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Herkunftskennzeichnung: Woher kommen die Eier in verarbeiteten Produkten?

Bei Frischeiern ist die Herkunft in Österreich klar nachvollziehbar – bei verarbeiteten Produkten hingegen bleibt sie meist im Dunkeln. Obwohl Eier in unzähligen Lebensmitteln stecken, fehlt oft die Kennzeichnung. Warum das problematisch ist, liest du hier.

So lückenlos in Österreich die Herkunft und Haltungsform jedes Frischeies nachvollzogen werden können, so wenig ersichtlich ist diese oft bei verarbeiteten Produkten und im Außer-Haus-Konsum. Ausgenommen ist die Gemeinschaftsverpflegung, für die seit 2023 eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Eier gilt. Branchenvertreterinnen und Tierschützer sprechen hier gern vom „anonymen Markt“ und tragen ihren Wunsch nach Kennzeichnung seit vielen Jahren in die politische und öffentliche Debatte. Wenn man weiß, dass in praktisch jedem zweiten verarbeiteten Produkt irgendetwas vom Ei drin steckt, dann kann man die Dimensionen erahnen. Österreichische Qualität kostet mehr und diese ersparen sich also eine ganze Reihe von Produzentinnen und Produzenten. Auch wenn sich, nicht zuletzt als Konsequenz des Fipronilskandals 2017, ein Trend zum heimischen Ei in Gastronomie und Verarbeitung abzuzeichnen beginnt, wie Roman Amering, Geschäftsführer des Flüssigeiherstellers Amering uns im Filminterview mitteilt. 

Der Tiroler Marktführer bei Eierteigwaren Recheis setzt seit jeher auf Eier heimischer Herkunft. Bei vielen anderen Konkurrenzprodukten fehlt ein entsprechender Hinweis. Die Angabe „Hergestellt in Österreich“ auf einem Produkt heißt übrigens nicht, dass es sich dabei um heimische Zutaten handeln muss.

Eier finden sich etwa in den wichtigen Produktgruppen Backwaren, Eierteigwaren, Saucen, Liköre, Süßwaren und Convenienceprodukten überaus häufig. In den allermeisten Fällen können Konsumentinnen und Konsumenten bei solchen Fertigprodukten nicht erkennen, wo und unter welchen Haltungsbedingungen die enthaltenen Eier produziert wurden. Vielen ist nicht bewusst, dass es so passieren kann, unbewusst Käfigeier zu konsumieren. Michael Wurzer, Geschäftsführer der Geflügelwirtschaft Österreich, spricht hier von einer Art Doppelmoral: „Beim Frischei wollen wir das Beste und beim Kuchen ist es uns scheinbar egal, wenn Käfigei drin ist.“ Freilich sieht auch er das Hauptproblem im mangelnden Bewusstsein und wünscht sich „mehr Transparenz in diesem anonymen Markt.“