Wie lagert man Kartoffeln richtig?
Leicht keimende oder verfärbte Kartoffeln müssen nicht sofort entsorgt werden. Entscheidend sind Festigkeit, Aussehen und der richtige Umgang mit Keimen und grünen Stellen. Dieser Artikel erklärt, wann Kartoffeln noch genießbar sind und wann wegen Solanin Vorsicht geboten ist.
Dunkel, kühl, vier bis acht Grad, gut belüftet und trocken – so werden Kartoffeln optimalerweise daheim aufbewahrt. Am ehesten treffen diese Eigenschaften auf einen dunklen Keller zu. Im Wohnbereich empfiehlt sich der Kühlschrank, aber nur, wenn er nicht kühler als vier Grad ist. Ansonsten wandelt sich die Kartoffelstärke in Zucker um, was zu einem unangenehmen Geschmack führt. Beim anschließenden Erhitzen über 120 Grad entsteht das wahrscheinlich krebserregende Acrylamid.
Da sich Acrylamid also erst beim Backen, Braten, Frittieren oder Rösten bildet, sind gekochte oder gedünstete Kartoffeln frei davon. Auch Bratkartoffeln enthalten weniger Acrylamid, wenn die verwendeten Kartoffeln zuvor gekocht wurden. Wegen der Stärke-Umwandlung in Zucker sollte man auch rohe Kartoffeln nicht einfrieren. Sie werden beim Auftauen matschig und schmecken danach nicht mehr.
Dunkel lagern: Schutz vor grünen Stellen
Dunkelheit ist bei der Lagerung wichtig, weil sonst Keime und grüne Stellen entstehen. Zum Verdunkeln sollte man Papier oder einen Jutesack verwenden.
Wie lange man Kartoffeln lagern kann, hängt von der Art der Aufbewahrung ab. Gewaschene und gebürstete Kartoffeln, wie es sie heutzutage üblicherweise zu kaufen gibt, eignen sich überhaupt nur bedingt für eine längere Lagerung daheim. Es empfiehlt sich daher, eher kleinere Mengen und dafür öfter Kartoffeln zu kaufen. Frühkartoffeln sind am schlechtesten lagerfähig.
Kartoffeln und Zwiebeln getrennt lagern
In vielen Küchen werden Kartoffeln und Zwiebeln gemeinsam gelagert. Das wirkt zunächst praktisch, weil beide Lebensmittel kühl, trocken und dunkel gelagert werden sollten. Dennoch empfiehlt es sich, sie getrennt aufzubewahren. Zwiebeln geben das Reifegas Ethylen ab, das den Reifeprozess der Kartoffeln beschleunigen kann. Dadurch beginnen sie schneller zu keimen und verderben früher. Auch ihr Geschmack kann davon beeinflusst werden.
Was tun mit keimenden Kartoffeln?
Feste Kartoffeln, aus denen ein paar Keime wachsen, brauchen nicht gleich entsorgt werden. Die Keime können auch einfach großzügig weggeschnitten bzw. durch vorsichtiges Abreiben mit der Hand entfernt werden. Wichtiger ist die Konsistenz der Kartoffel. Sie sollte prall und fest sein. Sind Kartoffeln bereits schrumpelig und weich, sollte man sie in den Bio-Abfall geben. Dann haben sie meist auch schon das leicht giftige Solanin gebildet. Grüne Kartoffeln sollten wegen des Solanins ebenso aussortiert und nicht gegessen werden.
Was tun mit Verfärbungen an Kartoffeln?
Sind Kartoffeln an der Schale oder im Inneren verfärbt, muss man sie nicht gleich wegwerfen.
| Verfärbung | Empfehlung |
|---|---|
| Kleine grüne Stellen im Inneren und an der Schale. | Großzügig wegschneiden; enthalten das leicht giftige Solanin. |
| Graue Verfärbungen des Kartoffelfleisches nach dem Kochen. | Mitessen – kein Schaden; hat physikalische Gründe. |
| Silbergraue Flecken an der Schale. | Wegschneiden, auch wenn gesundheitlich unbedenklich; es handelt sich um Silberschorf, eine für den Menschen harmlose Pilzerkrankung. |
| Braune bis schwarze Flecken an der Schale. | Wegschneiden, auch wenn gesundheitlich unbedenklich; es handelt sich um die für den Menschen harmlose Pilzerkrankung Rhizoctonia solani. |