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Die Legehenne in Österreich: Ein kurzer Lebenslauf

Woher kommen eigentlich jene Hennen, die in Österreich Eier legen? Hier findest du alles zur Vermehrung der Elterntiere, zu Brütereien, zur Junghennenaufzucht und zum Futter von Legehennen.

Zwei braune Legehennen stehen vor einem roten Hühnerstall mit geöffneten Klappen im Hintergrund. Zwei braune Legehennen stehen vor einem roten Hühnerstall mit geöffneten Klappen im Hintergrund.

Besonderheiten in Österreich

Aus welchen Eiern schlüpfen Legehennen?

Die Eier, aus denen Legehennen schlüpfen, stammen von speziellen Elterntierbetrieben. Diese Eier nennt man Bruteier. Im Unterschied zu Konsumeiern sind sie befruchtet – aus ihnen schlüpfen Küken, die später als Legehennen Eier für den Frischverzehr legen.

Die Legehennen in den Ställen, die unsere Eier legen, sind das Ergebnis eines aufwändigen Zuchtprogramms mit mehreren Kreuzungsschritten. Die verschiedenen Stufen dieser Zucht sind meist auf unterschiedliche Betriebe verteilt. So können sich die Betriebe jeweils auf ihre Aufgabe spezialisieren. Die Aufzucht von Küken und Junghennen stellt zum Beispiel andere Anforderungen an Stall, Fütterung und Betreuung als ein Betrieb, der Eier produziert.

Am Anfang der Zucht stehen sogenannte Großelterntiere, die auf wenigen internationalen Zuchtbetrieben gezüchtet werden. Dabei werden verschiedene Zuchtlinien miteinander kombiniert. Der Nachwuchs vereint dann die positiven Eigenschaften beider Linien – solche Tiere nennt man Hybride. Aus den Eiern dieser Tiere schlüpfen Küken, die später die Elterntiergeneration bilden.

Die Elterntiere für österreichische Betriebe stammen überwiegend aus einem internationalen Zuchtbetrieb in Deutschland. Sie werden entweder noch international aufgezogen oder kommen bereits als Küken nach Österreich. Hier wachsen sie auf rund fünfzehn Elterntieraufzuchtbetrieben heran. Auf den Elterntierbetrieben werden Hennen und Hähne gemeinsam gehalten, damit die Eier befruchtet werden. Diese Eier nennt man Bruteier.

Die Bruteier werden anschließend in eine Brüterei gebracht – davon gibt es in Österreich drei. Nach dem Schlupf wird das Geschlecht der Küken bestimmt. Weibliche Küken werden auf Junghennenaufzuchtbetriebe gebracht (etwa 160 Betriebe in Österreich). Dort wachsen sie heran, bevor sie später auf einen Legehennenbetrieb übersiedeln. In Österreich gibt es rund 1.235 solcher Betriebe, auf denen schließlich die Eier für den Frischverzehr produziert werden. Für männliche Küken gibt es unterschiedliche Verwendungen. Sie werden beispielsweise in der Bruderhahnaufzucht großgezogen oder als Futtertiere, etwa für Zoos oder Greifvogelstationen, genutzt (Zahlen aus 2025).

Entlang dieses Systems werden die Tiere also mehrmals zwischen spezialisierten Betrieben transportiert. Deshalb sind strenge Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen entlang der gesamten Produktionskette besonders wichtig, um die Einschleppung und Verbreitung von Krankheiten zu verhindern.

Infografik zeigt Zahlen zu Eierproduktion in Österreich: Zucht- und Legehennenbetriebe, Brütereien, Schlachthof. © Land schafft Leben 2026
Grafik zeigt Stammbaum und Züchtung von Legehennen in Österreich, mit internationaler Herkunft der Vorfahren. © Land schafft Leben 2026

Wie werden Eier für die Legehennenzucht ausgebrütet?

