landwirtschaft. Diese sorgt umgekehrt – als Nebeneffekt der Produktion dieser Lebensmittel – für den Erhalt der Kulturlandschaft. Die Realität weicht allerdings oft von der idealen Vorstellung ab.

Diese Kulturlandschaft wird zwar sowohl von Menschen aus aller Welt als auch von Einheimischen geschätzt und bildet die Grundlage des Tourismus in Österreich. Entfällt jedoch der pflegerische Eingriff durch die Landwirtschaft aufgrund mangelnder Einnahmen aus der Lebensmittelproduktion, geht mittelfristig auch die touristische Basis verloren.

Was erwarten sich Österreichs Gäste am Teller?

Regionale Zutaten sind auch das, was sich viele Touristinnen und Touristen beim Restaurantbesuch erwarten beziehungsweise wovon sie mehr oder weniger stillschweigend ausgehen. Darauf weist unter anderem eine Befragung von mehr als 600 Gästen aus Deutschland und Österreich hin, die im Jahr 2018 auf Initiative des Vereins „Land schafft Leben“ von Studierenden der FH Krems in der Region Schladming-Dachstein durchgeführt wurde. Mehr als 80 Prozent der befragten Gäste äußerten dabei „eher“ die Erwartung einer Speisenzubereitung mit regionalen Lebensmitteln.

Wichtig festzuhalten ist dabei die Tatsache, dass es für die Eigenschaft „regional“ keine festgelegten, einheitlichen Kriterien gibt. Für 44 Prozent der Befragten steht der Begriff für eine Lebensmittelherkunft aus der Region Schladming-Dachstein, nicht ganz 40 Prozent verstanden darunter eine Herkunft aus dem Bundesland Steiermark, weniger als 20 Prozent einen österreichischen Ursprung.

Bezüglich der unter Gästen vermuteten Regionalität in der Gastronomie hat Tourismusforscherin Theresa Mitterer-Leitner vom Management Center Innsbruck (MCI) ähnliche Beobachtungen gemacht: „Die Ergebnisse einer Masterarbeit am MCI auf Basis einer Befragung von 400 Touristinnen und Touristen in Kärnten zeigen, dass Regionalität von vielen Gästen erwartet wird. 70 Prozent vertrauten darauf, dass die in der Gastronomie angebotenen Lebensmittel aus der Region stammen. Regionalität ist damit auch eine Frage der Glaubwürdigkeit des touristischen Leistungsversprechens.“

Häufig unklare Lebensmittelherkunft in Österreichs Gastronomie

Aber wie sieht die Realität in den Küchen der heimischen Gastronomie aus? Die prinzipielle Antwort lautet: Wir wissen es nicht. Umfassende Daten zum Anteil regionaler Lebensmittel in der österreichischen Gastronomie werden nicht erhoben.

Hinzu kommt, dass es für Wirtinnen und Wirte keine Verpflichtung gibt, Gäste über die Herkunft der angebotenen Speisen zu informieren. Die Forderung nach einer gesetzlich verpflichtenden Herkunftskennzeichnung wird zwar gerade aus den Reihen der Landwirtschaft regelmäßig erhoben, ist aber in Österreich derzeit (Stand Anfang 2026) nicht umgesetzt.

Daher bleiben Restaurantbesucherinnen und -besucher häufig im Unklaren darüber, ob das Kalbfleisch eines „Original Wiener Schnitzels“ nicht vielleicht aus den Niederlanden oder das Hühnerfleisch im „Steirischen Backhendlsalat“ womöglich aus Ungarn kommt. Gleiches gilt für jene, die beim Einkehrschwung auf der Skihütte einen Kaiserschmarrn bestellen, also eine Mehlspeise, wie sie wahrscheinlich österreichischer nicht sein kann. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit enthält dieser nämlich Eier aus hierzulande längst verbotener Käfighaltung von außerhalb der EU.

Mit derartiger Einkaufspolitik untergraben betroffene Gastronominnen und Gastronomen aus Sicht der Landwirtschaft nicht nur das gegenseitige Abhängigkeitsverhältnis mit dem Tourismus. Sie importieren damit häufig auch niedrigere Umwelt- oder Tierwohlstandards und verstoßen so gegen Werte, über die mittels Gesetzgebung eigentlich längst ein gesellschaftlicher Konsens hergestellt wurde. Wer Eier aus Käfighaltung importiert, umgeht so das in Österreich geltende Verbot dieser nicht artgerechten Haltungsform.

