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Ist Kren gesund?

Beim Reiben von Kren entstehen Senföle. Die machen den Kren so scharf. Sie reizen Nase und Augen, zeigen aber antibakterielle Eigenschaften. Außerdem liefert der Kren Vitamin C und Ballaststoffe – letztere sind besonders förderlich für die Verdauung.

Welche Inhaltsstoffe hat Kren?

Kren enthält vor allem Senfölglykoside, aus denen beim Reiben scharf schmeckende Senföle entstehen, die für seinen typischen Geschmack verantwortlich sind. Kren enthält außerdem verdauungsförderliche Ballaststoffe und liefert Vitamin C.1 Hiervon enthält Kren bei gleicher Menge mehr als das doppelte von Zitronensaft.2 Zudem liefert Kren kleinere Mengen an B-Vitaminen. Auch Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen sind enthalten. Aufgrund der Schärfe wird er allerdings meist eher in geringen Mengen verzehrt.3

Person hält frisch geerntete Krenwurzel mit Erde und grünen Blättern in der Hand, Hintergrund unscharf.

Was gibt dem Kren die Schärfe?

Für den scharfen Geschmack der Wurzel, der manchmal sogar zu Tränen reizt, sind flüchtige Senföle, sogenannte Isothiocyanate, verantwortlich. Ihre Vorstufen sind schwefelhaltige Glukosinolate, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören. Im Kren kommen vor allem die Vorstufen Sinigrin und Gluconasturtiin. Damit aus diesen beiden Senföl-Vorstufen Senföl entsteht, müssen die Zellen des Krens zerstört werden. Das passiert etwa beim Schneiden oder Reiben des Krens. Dabei treffen die Glukosinolate auf das natürlicherweise enthaltene Enzym Myrosinase, das ihre Spaltung auslöst. Frisch geriebener Kren verliert mit der Zeit jedoch an Schärfe, kann sich dunkel verfärben und unerwünschte Geschmacksnoten entwickeln.4

Schärfe ist übrigens nicht gleich Schärfe! In scharfen Paprika, Pfefferoni oder Chili ist – anders als beim Kren – der Stoff Capsaicin für die Schärfe verantwortlich.5

Wirkung der Senföle im Körper

Senföle im Kren zeigen antibakterielle Eigenschaften und können die Schleimlösung fördern. Studien deuten darauf hin, dass Zubereitungen aus Kren – häufig in Kombination mit Kapuzinerkresse – bei unkomplizierten Atemwegs- oder Harnwegsinfekten unterstützend wirken können. Die wissenschaftliche Evidenz ist jedoch begrenzt und die Wirkung ist nicht mit der von Medikamenten wie Antibiotika gleichzusetzen. Kren kann daher sinnvoll ergänzend eingesetzt werden, ersetzt aber keine medizinische Behandlung6.

Kann man zu viel Kren essen?

Nicht nur aufgrund seiner Schärfe kann Kren Tränen in die Augen treiben. Denn wer es mit dem Krenkonsum einmal übertreibt, riskiert eine direkte Reaktion, die sich als  Reizung der Mund- und Magenschleimhaut bemerkbar macht und somit auch zu Magen-Darm-Beschwerden führen kann. Beim Konsum größerer Mengen können Nebenwirkungen wie Magenverstimmung, blutiges Erbrechen und Durchfall auftreten.7

Quellen

1 Walters (2021): Horseradish: A Neglected and Underutilized Plant Species for Improving Human Health

2 Rimbach et al. (2025): Lebensmittel-Warenkunde für Einsteiger

3 Vigl (2024): Harnwegsinfekte: Senföle für die Blase; Thieme Natürlich Medizin unter Harnwegsinfekte: Senföle für die Blase – Natürlich

4 WebMD (webmd.com: Horseradish - Uses, Side Effects, and More; Zugriff: 16.07.2026)