Welche Haltungsformen gibt es bei der Erzeugung von Eiern in Österreich und weltweit?
Käfighaltung, Herkunfts- und Haltungskennzeichnung, Futtermittel: Die österreichische Eierproduktion unterscheidet sich in einigen Punkten von der internationalen. Wie die Haltungsformen in Österreich genau definiert werden, wie sie sich voneinander unterscheiden und wie sich der Tagesrhythmus der Hühner gestaltet haben wir auf den folgenden Seiten aufbereitet.
Zahlen, Daten und Fakten
Überblick: Eier aus ÖsterreichDurchschnittlich 250 Eier verzehren wir in Österreich pro Jahr, eine moderne Henne legt 290 bis 320. Mehr als sieben Millionen Legehennen erzeugen unsere Eier. Wenn man sich die Haltungsformen weltweit ansieht, ist es alles andere als üblich, dass unsere Hühner nicht in Käfigen leben. Der überwiegende Teil der weltweit vermarkteten Eier kommt von Hennen in Käfighaltung. In Österreich ist jegliche Form der Käfighaltung seit 2020 verboten, der Import von Eiern aus Käfighaltung n aber erlaubt. Frischeier mit Schale sind bis ins Detail gekennzeichnet, Ostereier sowie Eier in verarbeiteten Lebensmitteln wie Back- und Teigwaren hingegen nicht. Rund 55 Prozent der heimischen Hennen stehen in Bodenhaltung, etwa 32 Prozent in Freilandhaltung und 13 Prozent in Bio-Haltung (Zahlen aus 2025).
Österreichische Bäuerinnen und Bauern füttern ihre Legehennen mit einer Futtermischung, die unter anderem Soja enthält, um den Eiweißbedarf der Tiere zu decken. Der Anbau gentechnisch veränderter Sojabohnen ist in Österreich nicht erlaubt, der Import jedoch grundsätzlich möglich. Obwohl das Verfüttern gentechnisch veränderter Futtermittel gesetzlich nicht verboten ist, verzichtet die österreichische Legehennenbranche seit 2010 freiwillig darauf und kauft zudem möglichst regionales Soja aus Europa. Die gentechnikfreie Produktion kann durch das „Gentechnikfrei“-Siegel nachgewiesen werden. Ein durchdachtes und umfassendes Geflügelgesundheitsprogramm sorgt für das Wohlergehen der Hennen. Die verwendeten Rassen kommen von einem internationalen Zuchtunternehmen in Deutschland. Die Hennen sind Hochleistungstiere und legen im Optimalfall jeden Tag ein Ei. Ab einem Alter von einem bis eineinhalb Jahren legen sie nicht mehr genug Eier, um wirtschaftlich zu sein, und werden in Österreichs einzigem Suppenhennenschlachthof geschlachtet.
Wie viele Hennen leben auf einem Bauernhof?
Ein Blick in die Agrarstrukturerhebung 2023 zeigt: Legehennen leben in Österreich in sehr unterschiedlich großen Betrieben – vom kleinen Hof mit ein paar Dutzend Hühnern bis zum professionellen Betrieb mit mehreren zehntausend Tieren. Dabei gibt es Unterschiede zwischen Bio- und konventioneller Bewirtschaftung.
Viele kleine Legebetriebe in Österreich
Die große Mehrheit der Höfe zählt zu den kleinen Betrieben mit bis zu 500 Legehennen. Im Bio-Bereich sind das rund 11.000 Betriebe mit durchschnittlich etwa 20 Hennen pro Hof; sie halten zusammen rund 17 Prozent aller Bio-Legehennen. Auch konventionell dominieren zahlenmäßig kleine Betriebe – rund 30.700 mit ebenfalls etwa 20 Hennen im Schnitt –, ihr Anteil an Gesamtanzahl der Tiere liegt jedoch nur bei rund 11 Prozent.