Regionales in der Gastronomie: Ausdruck von Respekt und Wertschätzung

Aus Sicht der Landwirtschaft drückt sich im Verzicht auf heimische Lebensmittel nicht nur ein fehlendes Bewusstsein für die Zusammenhänge, sondern auch mangelnde Wertschätzung gegenüber der Landwirtschaft aus.

Das hat unter anderem eine von Mitterer-Leitner 2023 veröffentlichte Studie90 zur „Tourismus-Gesinnung von Landwirt:innen in der Region Wilder Kaiser“ in Tirol zutage gebracht. Eine der Kernaussagen der Studie: „Wertschätzung und Respekt drücken sich aus Sicht der Landwirtschaft vor allem darin aus, dass die Primärprodukte der heimischen Landwirtschaft, Milch und Fleisch, im lokalen Tourismus Absatz finden. Dieser Absatz sichert und wertschätzt aus Sicht der Landwirtschaft das Fortbestehen der Kulturlandschaft.“ Zugleich sei aus Sicht der im Rahmen der Studie befragten Bäuerinnen und Bauern „die Verwendung regionaler Produkte Grundlage für ein authentisches, glaubwürdiges touristisches Produkt.“

Der subjektive Eindruck vieler Menschen aus der Landwirtschaft ist hingegen, dass die Gastronomie diesbezüglich Nachholbedarf hat. Sie nehmen eine Tendenz wahr, wonach der Zusammenhang zwischen der Schönheit der Kulturlandschaft als Grundlage des Tourismus und dem Absatz regionaler Lebensmittel in Gastronomie und Hotellerie insgesamt nur eingeschränkt gesehen wird. Dieses bäuerliche Meinungsbild zeigt sich auch in der Forschung von Mitterer-Leitner.

Das Problem: Harte Zahlen zum tatsächlichen Einkaufsverhalten von Gastronomie und Hotellerie gibt es (Stand März 2026) kaum. „Die Datenlage zur Angebots- und Nachfragesituation ist bislang unzureichend“, stellt Mitterer-Leitner fest. „Aber im Zuge einer Studie in einer der stärksten österreichischen Tourismusregionen wurden auch Erzeuger und Gastro-Großhändler befragt. Ihren Aussagen zufolge gibt es ganzjährig keine Engpässe bei Rindfleisch aus Österreich – auch bei Edelteilen nicht. Die Verfügbarkeit sei nicht das Problem. Ein Gastro-Großhändler erklärte jedoch, dass bei ihm im Bereich Rindfleisch dennoch die größte Nachfrage nach brasilianischem Tiefkühlfleisch besteht – obwohl er ein umfassendes österreichisches Angebot hätte und dieses aktiv bewerben würde.“

Auch Markus Schermer vom Institut für Soziologie an der Uni Innsbruck bestätigt: „Es hat in Tirol seit Mitte der 1980er immer wieder Anläufe, Projekte und Initiativen gegeben, um Landwirtschaft und Gastronomie besser zu koordinieren. Trotzdem besteht leider immer noch Luft nach oben.“

Dieses Lagebild wird ebenso durch Informationen gestützt, die Land schafft Leben aus dem Gastronomie-Großhandel erhalten hat (siehe Kasten). Demnach ist seit dem Jahr 2024 ein Trend weg von regionaler Herkunft und hin zu importierter Billigware zu beobachten, der sich vor allem beim Einkauf von Fleisch zeigt. Mehr als 50 Prozent des Fleischumsatzes werde mit den jeweils kostengünstigsten Angeboten gemacht – in der Branche als „Preiseinstiegssegment“ bezeichnet. Tendenz, Stand September 2025: steigend. Grund für den aktuell schwindenden Wert der Herkunft sei die Tatsache, dass diese den Restaurantbesucherinnen und -besuchern meist ohnehin nicht kommuniziert werde. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist umgekehrt die Aussage aus dem Großhandel, dass Gastronomiebetriebe, die die Herkunft ihrer Gerichte freiwillig kennzeichnen, in der Regel zu besseren Qualitäten aus Österreich greifen.

Kein Absatz im Tourismus – Wege gesperrt?

Die Frage des Absatzes regionaler Produkte durch Betriebe des Tourismus ist auch im Zusammenhang mit potenziellen Raumnutzungs-Konflikten zwischen Landwirtschaft und Tourismus zu sehen. Solche Konflikte können in stark genutzten beziehungsweise besuchten Landschaften beispielsweise dadurch entstehen, dass Besucherinnen und Besucher landwirtschaftliche Flächen betreten und dort Müll oder Hundekot hinterlassen. Auch die Missachtung von Absperrungen etwa bei Waldarbeiten sowie Fehlverhalten auf Mountainbikestrecken oder bei Kontakt mit Weidetieren gehören dazu. Generell können bei landwirtschaftlichen Betrieben durch Besucherströme Aufwand und Kosten entstehen, etwa durch verstärkt notwendige Kontrollen, Besucherlenkung durch den Aufbau von Zäunen oder die Verlegung bestimmter Arbeiten in Zeiten mit geringerer Besucherfrequenz.

