Welche Sprichwörter und Symboliken rund um den Käse gibt es?
Woher stammt die Bezeichnung „Käse“ und warum hat der Leberkäse mit Käse wenig zu tun? Und was bedeutet es, „unter einer Käseglocke“ zu leben? Dieser Artikel zeigt, welche Rolle Käse in der deutschen Sprache spielt.
Warum heißt Käse „Käse“?
Die Bezeichnung Käse kommt wahrscheinlich aus dem antiken Römischen Reich. Dort wurde das Lebensmittel „caesus“ genannt. Die Kelten und Germanen wiederum übernahmen Roms Käseherstellung und nannten das Produkt dann „kasi“.
Auf Französisch heißt Käse „fromage“ und auf Italienisch „formaggio“. Diese Ableitung kommt von den alten Griechen, die die gedickte Milch in geflochtene Körbe namens „formos“ stürzten.
Käse in der deutschen Sprache
Käse ist Teil beliebter Metaphern in der deutschen Sprache, wobei dieser vordergründig negativ konnotiert ist. Man denke nur an den Ausruf „So ein Käse!“ oder die Formulierung „Käse reden“. Das ist vermutlich historisch begründet: Käse war früher ein eher einfach herzustellendes und billiges Lebensmittel, dem nicht unbedingt zu allen Zeiten große Wertschätzung entgegengebracht wurde. Tatsächlich werden Lebensmittel im Deutschen generell besonders gerne als Metaphern genutzt, wie etwa „sich von der Schokoladenseite zeigen“, „seine Brötchen mit etwas verdienen“ und „jemandem reinen Wein einschenken“.
Was bedeutet die Redewendung „unter einer Käseglocke leben“?
Jemand, der bildlich gesprochen unter einer Käseglocke lebt, lebt gewissermaßen abgeschnitten von der Realität in seiner eigenen Welt. Man sieht zwar in die Käseglocke und auch aus ihr hinaus, wer sich unter der Glocke befindet, ist jedoch von äußeren Einflüssen abgeschirmt und bekommt nichts von dem mit, was um ihn herum passiert.
Warum heißt es „Leberkäse“?
Ob klassisch in der Semmel, mit Gurkerl, Senf oder zu Erdäpfeln: Mit Käse hat das traditionelle deutsch-österreichische Fleischgericht bekanntlich wenig zu tun. Bis heute sind sich Sprachforscherinnen und -forscher uneins, woher die Bezeichnung Leberkäse genau kommt. Einer Legende nach soll ein Metzger in Deutschland eine optische Ähnlichkeit mit einem Laib Käse erkannt haben und die Fleischspeise dementsprechend „Lääb-Kees“ genannt haben. Zudem lässt sich der Begriff „Käs“ auf einem alten deutschen Wortstamm zurückführen und heißt so viel wie „kompakte Masse“. Nachdem das Wort „Leber“ vermutlich aus dem „Laib“ entstanden ist, wäre Leberkäse dementsprechend ein „Laib aus kompakter Masse“ – und hat somit mit einigen Käsesorten etwas gemeinsam. Der Begriff Käse ist übrigens laut EU-Recht nur Produkten aus tierischer Milch vorbehalten, Leberkäse und Fleischkäse bilden hier die Ausnahme.