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Kann man das Ei noch essen?

Blauer Rand am Dotter und rote Flecken im Eigelb – ist das noch genießbar oder lieber weg damit? Wie wirkt sich das Färben von Ostereiern auf unsere Gesundheit aus? Und was ist mit Medikamentenrückständen aus der Tierhaltung? In diesem Beitrag erfährst du, worauf du achten solltest – und wann ein Ei wirklich nicht mehr auf den Teller gehört.

Spiegelei mit leuchtend orangegelbem Dotter in einer schwarzen Pfanne, Griff mit weißem Tuch umwickelt. Spiegelei mit leuchtend orangegelbem Dotter in einer schwarzen Pfanne, Griff mit weißem Tuch umwickelt.

Ist ein blauer Rand am Dotter bedenkenlos verzehrbar?

Kocht man Eier zu lange, färbt sich der Dotter am Rand grünlich bis bläulich. Das ist eine chemische Reaktion. Beim Kochen wird Schwefel freigesetzt. Es entsteht Schwefelwasserstoff. Dieser ist aber bedenkenlos verzehrbar.

Gekochtes Ei im Eierbecher auf Porzellanteller mit blauem Muster, daneben Messer und Salzstreuer auf Holztisch.

Sind rote Flecken im Dotter bedenkenlos verzehrbar?

Kleine Bluteinlagerungen im Dotter sind für den Verzehr unbedenklich und stellen kein gesundheitliches Risiko dar. Als optische Fehler sind sie in der Packstelle ein Grund, dass ein Ei aussortiert wird. Bei Eiern direkt von Bäuerin oder Bauer oder aus Hobbyhaltung können die unbedenklichen Einlagerungen aber vorkommen. Die Bluteinlagerungen sind Rückstände aus dem Eileiter der Henne und kein Anzeichen für eine Befruchtung des Eis oder einen Embryo.

Ist Eierfärben schädlich?

Man kann Eier mit natürlichen Mitteln wie roter Rübe, Spinat, Kurkuma und einigen weiteren Lebensmitteln färben. Oder man kauft künstlich hergestellte Eierfarben. Diese sind Lebensmittelfarben, gelten als Lebensmittelzusatzstoffe und sind daher mit einer sogenannten E-Nummer gekennzeichnet. Das allein bedeutet aber nicht, dass sie problematisch sind. Viele Eierfarben enthalten allerdings sogenannte Azofarbstoffe und stehen im Verdacht, bei Kindern ADHS zu verstärken. Die Studie aus 2007, auf welcher diese Erkenntnis beruht, wird jedoch immer wieder kritisch diskutiert. Aus Gründen des vorsorglichen Verbraucherschutzes muss bei der Verwendung dieser Azofarbstoffe auf der Verpackung: „Kann die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen.“ vermerkt sein.

Person hält einen Korb mit bunt bemalten Ostereiern in Stroh, im Freien aufgenommen.

Sind Farbrückstände am Osterei bedenkenlos verzehrbar?

Ostereier dürfen von Lebensmittelproduzenten nur mit zugelassenen Lebensmittelfarben gefärbt werden. Nimmt das hartgekochte Eiweiß die bunte Farbe der Schale an, kann es dennoch bedenkenlos verzehrt werden.

Können Eier Rückstände enthalten?

Wenn die Hühner Medikamente bekommen, ihr Futter mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln gegen Schaderreger behandelt oder ihr Stall chemisch gereinigt wurde, besteht die Gefahr, dass Rückstände ins Ei gelangen. Für Rückstände gibt es gesetzliche Grenzwerte. Werden diese überschritten, dürfen die Eier nicht verkauft werden. Nach jedem Antibiotikaeinsatz gibt es eine gesetzliche Wartefrist, während der die Eier nicht verkauft werden dürfen. Den Fipronil-Skandal 2017 löste ein Reinigungsmittel aus, dass das Insektizid Fipronil enthielt. Legehennenhalterinnen und -halter in Belgien, den Niederlanden und Deutschland setzten es ein. Österreichische Bäuerinnen und Bauern brachten das Fipronil-haltige Mittel nicht aus.

Wie kann man sich vor Salmonellen in Eiern schützen?

Vor allem der Verzehr von Eiern und Schweinefleisch, seltener von Geflügelfleisch, kann zu einer Salmonelleninfektion führen. In der EU wurden 2023 rund 77.000 bestätigte Fälle gemeldet.

Verschmehlte Hände schlagen ein Ei in eine Mulde aus Mehl auf, im Vordergrund liegen Tomaten und Ei.

Vor allem der Verzehr von Eiern und Schweinefleisch, seltener von Geflügelfleisch, kann zu einer Salmonelleninfektion führen. In der EU wurden 2023 rund 77.000 bestätigte Fälle gemeldet. Die gute Nachricht: Salmonellen werden bei mindestens zehnminütigem Erhitzen über 70 Grad Celsius abgetötet. Gefahr besteht dennoch, wenn infizierte rohe Lebensmittel noch vor dem Erhitzen mit beispielsweise Salat, Gemüse oder den Händen in Berührung kommen und so zum Mund gelangen. Das lässt sich mit guter Küchenhygiene verhindern. Salmonellen in Eiern werden beim Erhitzen abgetötet, Gefahr besteht nur bei sehr weich gekochten Eiern, die im Inneren noch flüssig sind.

Beim Ei sitzen die Salmonellen meist auf der Schale, können aber diese durchdringen und ins Innere gelangen. Wäscht man Eier, wird die Schutzfunktion, die ein Eindringen von Salmonellen verhindern könnte, zerstört. Bäuerinnen und Bauern schützen Hühner mit einer Impfung vor einer Salmonellen-Infektion.

Die Ansteckung erfolgt durch die Aufnahme von Salmonellen mit der Nahrung. Lebensmittel, die am häufigsten Salmonellen enthalten sind Eier und Eiprodukte, Geflügel, Fleisch und Fleischprodukte, Milcherzeugnisse und Speiseeis. Eine Erkrankung kommt normalerweise nur zustande, wenn verhältnismäßig große Bakterienmengen aufgenommen werden. Diese Menge wird bei unsachgemäßer Lagerung der Lebensmittel relativ leicht erreicht, da sich Salmonellen in Lebensmitteln bei Raumtemperatur innerhalb weniger Stunden stark vermehren können.

Sechs bis 72 Stunden nach der Aufnahme der Krankheitserreger treten die ersten Symptome auf. Diese sind akuter Brechdurchfall und wässriger Stuhl, Fieber, starkes Krankheitsgefühl und Kreislaufschwäche. In der Regel ist ein Flüssigkeits- und Elektrolytersatz ausreichend, nur in Ausnahmefällen ist eine antibiotische Therapie notwendig. Die Symptome klingen nach ein bis zwei Tagen wieder ab. Ein tödlicher Ausgang einer Salmonellen-Infektion ist bei gesunden Personen äußerst selten. Bei Neugeborenen und Säuglingen sowie abwehrgeschwächten oder sehr alten Personen können die Symptome schwerwiegender ausfallen. Im Jahr 2024 wurden rund 1.400 Fälle von Salmonellen-Infektionen in Österreich bestätigt. Das bedeutet rund 16 Fälle pro 100.000 Einwohner.