Gerade bei Betrieben ohne wesentliches Einkommen aus dem Tourismus können solche Zusatzkosten – in Verbindung mit dem angesprochenen mangelnden Absatz ihrer Produkte – den Eindruck mangelnder Wertschätzung und fehlenden Respekts verschärfen. Auch dies zeigt die genannte Untersuchung in der Region Wilder Kaiser. Darin ist zu lesen:

„Um die geringe Marktmacht im Absatz ihrer Primärprodukte auszugleichen und betriebliche Einschränkungen zu verringern, erwägen einige Landwirt:innen die Nutzung der Kulturlandschaft in rechtlich möglichem Ausmaß einzuschränken. Wenn kein Vorteil durch den Tourismus für den landwirtschaftlichen Betrieb besteht, will man auch Nachteile nicht in Kauf nehmen.“

Der Regionalanteil im Gastronomie-Großhandel

Offiziell und standardmäßig erhobene Zahlen zum Anteil regionaler beziehungsweise österreichischer Lebensmittel in der Gastronomie gibt es nicht. Gespräche mit mehreren Großhändlern, die Land schafft Leben im September 2025 geführt hat, ergeben folgendes Bild in Form einer Momentaufnahme.

  • Bis zum Jahr 2023 waren die Qualität der Produkte, die Herkunft, Nachhaltigkeit und Convenience die stärksten Trends in der Sortimentsentwicklung und bei der Nachfrage der Kunden.

  • Seit 2024 steigt die Nachfrage nach günstigsten Artikeln im sogenannten Preiseinstiegssegment stark an.

  • Die Preiseinstiegs-Eigenmarke wuchs 2025 um über 20 Prozent im Vergleich zu 2024. Von 2023 auf 2024 war die Marke bereits um zehn Prozent gewachsen. Die Wachstumsgeschwindigkeit hat sich damit verdoppelt.

  • Eine übermäßige Dimension nimmt das Preiseinstiegssegment mittlerweile im Bereich Fleisch ein. Knapp über 50 Prozent des Fleischumsatzes werden im Preiseinstiegssegment gemacht, Tendenz steigend.

  • Zum Vergleich: Über das gesamte Großhandelssortiment hinweg betrachtet liegt der Anteil des Preiseinstiegssegments bei rund 15 Prozent. Daraus kann man ableiten, dass vor allem bei Fleisch der Preis das fast einzige Entscheidungskriterium ist. Herkunft und Qualitätskriterien rücken in den Hintergrund.

  • Die Herkunft der Lebensmittel ist vor allem deshalb kein Einkaufskriterium, weil sie Kundinnen und Kunden größtenteils nicht kommuniziert wird.

  • Gastronomiebetriebe, die die Herkunft freiwillig kommunizieren, kaufen dagegen kaum Preiseinstiegsware (unter fünf Prozent), stattdessen höhere Qualitäten aus Österreich.

  • Zunehmende Anfragen und Ausschreibungen zielen auf besonders niedrige Qualitätsstufen ab, die bis dato von österreichischen Großhändlern nur vereinzelt angeboten wurden. Diese Qualitäten beziehungsweise Qualitätsklassen, beispielsweise bei Obst, Gemüse und auch Fleisch, können wirtschaftlich nur im Ausland beschafft werden.

  • Eine generelle Verschiebung der Nachfrage auf niedrigere Qualitätsstufen ist Realität.

  • Ausnahme: Bio trotzt dem Trend und wächst insgesamt betrachtet. Allerdings fällt der Bio-Anteil bei Fleisch, wenngleich nur gering.

Vertriebswege für regionale Lebensmittel bestehen

In Österreich gibt es bereits zahlreiche Initiativen und Möglichkeiten, wie Gastronominnen und Gastronomen beziehungsweise Restaurantbesucherinnen und -besucher auf im engeren Sinne regionale oder österreichische Lebensmittel zurückgreifen können.