Im Schnitt über 3.000 Hennen auf größeren Betrieben
Der überwiegende Teil der Hennen wird hingegen auf größeren Betrieben mit mehr als 500 Tieren gehalten. Im Bio-Bereich betrifft das rund 330 Betriebe mit durchschnittlich etwa 3.300 Hennen, die zusammen rund 83 Prozent der Tiere halten. Konventionell sind es etwa 900 größere Betriebe mit durchschnittlich rund 5.800 Hennen; auf sie entfallen rund 89 Prozent aller Legehennen.
Damit prägen viele kleine Höfe die Struktur der Branche, während die meisten Hennen zahlenmäßig allerdings auf größeren, spezialisierten Betrieben gehalten werden.
Käfighaltung
In Österreich ist die Käfighaltung seit Beginn des Jahres 2020 ausnahmslos verboten – auch die Haltung in sogenannten „ausgestalteten Käfigen“. Generell sind jedoch ausgestaltete Käfige in der EU noch erlaubt und machen einen Anteil von etwa 38 Prozent aller Haltungsformen aus. In diesen Käfigen haben die Legehennen mindestens 600 Quadratzentimetern nutzbare Fläche pro Tier und 2000 Quadratzentimeter pro Käfig. Als „nutzbare Fläche“ ist eine mindestens 30 Zentimeter breite, 45 Zentimeter hohe und höchstens 14 Prozent geneigte Fläche definiert – also die Fläche, die den Tieren tatsächlich als Bewegungs- und Aufenthaltsbereich zur Verfügung steht. Die Käfige müssen zudem Sitzstangen, geeignete Futter- und Tränkeeinrichtungen, Bereiche zum Scharren und ein Nest enthalten.
Das „alte“ System der Käfighaltung ist seit 2012 in der EU verboten. Nach den damaligen Vorschriften standen einer Legehenne mindestens 550 Quadratzentimeter zur Verfügung – ein DIN-A4-Blatt umfasst zum Vergleich 623,7 Quadratzentimeter. Von 1995 bis 2003 galt ein Standard von 450 Quadratzentimeter pro Legehenne - davor waren die Käfige teilweise sogar noch kleiner.
Werden Eier aus Käfighaltung importiert?
Die Käfighaltung ist in Österreich verboten. Frische Konsumeier aus Käfighaltung dürfen daher weder produziert noch verkauft werden. Anders sieht es bei verarbeiteten Produkten wie Backwaren, Teigwaren oder Fertiggerichten aus: Für die darin enthaltenen Eier muss weder die Herkunft noch die Haltungsform gekennzeichnet werden. Rechtlich ist es also möglich, dass solche Produkte Eier aus Käfighaltung enthalten. Eine Ausnahme bilden Bio-zertifizierte Produkte. Da hier sämtliche Zutaten aus biologischer Produktion stammen müssen und Käfighaltung in der Bio-Landwirtschaft grundsätzlich verboten ist, können Eier aus Käfighaltung in Bio-Produkten ausgeschlossen werden.
Im Jahr 2025 wurden rund 3,6 Mio. Kilogramm frische Eier aus Drittstaaten nach Österreich importiert. Zusätzlich kamen etwa 3,3 Mio. Kilogramm konservierte Eierzeugnisse wie Volleipulver sowie rund 2,5 Mio. kg ungekochte, eihaltige Nudeln ins Land. In einigen Drittstaaten ist die Käfighaltung weiterhin weit verbreitet – Schätzungen zufolge liegt ihr Anteil etwa bei 90 Prozent in China, 95 Prozent in der Ukraine oder 88 Prozent in der Türkei. Daher ist es wahrscheinlich, dass in verarbeiteten Produkten Eier aus Käfighaltung enthalten sind.
