Zum Inhalt springen
Land schafft Leben
Land schafft Leben

Wir brauchen Dich! Begib dich mit uns auf die Spur deines Essens – werde Mitglied oder spende einmalig.

Welche Hausschweinrassen gibt es in Österreich?

In Österreich zählen Pietrain, Edelschwein, Landrasse, Duroc, Schwäbisch-Hällisch, Mangalitza und Turopolje zu den wichtigsten Hausschweinrassen. Wir haben ihre wichtigsten Eigenschaften hier zusammengefasst und zeigen euch, was sie jeweils besonders macht.

Pietrain

Die Väter der meisten Mastferkel sind Pietrain-Eber. Optisch fallen ihre schwarzen Flecken auf, die manchmal auch auf die Mastschweine durchschlagen. Pietrain ist die Fleischrasse schlechthin. Die Eber zeichnen sich durch eine sehr gute Futterverwertung und Fleischfülle aus. Das bedeutet, dass sie für ein Kilogramm Fleisch, im Vergleich zu anderen Rassen, wenig Futter benötigen. Heute sind sie zudem stressstabil und haben homogene und vitale Nachkommen.

Edelschwein

Eines der Großelterntiere der meisten Mastferkel ist ein Edelschwein. Es zeichnet sich durch eine hohe Fruchtbarkeitsleistung, sehr gute Fleischqualität und Muttereigenschaften aus. Optisches Merkmal des Edelschweins sind die stehenden Ohren. 

© Reinhar Gessl – Bioschwein Austria

Landrasse

Das zweite Großelterntier der meisten Mastferkel ist ein Schwein der Landrasse. Auch diese Rasse steht für eine hohe Fruchtbarkeitsleistung und sehr gute Muttereigenschaften. Die Landrasse zeigt eine gute Tageszunahme und Fleischqualität. Optisch auffällig sind die nach vorne hängenden Ohren. 

In Bezug auf die Genetik beziehungsweise die Leistung der Mastferkel macht es übrigens keinen Unterschied, ob Edelschwein oder Landrasse jeweils das Großvater- oder das Großmuttertier stellen. Beide Varianten kommen in der Praxis vor.

Duroc

Rotes Duroc-Schwein schaut neugierig über einen Metallzaun im Stall, weitere Schweine im Hintergrund auf Stroh.

Das Duroc-Schwein ist eine US-amerikanische Rasse. Es zeichnet sich durch eine sehr gute Fleischqualität, gute bis sehr gute Tageszunahmen und eine mittlere bis gute Futterverwertung aus. Duroc-Schweine werden vor allem von Direktvermarktern gemästet, da sie einen höheren Fettanteil und mehr Speck aufweisen. Dieses Fett wirkt als Geschmacksträger und sorgt – wie bei allen Schweinerassen – für einen intensiveren Fleischgeschmack. Am Markt gefragt sind jedoch meist Schweine mit einem hohen Magerfleischanteil. Teilweise werden Duroc-Schweine in die Vaterlinie von Hybrid-Mastschweinen eingekreuzt.

Schwäbisch-Hällisch

Mehrere schwarz-weiß-rosa Schwäbisch-Hällische Schweine stehen auf Stroh in einem hellen Stall.

Die schwarz-weiß-schwarze Färbung ist das optische Hauptmerkmal der Rasse Schwäbisch-Hällisch. Namensgebend ist ein Landkreis in Baden-Württemberg. Schwäbisch-Hällisch ist eine alte Hausschweinrasse, wird heute jedoch nicht mehr im großen Stil, sondern vor allem von Direktvermarktern und einigen Biobetrieben gemästet. Die Rasse zeichnet sich durch ihre Robustheit und ihren hohen Anteil an intramuskulärem Fett aus – das Fleisch ist entsprechend stärker mit Fett durchzogen. Manche Betriebe mästen auch Kreuzungen aus Duroc und Schwäbisch-Hällisch.

Mangalitza

Ein zotteliges Mangalitza-Wollschwein steht mit gesenktem Kopf im seichten Wasser, Sonnenflecken auf dem Fell.

Mangalitza-Schweine werden nur im kleinen Stil gemästet, meist von Direktvermarktern und häufig in Freilandhaltung. Im Vergleich zu anderen Hausschweinrassen besitzen sie ein sehr dichtes Haarkleid. Es gibt sie in drei Farbschlägen: blond, rot und schwabenbäuchig (schwarzes Fell mit gelblich-weißen bis silbergrauen Partien am Bauch). Die wollige Behaarung und eine dicke Speckschicht machen sie besonders gut für die Freilandhaltung geeignet. Bei Merkmalen wie Tageszunahme und Futterverwertung können sie jedoch bei weitem nicht mit ÖHYB-Mastschweinen mithalten.

Turopolje

Das Turopolje ist eine der ältesten Schweinerassen Europas und als seltene Haustierrasse vom Aussterben bedroht. Seine Widerstandsfähigkeit macht das Turopolje zu einem idealen Kandidaten für die extensive (Bio-)Freiland- oder Weidehaltung. In Österreich findet man die Rasse vor allem in der Direktvermarktung und Eigenversorgung. Das Fleisch der langsam wachsenden, spätreifen Fett-Speckschweine eignet sich besonders gut für die Herstellung von Dauerwurstwaren und Speck.