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Wo wird Kren angebaut?

Kren ist ein scharf-würziges Wurzelgemüse, das in Österreich zu vielen traditionellen Gerichten gereicht wird. Unterschieden wird er vor allem nach Herkunft und nicht, wie beispielsweise Äpfel, nach unterschiedlichen Sorten. Fast der gesamte österreichische Kren wird in der Steiermark angebaut. Er gilt als steirisches Kulturgut, dessen Herkunft durch ein europäisches Siegel garantiert sein kann. Was dieses Siegel zur Herkunftsangabe genau bedeutet und wo Kren noch angebaut wird, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist Kren?

Was wir als Kren kennen, ist die unterirdisch wachsende Wurzel der Krenpflanze. Sie wird entweder im Spätherbst geerntet oder im Boden überwintert und kommt erst im Frühling vom Feld.

Im Vergleich zu einigen anderen Kulturpflanzen ist der Krenanbau arbeitsaufwändiger: Schon das Sprichwort „Der Kren will täglich seinen Herren sehen“ lässt den Aufwand erahnen. Welche Arbeitsschritte anfallen, damit der Kren so heranwächst, wie wir ihn aus dem Handel kennen, erfährst du in unserem Artikel über den Anbau von Kren.

Steirischer Kren für ganz Österreich

Kren wird in Österreich fast ausschließlich in der Steiermark angebaut. Im Jahr 2025 wurden dort 99 Prozent der Ernte produziert, der Rest in Nieder- und Oberösterreich. Im Vergleich zu anderen Gemüsekulturen wie Zwiebeln, Karotten und Tomaten hat Kren in der österreichischen Landwirtschaft nur eine eher geringe mengen- und flächenmäßige Bedeutung. Im steirischen Hauptanbaugebiet machte er im Jahr 2025 aber rund zehn Prozent der Gesamtmenge an geerntetem Gemüse aus.1

Weite Reihen junger Pflanzen auf einem Acker, dazwischen vertrocknete Pflanzenreste, Blick Richtung Horizont.

Wichtige Kren-Regionen in Österreich

Eine Region hat im österreichischen Krenanbau traditionell besonders viel Bedeutung: der südliche und süd-östliche Teil der Steiermark. Klima und Böden werden dort als sehr gut geeignet beschrieben, um Kren in gewünschter Qualität zu produzieren. Grund dafür ist, dass die Pflanze tiefgründige und mittelschwere Böden mit einer guten Verfügbarkeit von Wasser braucht. Dadurch können sich die tiefreichenden Wurzeln und die Stoffe, die für das scharfe Kren-Aroma verantwortlich sind, gut entwickeln.

Anbaugebiete für die Wurzel umschließen beispielsweise die Umgebung von Graz, Bad Radkersburg, Leibnitz, Deutschlandsberg und Fürstenfeld.2 Die Südoststeiermark wird von der Landwirtschaftskammer Steiermark auch als das größte zusammenhängende Krenanbaugebiet Europas beschrieben.3,4

Was bedeutet das Siegel „g.g.A.“?

Nach EU-Recht können die Namen von Lebensmitteln und Wein, die aus einer gewissen Region stammen und bestimmte Eigenschaften aufweisen, geschützt werden. Erkenntlich ist die Herkunftsangabe am blau-gelben europäischen g.g.A.-Siegel. Die Abkürzung g.g.A. steht dabei für „geschützte geographische Angabe“. Dieses Siegel tragen Produkte, die bestimmte Merkmale aufweisen, die auf ihren geografischen Ursprung zurückzuführen sind. Beispiele für solche Merkmale sind Geschmack oder Qualität. Damit Produkte das Gütezeichen tragen dürfen, muss mindestens ein Herstellungsschritt in der jeweiligen Region erfolgen: Anbau, Verarbeitung oder Zubereitung. Die genauen Spezifikationen für einzelne Produkte legen beispielsweise das Herstellungsverfahren fest oder grenzen das geografische Gebiet ein.5

Steirischer Kren g.g.A.

Beim Steirischen Kren g.g.A. ist rechtlich festgelegt, dass die Krenstangen in bestimmten Regionen in der südlichen Steiermark erzeugt werden müssen. Außerdem dürfen beispielsweise nur die Seitenwurzeln von registrierten steirischen g.g.A.-Erzeugerinnen und Erzeugern zur Pflanzung im Frühjahr zum Einsatz kommen.

