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Worauf kann man beim Einkauf von Kren achten?

Kren gehört zu vielen traditionellen Gerichten der Küche Österreichs. Mit seinen Senfölen kann er manchen die Tränen in die Augen treiben, wird aber auch für sein besonderes Aroma geschätzt. Die scharfe Wurzel wird fast ausschließlich in der Steiermark produziert und kommt in verschiedenen Formen in den Handel: Worauf es beim Einkauf von Kren ankommt – von Herkunft, Aussehen und Gütesiegeln bis zu verarbeiteten Produkten – erfährst du in diesem Artikel.

Was ist Kren?

Was man als Kren kennt, ist die Wurzel der Krenpflanze. Sie gehört zur Familie der Kreuzblütler, genauso wie Senf, Raps, Chinakohl, Radieschen und Kresse. Die Unterscheidung von Kren nach klassische Zuchtsorten, wie es bei Gemüse wie Tomaten oder Karotten der Fall ist, hat in Österreich eher keine Bedeutung. Stattdessen wird er vor allem nach seiner Herkunft differenziert.1

Die Krenpflanze kann mehrere Jahre alt werden. In der Verwendung als Lebensmittel hat sich jedoch die Ernte im Spätherbst desselben Jahres oder die Frühjahrsernte im Folgejahr etabliert. Wie die Krenpflanze wächst und wie viel Aufwand der Anbau darstellt, kannst du in unserem Artikel „Wie wird Kren in Österreich angebaut“ herausfinden.

Woher hat der Kren seinen Namen?

Kren wird in verschiedenen Ländern, beispielsweise auch in Ungarn, Deutschland und in den USA angebaut. Demnach ist er in den weltweiten Supermärkten auch unter verschiedensten Namen zu finden. In Österreich, aber auch in Bayern, verwendet man die Bezeichnung Kren, die vermutlich vom urslawischen Wort „chrěnъ“ abstammt. Im restlichen deutschsprachigen Raum heißt Kren Meerrettich, im Englischen wird er „horseradish“ genannt.2,3

Das japanische Pendant zu Kren nennt man Wasabi. Die Pflanze gehört wie Kren zur Familie der Kreuzblütler, bildet jedoch eine eigene Art und hat eine grüne Farbe. Anders als bei Kren wird nicht die Wurzel verzehrt, sondern wie etwa bei Kartoffeln das unterirdisch beziehungsweise unter Wasser wachsende Sprossorgan. Dabei handelt es sich um eine Verdickung der Sprossachse, des oberirdischen, blättertragenden Teil der Pflanze. Wie Kren enthält auch Wasabi schwefelhaltige Verbindungen, die hauptsächlich für die Schärfe verantwortlich sind. Deshalb werden beide ähnlich verwendet.

Im österreichischen Handel ist er hauptsächlich als Pulver oder als Paste erhältlich. Da der Anbau von Wasabi anspruchsvoll und außerhalb Asiens wenig verbreitet ist, sind die Preise entsprechend hoch. Dadurch wird in vielen Wasabi-Produkten Kren als Hauptbestandteil verwendet, da er eine ähnliche Schärfe aufweist.4

Unverarbeitete Krenstangen

Die frisch geernteten Krenwurzeln werden entweder foliert und als ganze Stange zum Verzehr angeboten oder weiterverarbeitet, beispielsweise zu geriebenem Kren. Die Stangen sollten hart sein und eine intakte Schale haben. Sie sollten außerdem immer nur im Ganzen gekauft werden, da angeschnittene Wurzeln schnell austrocknen und ihr Aroma verlieren können.

Auch die Farbe des Fleisches ist wichtig: Sie sollte weiß bis hellgelb sein. Grüne Verfärbungen an der Schale weisen darauf hin, dass die Krenstange nicht vollständig unter der Erde gewachsen und mit Sonnenlicht in Kontakt gekommen ist. Grüner Kren ist trotzdem reif und kann normal verzehrt werden.