Seit 2016 gibt es ein umfassendes Freihandelsabkommen zwischen der EU und der Ukraine. Im Jahr 2022 wurden im Zuge der politischen Lage viele Zölle – auch auf Agrarprodukte – vorübergehend ausgesetzt. Da in der Ukraine häufig günstiger produziert wird, können diese Waren preiswerter angeboten werden. In der Folge sind auch die Importe von Eiern und Eierzeugnissen aus der Ukraine deutlich angestiegen. Eine Studie der Universität Wageningen mit Bezugsjahr 2021 zeigt, dass Eier aus Käfighaltung in der Ukraine um rund 19 Prozent und Eipulver um rund 17 Prozent günstiger produziert wurden als Eier aus ausgestalteten Käfigen innerhalb der EU. Da in Österreich keine Käfighaltung mehr betrieben wird, ist der Kostenunterschied im Vergleich zur heimischen Produktion vermutlich noch größer als zum Rest der EU. Um die regionale Landwirtschaft zu schützen, wurden 2024 wieder Zollkontingente eingeführt. Das bedeutet: Wird eine bestimmte Importmenge überschritten, fallen erneut Abgaben an. So kann der österreichische Markt nicht unbegrenzt mit günstigerer Ware geflutet werden.
Bodenhaltung
Wie in der Bio- und Freilandhaltung können sich die Hennen in Bodenhaltung im Stall frei bewegen, sie haben aber keinen Auslauf ins Freie. Gegebenenfalls ist ein Außenscharrraum vorhanden, dieser ist jedoch nicht verpflichtend. Es gibt wie in der Bio- und Freilandhaltung zwei Möglichkeiten, wie das Stallinnere beschaffen ist.
Es gibt Stallsysteme mit einer Ebene und solche mit mehreren Ebenen bis maximal vier, die als Volieren bezeichnet werden. Unabhängig vom System müssen bestimmte Elemente immer vorhanden sein: Sitzstangen, Futter- und Tränkeeinrichtungen, eine eingestreute Scharrfläche, Legenester sowie Einrichtungen zum Kotauffang, etwa Kotgruben unter Gitterflächen oder – bei Volieren – beispielsweise zusätzliche Kotbänder zwischen den Etagen. In der Volierenhaltung übernehmen die verschiedenen Ebenen unterschiedliche Funktionen. Eine Ebene dient etwa der Fütterung und Tränkung, eine andere beherbergt die Nester. Durch die mehreren Ebenen können sich die Hennen im Stall auch nach oben bewegen. Besonders nachts suchen sie erhöhte Plätze auf, da sie als Vögel gerne auf höheren Sitzstangen schlafen.
Für die Gesamtzahl der Legehennen in einem Stall gibt es keine Obergrenze, die Besatzdichte pro Quadratmeter ist jedoch gesetzlich geregelt. Je nach Ausstattung des Stalles dürfen zwischen sieben und neun Legehennen pro Quadratmeter nutzbarer Fläche gehalten werden. In Ställen mit nur einer Ebene sind maximal sieben Tiere pro Quadratmeter erlaubt. Gibt es zusätzliche erhöhte Fütterungen oder einen Außenscharrraum, sind bis zu acht Tiere zulässig. Sind beide Elemente vorhanden oder gibt es mehrere nutzbare Ebenen (Volieren), dürfen bis zu neun Tiere pro Quadratmeter gehalten werden. Die Größe und Beschaffenheit von Elementen wie Legenestern, Sitzstangen und Scharrplätzen ist gesetzlich genau definiert.
Im AMA-Gütesiegel-Programm ist – im Unterschied zum allgemeinen Rechtsrahmen – die maximale Anzahl von Legehennen pro Stalleinheit auf 24.000 Tiere und pro Gruppe auf 6.000 Hennen begrenzt.
Wie unterscheidet sich die Bodenhaltung von der Freilandhaltung?
Im Stallinneren erkennt man keinen Unterschied zwischen Boden- und Freilandhaltung. Der Auslauf macht den Unterschied. In Bodenhaltung können die Hühner Bedürfnisse wie die Futtersuche im Freien nicht ausleben und haben viel weniger Licht. Eier aus Bodenhaltung sind dafür billiger, weil die Haltungsform ein geringerer Aufwand ist und weniger Platz erfordert. Beim Schutz gegen Krankheiten kann Bodenhaltung außerdem sogar vorteilhaft sein.
