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Schweinefleisch: Inhaltsstoffe und Krebsrisiko

Schweinefleisch kann wichtige Nährstoffe liefern. Es sollte jedoch nur in maßvollen Mengen verzehrt werden, insbesondere wenn es sich um verarbeitetes Fleisch handelt. Dieser Artikel zeigt, welche Inhaltsstoffe im Schweinefleisch stecken, wie sie sich je nach Fleischteil unterscheiden und weshalb die Internationale Agentur für Krebsforschung rotes Fleisch als wahrscheinlich krebserregend einstuft.

Schweinefleisch liefert hochwertiges Eiweiß mit allen essenziellen Aminosäuren. Der Kohlenhydratgehalt ist gering. Besonders hervorzuheben ist der Gehalt an B-Vitaminen, vor allem Vitamin B1, außerdem an Vitamin B2, B6 und B12. Wie hoch die jeweiligen Gehalte sind, hängt unter anderem von Fleischstück, Fettanteil, Alter, Rasse und Haltung des Tieres ab.1

Der Fettanteil unterscheidet sich je nach Fleischteil stark: Während ein Schweineschnitzel (Oberschale) rund zwei Prozent liefert, enthält ein Schopfbraten (Schweinekamm) knapp 17 Prozent.2

Infografik zu Schweineschnitzel: 74,9 g Wasser, 22,2 g Eiweiß, 1,9 g Fett, 106 kcal pro 100 g, wenige Kohlenhydrate. © Land schafft Leben 2025
Rohes Stück Schopfbraten mit Nährwertangaben pro 100g: 191 kcal, 65,1g Wasser, 16,7g Eiweiß, 13,8g Fett. © Land schafft Leben 2025

Krebsrisiko im Zusammenhang mit Schweinefleischkonsum

Schweinefleisch zählt zur Kategorie „rotes Fleisch“. Nach der Definition der IARC (internationale Agentur für Krebsforschung, eine Einrichtung der WHO) zählen unverarbeitete Muskelteile von Säugetieren, darunter Rind, Kalb, Schwein, Lamm, Schaf, Pferd und Ziege zum roten Fleisch. Dieses wird immer wieder mit der Förderung des Wachstums von Krebszellen in Zusammenhang gebracht, vor allem mit Dickdarmkrebs.

Bei der Verarbeitung und bei starker Erhitzung können Stoffe entstehen, die für die Krebsbewertung relevant sind. Dazu zählen unter anderem N-Nitroso-Verbindungen, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und heterozyklische aromatische Amine. Besonders hohe Temperaturen beim Braten, Grillen oder Barbecue können deren Bildung fördern.

Die IARC stuft den Verzehr von rotem Fleisch als wahrscheinlich krebserregend für Menschen ein. Die Beweislage beim Menschen wird als begrenzt bewertet, beobachtet wurden vor allem Zusammenhänge mit Darmkrebs. Verarbeitetes Fleisch gilt als krebserregend für Menschen, Gruppe 1, wobei ausreichende Belege für einen ursächlichen Zusammenhang mit Darmkrebs vorliegen. Diese Einstufung beschreibt eine Gefahr, nicht das persönliche Risiko einer einzelnen Mahlzeit.3

Die Risiko-Gruppen der IARC:

Die Internationale Agentur für Krebsforschung hat Gruppen definiert, anhand deren sie das angeben, wie hoch das Risiko eines Lebensmittels ist, für den Menschen krebserregend zu sein.

  • Gruppe 1: krebserregend für den Menschen

  • Gruppe 2A: wahrscheinlich krebserregend für den Menschen

  • Gruppe 2B: möglicherweise krebserregend für den Menschen

  • Gruppe 3: hinsichtlich der krebserregenden Wirkung für den Menschen nicht einstufbar

Die Gruppen geben an, wie stark die wissenschaftlichen Belege dafür sind, dass ein Produkt Krebs verursachen kann. Sie machen allerdings keine Angabe darüber, wie groß das persönliche Risiko bei einer bestimmten Menge oder einzelnen Exposition ist.4

Quellen

1 Rimbach et al. (2025): Lebensmittel-Warenkunde für Einsteiger

2 Elmadfa et al. (2025): Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle

3 International Agency for Research on Cancer (2015): Red Meat and Processed Meat

4 International Agency for Research on Cancer (2019): Preamble to the IARC Monographs. IARC Monographs on the Identification of Carcinogenic Hazards to Humans