Die Bruteier, aus denen später Legehennen schlüpfen, werden in spezialisierten Brütereien ausgebrütet. Der Ablauf von der Anlieferung der Bruteier bis zum Transport der geschlüpften Küken ist sowohl funktionell als auch räumlich in verschiedene Bereiche unterteilt. Das ist ein wichtiger Bestandteil der Betriebshygiene: Die Produktion verläuft nur in eine Richtung. Dadurch wird verhindert, dass mögliche Krankheitserreger von geschlüpften Küken auf Bruteier übertragen werden. Brütereien spielen daher eine zentrale Rolle im Krankheitsmanagement der Geflügelproduktion, da von hier aus sonst weitere Produktionsstufen wie Aufzucht- oder Legebetriebe kontaminiert werden könnten.

Zu den wichtigsten Funktionsbereichen einer Brüterei zählen die Lagerung und Klassifizierung der Bruteier, deren Desinfektion, das Vorwärmen auf eine einheitliche Starttemperatur, die Bebrütung, der Schlupf sowie die anschließende Sortierung und Vorbereitung des Transports der Küken. Die Inkubation dauert etwa 21 Tage und erfolgt bei Temperaturen zwischen etwa 37 und 38 °C. Während dieser Zeit werden die Eier regelmäßig gewendet – ähnlich wie in der Natur, wo die Henne diese Aufgabe übernimmt. Dadurch kann sich der Embryo gleichmäßig entwickeln und wächst nicht an einer Seite der Eischale fest.

Während der Brut werden die Eier außerdem kontrolliert. Beim sogenannten „Schieren“ werden sie mit einer speziellen Lampe durchleuchtet, um zu prüfen, ob sie befruchtet sind und sich der Embryo normal entwickelt. Eier, in denen sich kein Embryo entwickelt, werden aussortiert und hygienegerecht entsorgt.

Ein wichtiges Ziel in Brütereien ist eine möglichst gleichzeitige Schlupfzeit der Küken. Dadurch können Arbeitsabläufe besser organisiert werden und die Küken haben einen ähnlichen Entwicklungsstand. Das wird unter anderem dadurch erreicht, dass möglichst gleich alte Eier verwendet und vor der Brut auf eine einheitliche Temperatur gebracht werden. Vermutlich spielt auch die Kommunikation zwischen den Küken im Ei eine Rolle: Küken können Geräusche wie das Piepsen anderer Küken oder das Anpicken der Eischale wahrnehmen, was den Schlupf zusätzlich anregen kann.

Vom Küken zur Legehenne

Frisch geschlüpfte Küken besitzen noch einen Dottersack, der sie in den ersten zwei Tagen nach dem Schlupf noch mit Nährstoffen versorgt. Daher können sie ohne anspruchsvolle Futterlogistik transportiert werden. Sobald die Küken in ihrem Aufzuchtbetrieb ankommen, ist es wichtig, dass die Haltungsbedingungen ihren Bedürfnissen entsprechen. Besonders Hygiene, Temperatur, Licht und Fütterung spielen in dieser frühen Entwicklungsphase eine zentrale Rolle und verändern sich im Laufe der ersten Wochen deutlich. Küken benötigen in den ersten Lebenstagen beispielsweise Temperaturen von etwa 32 bis 34 °C, während nach fünf bis sechs Wochen bereits 16 bis 18 °C optimal sind.

Auch die Lichtverhältnisse beeinflussen die Entwicklung der Tiere. In den ersten Tagen werden lange Lichtphasen eingestellt, damit die Küken ausreichend aktive Zeit zur Futteraufnahme haben und sich vom Transport erholen können. Regelmäßige Wechsel zwischen Licht und Dunkel helfen anschließend, einen gemeinsamen Tagesrhythmus der Herde zu entwickeln. In den ersten Wochen wird die Lichtphase dann schrittweise reduziert. Der Grund dafür ist, dass Licht ein wichtiger Faktor für das Einsetzen der Legeaktivität ist. Eine lange Lichtdauer kann die Legereife früh auslösen – deshalb soll sie zunächst hinausgezögert werden, damit die Junghennen genügend wachsen und sich körperlich entwickeln können. Das trägt wesentlich zu einer langen und gesunden Legeperiode bei.

Ab etwa der 16. Lebenswoche wird die Lichtphase wieder langsam verlängert, um das Einsetzen der Legeaktivität anzuregen. Im Alter von etwa 18 bis 20 Wochen beginnen die Legehennen dann in der Regel mit der Eiablage, wobei der genaue Zeitpunkt von der Zuchtlinie sowie von Faktoren wie Licht, Temperatur und Fütterung beeinflusst wird.