Letztere haben zum Beispiel die Möglichkeit, beim Essengehen nachzufragen, woher die Produkte auf der Speisekarte stammen, oder gezielt solche Lokale zu besuchen, die die Herkunft freiwillig auf ihrer Speisekarte auszeichnen. Auch das Gütesiegel der AMA-Genussregionen ist dabei zu nennen. Es garantiert die Herkunft wesentlicher Rohstoffe wie Fleisch, Milch, Eier, Kartoffeln, Obst oder Gemüse aus bestimmten, definierten Regionen innerhalb Österreichs und wird neben Gastronomiebetrieben auch von Bauernhöfen mit Direktvermarktung sowie etwa Bäckereien oder Fleischereien getragen.

Das allgemeine rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel beziehungsweise Bio-Siegel steht neben allerlei Produktionsanforderungen für die Herkunft Österreichs.

Und schließlich stellen eigene Produktions- und Vermarktungsprogramme für bestimmte Produkte eine weitere Möglichkeit dar, auf etablierte Vertriebswege regionaler beziehungsweise österreichischer Lebensmittel zurückzugreifen. Das AMA-Gütesiegel „Kalb rosé“ etwa garantiert die Herkunft von Kalbfleisch aus Österreich – und damit österreichische Standards in puncto Tierwohl und Umwelt. Es vermeidet dadurch unter anderem den Lebendtransport von österreichischen Kälbern über lange Strecken ins Ausland. Der „Tiroler Jahrling“, Fleisch vom Almrind oder Almschwein mit dem Qualitätssiegel „Qualität Tirol“, sind Beispiele für Produkte, für die die Agrarmarketing Tirol die Herkunft Tirols garantiert, also den Begriff Regionalität auf das eigene Bundesland bezieht. Neben den genannten Beispielen gibt es zahlreiche weitere, etwa „Salzburg schmeckt“, „Genussland Kärnten“ oder „Ländle Gütesiegel“.

Forderung: gesetzlich verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Gastronomie

Um insgesamt mehr österreichische Lebensmittel auf die Wirtshausteller des Landes zu bringen, argumentiert die Landwirtschaft für eine gesetzlich verpflichtende Herkunftskennzeichnung für die Gastronomie. Zwar würden dadurch nicht automatisch 100 Prozent Österreich am Teller landen, aber zumindest ließe sich durch die hergestellte Transparenz beim Restaurantbesuch eine informierte und bewusste Wahl treffen. Auch die Motivation in Richtung österreichischer Herkunft könnte dadurch wachsen.

Die Gastronomie wiederum befürchtet zusätzlichen bürokratischen Aufwand und steigende Kosten. Zum Beispiel dadurch, dass die Speisekarte öfter geändert werden muss, wenn etwa ein bestimmter Lieferant einen kurzfristig entstehenden Mehrbedarf nicht abdecken kann oder es zu einem unerwarteten Produktionsausfall kommt.

Quellen

78 austriatourism.com: Wie sich Österreich als führende Kulinarik-Destination positioniert (Zugriff: 04.08.2025) 

79 Zischg et al. (2012): Einfluss der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung auf alpine Naturge- fahren – Eine zusammenfassende Betrachtung; Conference Proceedings 12th Congress INTERPRAEVENT 

80 Wittmann et al. (2019): Ökologisches Pistenmanagement – Zur Biodiversität von Skipisten auf der Schmittenhöhe, Studie der Schmittenhöhebahn-AG 

81 waldviertel.at: Hard – dörfliches Leben und Herrschaft im Mittelalter (Zugriff: 22.01.2026) 

82 Institut national de la statistique et des études économiques (insee.fr): Full set of local data Municipality of Val-d'Isère (Zugriff: 23.01.2026) 

83 Werner Bätzing (2015): Die Alpen – Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft, S. 162–163 

84 Hugo Penz (2012): Die Wirtschaft Tirols im Zeitalter der „Großen Depression“ 1873–1896 und die Entstehung der „Klassengesellschaft“, S. 57/58 

85 Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben Wolfegg (schwabenkinder.eu): Daheim war nirgends kein Verdienst (Zugriff: 06.10.2025) 

86 Paul Tschurtschenthaler (1993): Der Tourismus im Bundesland Tirol 1918–1990, S. 192 

87 ourworldindata.org: Share of consumer expenditure spent on food, 2023 (Zugriff: 08.10.2025) 

88 JOANEUM RESEARCH (2021): Evaluierungsprojekt Cluster Urlaub am Bauernhof 

89 JOANEUM RESEARCH (2021): Evaluierungsprojekt Cluster Urlaub am Bauernhof 

90 Theresa Mitterer-Leitner, Management Center Innsbruck – MCI (2023): Tourismusgesinnung von Landwirt:innen in der Region Wilder Kaiser