„Aus Sicht des Nutztierschutzes ist eine reine Bodenhaltung ohne natürliches Licht und natürliche Luft mangelhaft“, so Michael Zoklits von Gesellschaft!Zukunft!Tierwohl!. Das Licht sieht er als eines der zentralen Probleme. „Wenn die Tiere ein ganzes Leben lang unter künstlichem Licht leben, ist das eine massive Einschränkung.“ Der inzwischen verstorbene Veterinär Knut Niebuhr von der Veterinärmedizinischen Universität Wien wies darauf hin, dass Hühner im Gegensatz zu uns Menschen auch UV-Licht sehen. Erst in Freilandhaltung würden sie das komplette Farbspektrum sehen und ein Sonnenbad nehmen. Den Hauptvorteil des Auslaufs sieht Niebuhr in der Möglichkeit, nach Futter zu suchen. Das alles könne das Immunsystem der Hühner stärken.
„Die Besatzdichte allein sagt nicht aus, ob ein Stallsystem gut oder schlecht ist“, sagt Tierschützer Michael Zoklits. Wenn andere Faktoren in der Stallbeschaffenheit optimal seien, „kann man mit den (in Österreich vorgeschriebenen, Anm.) Besatzdichten eine gute Legehennenhaltung betreiben“, so Zoklits. Gegenüber der Käfighaltung sieht Geflügelexperte Knut Niebuhr die Bodenhaltung klar im Vorteil, da sich die Tiere im Stall frei bewegen und unterschiedliche Stallbereiche nutzen können. Ein zentrales Bedürfnis des Huhns ist die Futtersuche und das Erkunden der Umgebung. Diese Tätigkeit stößt in der Käfighaltung schnell an Grenzen. Freilandhaltung ist mit Risiken verbunden, die in der Bodenhaltung geringer oder nicht vorhanden sind. Der Auslauf ist nämlich ein zusätzliches Risiko, sich mit Krankheiten zu infizieren. Außerdem lauern draußen natürliche Fressfeinde der Hühner.
Freilandhaltung
Für den Stall von Hennen in Freilandhaltung gelten dieselben Vorschriften wie für die Bodenhaltung. Zusätzlich müssen die Hennen jeden Tag Zugang zu Auslauf ins Freie haben. Die Mindeststandards sehen vor, dass die Auslauffläche mindestens acht Quadratmeter pro Tier betragen muss. Auch Anzahl, Größe und Gestaltung der Auslauföffnungen sind genau geregelt. Zudem muss die Auslauffläche über Unterschlupfmöglichkeiten verfügen, die Schutz vor widrigen Witterungsbedingungen und Raubtieren bieten, sowie bei Bedarf mit geeigneten Tränken ausgestattet sein.
Es gibt jedoch Ausnahmefälle: So kann bei Biodiversitäts-Weiden die Auslauffläche auf vier Quadratmeter pro Tier reduziert werden – vorausgesetzt, es stehen mindestens 0,3 laufende Meter Hecke pro Tier oder eine Mischform aus Hecken und Bäumen zur Verfügung.
Der Auslauf bietet Legehennen nicht nur mehr Möglichkeiten, ihren natürlichen Verhaltensweisen wie Scharren, Futtersuche oder Sonnenbaden nachzugehen, sondern sorgt auch für zusätzliche Abwechslung im Futter. Auf der Weide können die Tiere frische Grünpflanzen wie Gras aufnehmen.
Auch wenn frisches Grünfutter nach heutigem Wissensstand nur einen kleinen Anteil am Gesamtfutter ausmacht und energetisch nicht mit dem eigentlichen Mischfutter vergleichbar ist, lassen sich dennoch Vorteile beobachten: Es trägt zur Futtervielfalt bei, kann bestimmte Vitamine und Nährstoffe ergänzen und wirkt sich – aufgrund seines Fasergehalts – bis zu einem gewissen Grad positiv auf das Verdauungssystem der Hennen aus.
Welche Vor- und Nachteile die Freilandhaltung noch hat und was es zum Thema Nachhaltigkeit rund ums Ei zu wissen gibt, haben wir im Artikel „Wie nachhaltig ist die Eierproduktion?“ zusammengefasst.