Damit sich die Tiere später wohlfühlen, sollten die Haltungsbedingungen während der Aufzucht möglichst ähnlich zu den späteren Bedingungen im Legebetrieb sein. Die Junghennen werden daher schrittweise an ihre zukünftigen Haltungsbedingungen gewöhnt, um Stress aufgrund einer ungewohnten Umgebung und mögliche Verhaltensstörungen zu vermeiden.

Infografik: Vier Stationen vom Großelternhuhn bis zum Elterntierbetrieb im konventionellen Legehuhnweg in Österreich. © Land schafft Leben 2026
Infografik zeigt in 4 Schritten den Lebensweg des Legehuhns in Österreich von der Brüterei bis zum Schlachthof. © Land schafft Leben 2026

Land schafft Leben © 2018

Wie werden Legehennen gefüttert?

Die Zusammensetzung und Qualität des Futters sind für Nutztiere – und damit auch für Legehennen – besonders wichtig. Die Tiere müssen nicht nur ihren Erhaltungsbedarf decken, also genügend Energie aufnehmen, um ihre normalen Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Sie benötigen auch zusätzliche Energie für ihre Leistung, also für die Produktion von Eiern.

Gerade zu Beginn der Legeperiode steigt der Energiebedarf stark an. Die Hennen beginnen bereits mit der Eiablage, wachsen aber gleichzeitig noch weiter – dafür benötigen sie zusätzliche Nährstoffe. Gegen Ende der Legeperiode sinkt der Energiebedarf leicht, bleibt aber in etwa auf dem Niveau, das nach dem Höhepunkt der Legeleistung erreicht wurde. Deshalb wird die Fütterung meist in verschiedenen Phasen angepasst, damit die Tiere in jeder Lebensphase optimal versorgt sind.

Das Futter besteht aus mehreren Komponenten und wird häufig in geschroteter Form angeboten. Typische Bestandteile sind Getreide wie Weizen und Mais sowie Soja als wichtige Eiweißquelle. Dazu kommen noch viele weitere Bestandteile, damit der Bedarf an wichtigen Nährstoffen wie zum Beispiel Protein, Aminosäuren, Calcium und Phosphor gedeckt wird.

Über das Futter lassen sich auch bestimmte Eigenschaften der Eier beeinflussen. Ein Mangel an essenziellen Fettsäuren kann beispielsweise zu einem geringeren Eigewicht führen, ein Calciummangel zu dünneren Eierschalen. Auch die Dotterfarbe hängt vom Futter ab: Sie wird durch natürliche Pigmente – sogenannte Carotinoide – bestimmt. Die Art der Carotinoide bestimmt, ob das Dotter eher hellgelb oder orange gefärbt ist.

In der Legehennenhaltung werden meist sogenannte Alleinfuttermittel verwendet. Das bedeutet, dass alle notwendigen Nährstoffe bereits in einem Futtermittel enthalten sind. Betriebe können dieses Futter entweder fertig von Futtermittelherstellern beziehen oder – wenn sie selbst Ackerbau betreiben – aus ihrem eigenen Erntegut mischen.

Bio-Fütterung für Legehennen

In der Bio-Legehennenhaltung dürfen – wie in der biologischen Nutztierhaltung generell – nur Futtermittel eingesetzt werden, die aus zertifiziert biologischer Erzeugung stammen. Für Junghennen unter 18 Wochen gilt jedoch noch bis 31. Dezember 2026 eine Ausnahmeregelung für Eiweißfuttermittel: Wenn nachweislich nicht ausreichend biologische Eiweißquellen verfügbar sind und die zuständige Behörde dies bestätigt, dürfen bis zu fünf Prozent konventionelle Eiweißfuttermittel eingesetzt werden. Dabei kann es sich beispielsweise um Kürbiskernkuchen oder Kartoffeleiweiß handeln. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass diese Futtermittel nachweislich gentechnikfrei sind. Außerdem dürfen keine künstlich hergestellten Zusatzstoffe wie synthetische Aminosäuren zugesetzt werden.

Land schafft Leben © 2018