Zudem kann der Pilz Verticillium die sogenannte Krenschwärze auslösen. Dadurch können graue bis schwarze Streifen im Krenfleisch entstehen. Ein typisches Merkmal von geografisch geschütztem steirischem Kren ist außerdem ein gebogener Kopf am oberen Ende der Wurzel.5,6

Kren-Kategorien

Für Krenstangen gibt es verschiedene Warenkategorien. Die Einteilung in die Klassen A, B und C erfolgt nur für unverarbeiteten Kren. Sie unterscheiden sich vor allem im Mindestdurchmesser der Wurzeln. Die dünneren und kürzeren Seitenwurzeln fallen in Kategorie C, während Krenstangen zumeist in Kategorie A verkauft werden.7

Mögliche Siegel beim Kren

Lebensmittel können verschiedene Gütesiegel tragen, die bestimmte Merkmale und Eigenschaften hervorheben. Dadurch wird es Konsumentinnen und Konsumenten erleichtert, gezielt Produkte mit den von ihnen gewünschten Eigenschaften zu finden.

Beim Kren wird vor allem die geografische Herkunft durch das g.g.A.-Siegel hervorgehoben. In Österreich steht es für einen Anbau in ausgewählten Teilen der Steiermark. Es gibt jedoch zum Beispiel auch Kren-Produkte aus biologischem Anbau, die mit dem europäischen Bio-Logo gekennzeichnet sind. In unserem Artikel zu Gütesiegeln kannst du mehr über die verschiedenen Siegel erfahren.

Steirischer Kren g.g.A.

Steirische Krenwurzeln oder verarbeitete Kren-Produkte können das EU-weit gültige g.g.A.-Zeichen tragen, das für „geschützte geografische Angabe“ steht. Das Qualitätssiegel hebt die Verbindung zwischen der geografischen Herkunft und der speziellen Qualität des Krens hervor.

Damit die Kren-Produkte das Gütezeichen tragen dürfen, muss die Wurzel in festgelegten Regionen der Steiermark angebaut worden sein. Im Rahmen des Gütezeichens muss die Verarbeitung von Steirischem Kren g.g.A. jedoch nicht zwingend in der Steiermark erfolgen.8 Mehr zu Steirischem Kren g.g.A. kannst du in unserem Artikel „Wo wird Kren angebaut“ erfahren.

Welche verarbeiteten Produkte aus Kren gibt es?

Neben der unverarbeiteten Krenstange als Ganzes gibt es im Handel auch verschiedene Kren-Produkte, mit denen sich das tränentreibende „Kren reiß’n“ gespart werden kann. Diese Produkte können vor allem in ihren Zutaten und in ihrem Schärfegrad variieren.

Geriebener Kren, eine Reibe und ein Stück frischer Meerrettich auf einem Holzbrett.

Geriebener Kren

Für geriebenen Kren können auch die anfallenden Seitenwurzeln oder kleinere Stangen verwendet werden. In manchen Rezepturen werden bestimmte Zusatzstoffe, wie beispielsweise Antioxidationsmittel, hinzugefügt. Diese ermöglichen eine längere Haltbarkeit und den Erhalt des scharfen Aromas von frisch geriebenem Kren.9

Cremiger Kren

Cremigen Kren gibt es in vielen verschiedenen Varianten, zum Beispiel als Tafelkren aus der Tube oder verzehrfertigen Apfel- oder Oberskren aus dem Glas. Auch in diesen Produkten schützen Zusatzstoffe den Kren vor Verderb und Abnahme der Frische. Für eine cremige Konsistenz werden zudem meist Speiseöle zugesetzt. Der Schärfegrad kann von würzig-scharf bis cremig-mild reichen.10

Quellen

1 Laber, Lattauschke (2020) Gemüsebau, S. 386 ff.

2 Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (dwds.de: Kren; zugriff: 08.09.2026)

3 Etymologisches Wörterbuch des Althochdeutschen (ewa.saw-leipzig.de: Krên; Zugriff: 08.09.2026)

4 Saemereien Botanik (saemereien.ch: Meerrettich und Wasabi: scharfe Würzpasten im Vergleich; Zugriff: 04.09.29026)

5 BMLUK (bmluk.gv.at: Steirischer Kren g.g.A.; Zugriff: 04.09.2026)

6 QUA (2018) Steirischer Kren g.g.A., S. 17

7 Landwirtschaftskammer Steiermark (2016) Kren, S. 1 f.

8 EU-Verordnung Nr. 1151/2012 über Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel „STEIRISCHER KREN g.g.A.

9 SPAR (spar.at: Produktwelt, Kren; Zugriff: 04.09.2026)

10 SPAR (spar.at: Produktwelt, Kren; Zugriff: 04.09.2026)