Bio-Haltung
Das Futter muss zu 95 Prozent aus biologischer Landwirtschaft sein, fünf Prozent konventionelles, gentechnikfreies Eiweißfutter ist erlaubt, wenn der Bedarf durch Bio-Eiweißfutter nicht gedeckt werden kann. Synthetisch hergestellte Aminosäuren im Futter sind verboten. Bio-Legehennen müssen mindestens während eines Drittels ihrer Lebensdauer tagsüber Zugang zu einem Auslauf haben. Dieser beträgt in Österreich laut der Regelung der Bio-Austria mindestens zehn Quadratmeter pro Henne. Als Ausnahme kann man diesen jedoch auf acht Quadratmeter reduzieren, wenn zusätzlich beispielsweise ein Außenscharrraum vorhanden ist. Laut EU-Bio-Verordnung wären vier Quadratmeter vorgeschrieben. Mindestens ein Drittel der nutzbaren Stallfläche muss eingestreut sein. Sind alle Hennen im Stall, dürfen maximal sechs Tiere pro Quadratmeter stehen.
Ansonsten sehen Bio-Ställe innen aus wie konventionelle (beschrieben in „2 Bodenhaltung“) – mit der Einschränkung, dass bei Mehretagen-Systemen maximal drei Ebenen zugelassen sind. Insgesamt sind pro Stall 3.000 Hennen erlaubt. Bio-Bauern und Bio-Bäuerinnen dürfen aber auch mehrere Ställe haben. Bio-Junghennen in Österreich, die noch keine Eier legen, müssen ab der zehnten Lebenswoche Zugang zu einem Außenscharrraum bekommen. Ein Auslauf ins Freie ist für Junghennen bei geeigneter Witterung ab der zwölften Lebenswoche vorgeschrieben. In Österreich müssen sogenannte Bruderhähne – also männliche Küken aus Legehennenlinien – grundsätzlich aufgezogen und zur Fleischproduktion genutzt werden. Anders als in der konventionellen Haltung ist im Bio-Bereich das Töten zu Fütterungszwecken nicht zulässig; in der konventionellen Haltung ist es hingegen erlaubt, männliche Küken beispielsweise als Futtertiere für Zoos zu verwenden.
In der biologischen Geflügelhaltung in Österreich sind keine bestimmten „Bio-Rassen“ vorgeschrieben. Da jedoch auch die männlichen Küken aus Legehennenlinien aufgezogen werden, greifen Bio-Betriebe zunehmend auf sogenannte Zweinutzungsrassen zurück. Diese Tiere erbringen sowohl in der Eiproduktion als auch in der Fleischleistung zufriedenstellende Ergebnisse.
Vorgeschrieben ist allerdings, dass zugekaufte Junghennen aus biologischer Herkunft stammen müssen – entweder aus dem eigenen Betrieb oder von anderen Bio-Betrieben. Nur in Ausnahmefällen, etwa wenn nachweislich keine Bio-Junghennen verfügbar sind, dürfen konventionell aufgezogene Küken zugekauft werden.
Mehr zu den Auflagen bei Bio-Eiern und wie diese Legehennen gefüttert werden, erfährst du im Artikel „Wie werden Eier in Österreich produziert?“.
Mobile Ställe
In der Bio- und Freilandhaltung kann der Boden vor allem in Stallnähe in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn zu viele Hennen am selben Fleck scharren und koten. Eine Lösung dieses Problems sind mobile Ställe. Die Legehennen werden in einer Art „Wohnwagen“ gehalten, der regelmäßig versetzt werden kann. So werden die Böden weniger belastet und es wird immer wieder ein anderer Bereich mit Hühnerkot gedüngt. Auch diese mobilen Ställe müssen sämtliche grundlegenden Anforderungen erfüllen, wie sie etwa für die Bodenhaltung vorgeschrieben sind, zum Beispiel hinsichtlich Sitzstangen, Nestern, Besatzdichte und Fütterungseinrichtungen. Einer der wirtschaftlichen Nachteile der mobilen Ställe ist, dass die Zahl an Legehennen begrenzt ist. Der Transport des Stalles von einem Standort zum nächsten kann problematisch sein, wenn der Boden zu nass ist. Im Winter wird ein fester Standort benötigt.
