Worauf kann man beim Einkauf von Eiern achten?
Was sind Eier? Was bedeuten Bio-, Freiland-, Boden- und Käfighaltung? Was sagt der Stempel am Ei über die Herkunft aus? Welche Siegel und Gütezeichen gibt es? Wir liefern dir Antworten.
Was sind Eier?
Ein Ei ist mehr als nur ein Lebensmittel – biologisch betrachtet ist es ein komplexes System, das alles enthält, was ein Küken für seine Entwicklung braucht. Es ist also das Fortpflanzungsprodukt eines Huhns. Wichtig zu wissen: Die Eier, die wir im Supermarkt kaufen, sind in der Regel nicht befruchtet. Daher kann sich darin von vornherein kein Küken entwickeln. Legehennen legen im Durchschnitt etwa alle 24 Stunden ein Ei, das sich entlang ihres Eileiters bildet. Dieser Prozess findet unabhängig davon statt, ob ein Ei befruchtet wird oder nicht. Da in der Legehennenhaltung meist keine Hähne in der Herde sind, kommt es in der Praxis gar nicht zur Befruchtung. Und selbst wenn ein Ei befruchtet wäre, würde sich daraus ohne Bebrütung kein Küken entwickeln.
Ein Hühnerei besteht aus drei gut sichtbaren Bestandteilen: dem Eidotter, dem Eiweiß und der Kalkschale. Auf dem Dotter liegt die sogenannte Keimscheibe – die eigentliche Eizelle. Aus ihr würde sich bei einer Befruchtung das Küken entwickeln. Der Dotter dient dabei als wichtigste Nährstoffquelle für den Embryo. Das Eiweiß umgibt den Dotter wie ein Schutzpolster, schützt unter anderem vor Keimen und liefert zusätzliche Nährstoffe. Zwei sogenannte Hagelschnüre halten den Dotter dabei in der Mitte des Eies und sorgen dafür, dass er stabil gelagert ist.
Die Eischale besteht überwiegend aus Kalziumcarbonat und wird innen zusätzlich von mehreren dünnen Membranen sowie außen von einer schützenden Oberhaut umgeben. Diese Schichten schützen das Ei vor Stößen und vor dem Eindringen von Keimen. Gleichzeitig besitzt die Schale viele feine Poren, durch die ein Gasaustausch möglich ist – denn auch ein Küken im Ei benötigt Sauerstoff.
Bevor Eier in den Handel gelangen, werden sie sorgfältig kontrolliert. Beschädigte oder stark verschmutzte Eier werden aussortiert, sodass nur Eier verkauft werden, die sich problemlos lagern und verzehren lassen.
Jedes einzelne Ei mit Schale (ausgenommen gefärbte Ostereier), das in der EU verkauft wird, muss mit einem sogenannten Erzeugercode gekennzeichnet sein. Auf www.eierdatenbank.at kann dieser eingegeben werden – so lässt sich sofort nachvollziehen, aus welchem Land und welcher Haltungsform, optional auch von welchem Betrieb, das Ei stammt. Die Eierdatenbank deckt über 90 Prozent der in Österreich produzierten Eier ab.
Die Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums direkt am Ei ist freiwillig. Der Erzeugercode am Ei ist in der Direktvermarktung, beispielsweise im Ab-Hof-Verkauf, nicht verpflichtend.
Unterscheidung von frischen Eiern mit Schale. Auf der Eierschale erkennbar sind:
| Haltungsform |
2 = Bodenhaltung 1= Freilandhaltung 0 = Bio |
| Herkunftsland | AT = Österreich |
| Legehennenalter | Betriebsnummer – Name und Anschrift über www.eierdatenbank.at |
Auf der Eierpackung gibt es verschiedene Angaben, die beim Einkauf Orientierung bieten. Verpflichtende Angaben, die auf der Eierpackung stehen, sind die Bezeichnung des Produkts, der Name und die Anschrift des Verpackers sowie die Packstellnummer und Güteklasse. Zusätzlich ist die Gewichtsklasse der Eier angegeben, eingeteilt in S, M, L oder XL. Ergänzend findet sich eine Erklärung des Erzeugercodes, also des Codes, der auf jedem einzelnen Ei aufgedruckt ist. Außerdem müssen die Art der Legehennenhaltung, Stückzahl oder Gesamtgewicht, Verbraucherhinweise wie Lagerempfehlungen und das Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben sein. Freiwillig können zusätzlich Informationen zur Fütterung oder verschiedene Qualitätssiegel ergänzt werden. Dazu gehören unterschiedliche Qualitäts- und Herkunftssiegel wie das Gentechnik-frei Kontrollzeichen, AMA-Gütesiegel, AMA-Biosiegel, Donausoja, Tierschutz geprüft, Tierwohl kontrolliert (bei Bio) oder Bio Austria.
Was erfahre ich über Eier in verarbeiteten Lebensmitteln?
Auf verarbeiteten Lebensmitteln, die Eier enthalten, ist erkennbar:
| Ob Eier enthalten sind: Nennung in der Zutatenliste | Eier, Ei, Vollei, Flüssigei, Volleipulver, Hühnervolleipulver |
| freiwillige Angabe der Haltungsform | Beispiel: „mit Eiern aus Bodenhaltung“ |
| freiwillige Angabe der Herkunft | Beispiel: „mit Eiern aus Österreich“ |
Enthalten verarbeitete Lebensmittel wie Backwaren, Teigwaren und Fertigsaucen Eier, müssen diese auf der Zutatenliste angegeben sein. Sie müssen außerdem im Zutatenverzeichnis optisch hervorgehoben werden, da sie zu den 14 kennzeichnungspflichtigen Allergenen gehören. Bei verpackten Lebensmitteln ohne Zutatenverzeichnis muss ein Extra-Hinweis angebracht werden, dass Eier enthalten sind. Über die Haltungsform und die Herkunft müssen keine Informationen bekannt gegeben werden.
Hier erfährst du mehr zum Thema Lebensmittelkennzeichnung.
Welche Informationen finde ich auf Ostereiern?
Ostereier, also gekochte und gefärbte Eier, gelten als Eiprodukte, da das Kochen als Verarbeitungsschritt zählt. Für die Kennzeichnung macht das einen erheblichen Unterschied: Die Haltungsform der Hennen sowie der Erzeugerbetrieb müssen nicht angegeben werden. Laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) müssen Ostereier nur mit folgenden Kennzeichnungen versehen sein:
Handelsübliche Bezeichnung: zum Beispiel „gekochte und gefärbte (Oster)Eier“
Name (Firma oder Firmenschlagwort) und Anschrift der erzeugenden oder verpackenden Firma/Betrieb
Stückzahl
Mindesthaltbarkeitsdatum
Kennzeichnung der Farbstoffe
Mehr zum Thema Gütesiegel findest du in unserem Artikel „Was Gütesiegel über Lebensmittel verraten“.