Wie gestaltet sich der Tagesrhythmus der Hühner?
Der Tagesrhythmus von Hühnern ist stark lichtgesteuert: Sie sind tagaktive Tiere, das heißt, sie sind bei Helligkeit aktiv und ruhen in der Dunkelphase. In Stallhaltungen – insbesondere in der Bodenhaltung – ist künstliche Beleuchtung notwendig, um einen stabilen Licht-Dunkel-Rhythmus sicherzustellen. In anderen Haltungsformen, etwa in der Biohaltung, wird im Stall künstliches Licht bei Bedarf ergänzend eingesetzt, beispielsweise zur Verlängerung der natürlichen Tageslänge in den Wintermonaten.
Licht als wichtiger Faktor in der Haltung
Licht zählt zu den wichtigsten Einflussfaktoren auf Leistung und Wohlbefinden von Legehennen. Eine längere Tageslichtdauer führt in der Regel zu einer längeren Futteraufnahmezeit und kann damit auch die Legeleistung positiv beeinflussen. Gleichzeitig ist eine fachgerecht eingestellte Beleuchtung entscheidend: Zu lange oder ungeeignet gestaltete Lichtphasen können Stress verursachen und Verhaltensprobleme wie Federpicken begünstigen.
Rechtlich vorgeschrieben ist jedenfalls eine zusammenhängende Dunkelphase von mindestens sechs Stunden pro Tag. In einigen Programmen mit weitergehenden Anforderungen, etwa bei BIO AUSTRIA, sind sogar mindestens acht Stunden Dunkelphase vorgesehen, um den Tieren ausreichend Ruhe und Schlaf zu ermöglichen.
Verschiedene Aktivitätsphasen im Tagesverlauf
Wenn Stall- und Auslaufbedingungen es zulassen, können Legehennen ihrem natürlichen Tagesrhythmus folgen. Dazu gehören Scharren und Picken, die Futtersuche, Sand- und Sonnenbaden zur Gefiederpflege sowie Ruhephasen – bevorzugt auf erhöhten Sitzstangen. In der ersten Tageshälfte sind die Hennen besonders aktiv: Sie erkunden ihre Umgebung, suchen Futter und legen ihre Eier, bevorzugt an geschützten, dunkleren Orten. Um die Mittagszeit folgt meist eine ruhigere Phase, in der sie sich ausruhen oder ihr Gefieder pflegen. Am Nachmittag werden die Tiere erneut aktiver, bevor sie sich gegen Abend auf erhöhte Plätze zurückziehen, um dort ihre Nachtruhe zu verbringen.
Eierbrüten: ein Grundbedürfnis?
Das Bedürfnis, Eier auszubrüten, wird von verschiedenen inneren und äußeren Faktoren beeinflusst. Entscheidend sind unter anderem eine ausreichende Anzahl von Eiern im Nest, geeignete Temperatur- und Lichtverhältnisse sowie die genetische Veranlagung der Legehenne. Bei modernen Legehennenlinien ist der Bruttrieb in der Regel nur schwach ausgeprägt.
Hühner-Schlaf als Balanceakt
Legehennen schlafen fast ausnahmslos im Sitzen auf erhöhten Positionen – in der Natur beispielsweise auf Ästen in Büschen und Bäumen. Im Stall können diese natürlichen Strukturen durch Sitzstangen nachgebaut werden. Dass Hühner dabei nicht das Gleichgewicht verlieren, liegt an einem speziellen Klammermechanismus: Beugen sie ihre Beine, spannen sich automatisch die Sehnen in den Zehen an, sodass sich die Krallen fest um die Stange schließen und auch im Schlaf sicher halten. Währenddessen kann die übrige Muskulatur weitestgehend entspannen, da das Halten der Position hauptsächlich passiv erfolgt. Andere Vögel schlafen übrigens auch in dieser Position.