In einem Register des Landesverbandes Steirischer Gemüsebauern sind alle Kren-Produzentinnen und Produzenten aufgeführt. Nur wer dort eingetragen ist, darf Kren als Steirischen Kren g.g.A. verkaufen. Eine festgelegte Kontrollstelle kontrolliert unter anderem die Herkunft der Produkte sowie die Eintragung im Register, um die Warenströme nachvollziehbar zu machen.6

Was macht steirischen Kren g.g.A. aus?

Steirischer Kren, der das Gütezeichen trägt, wird mit bestimmten typischen Eigenschaften verknüpft. Beispielsweise sind die Krenstangen gleichmäßig, glatt und weisen einen leicht gebogenen Kopf am oberen Ende der Wurzel auf. Aus diesem Kopf wachsen im Laufe des Anbaus die Blätter.

Der steirische Kren hat außerdem nur wenige Feinwurzeln, und die Hauptwurzel ist im Durchschnitt zwischen 25 und 30 Zentimetern lang. Im Vergleich zu Kren aus anderen Regionen wird er als besonders würzig-scharf beschrieben. Außerdem neigt er kaum dazu, bitter zu werden.7

Geriebener Kren, eine Reibe und ein Stück frischer Meerrettich auf einem Holzbrett.

Wird Steirischer Kren g.g.A. auch in der Steiermark verarbeitet?

Um das Gütesiegel zur geografischen Angabe zu tragen, muss nur der Anbau des Kren in den rechtlich festgelegten steirischen Gebieten stattgefunden haben. Die Verarbeitung zu beispielsweise geriebenem Kren im Glas kann auch in anderen Regionen oder Ländern stattfinden. Diese Produkte dürfen trotzdem das g.g.A.-Siegel tragen.

Neben den Krenstangen, die die Hauptwurzel der Pflanze darstellen, werden auch die dünneren Seitenwurzeln zu Kren-Produkten verarbeitet. Im Enderzeugnis müssen außerdem laut gesetzlicher Anforderung derzeit 100 Prozent steirischer Kren g.g.A. enthalten sein, um die typische Schärfe und Würzigkeit zu garantieren. Es wurde jedoch ein Antrag gestellt, die verpflichtende Menge an Steirischem Kren auf 90 Prozent herabzusetzen.8

Produkte wie etwa die Steirische Käferbohne, bei denen alle Verarbeitungsschritte von der Erzeugung bis zur Verarbeitung in der jeweiligen spezifischen Region erfolgen, sind durch das g.U.-Siegel erkennbar. Es steht für „Geschützte Ursprungsbezeichnung“ und macht somit die engste Verbindung des Lebensmittels zum geografischen Ursprung deutlich.9

Kren-Anbau außerhalb Österreichs

Das deutsche Pendant mit geschützter geografischer Angabe zum Steirischen Kren ist der Bayerische Kren g.g.A., dessen Produktion in rechtlich festgelegten Regionen in Bayern stattfinden muss. Anders als beim Steirischen Kren müssen die Stangen zusätzlich auch in Bayern verarbeitet werden, damit die Produkte das Siegel tragen dürfen. Die bayerischen Anbaugebiete umfassen unter anderem die Region um Baiersdorf in der Fränkischen Schweiz und Mittelfranken.10,11

Auch in Ungarn befindet sich ein wichtiges Anbaugebiet, dessen Kren das Gütezeichen für geschützten Ursprung, g.U., trägt. Das Wurzelgemüse wird in der Region Hajdúság erzeugt und unter anderem nach Polen, Deutschland und Österreich exportiert.12

Quellen

1 Statistik Austria (statcube.at: Gemüseproduktion ab 1995; Zugriff: 03.09.2026)

2 BMLUK (bmluk.gv.at: Steirischer Kren g.g.A.; Zugriff: 03.09.2026)

3 Landwirtschaftskammer Steiermark (gscheitessen.at: Steirischer Kren g.g.A.; Zugriff: 03.09.2026)

4 BMLUK (bmluk.gv.at: Steirischer Kren g.g.A.; Zugriff: 03.09.2026)

5 Europäische Kommission für Landwirtschaft (agriculture.ec.europa.eu: Geografische Angaben und Qualitätsregelungen erklärt; Zugriff: 03.09.2026)

6 BMLUK (bmluk.gv.at: Steirischer Kren g.g.A.; Zugriff: 03.09.2026)

7 BMLUK (bmluk.gv.at: Steirischer Kren g.g.A.; Zugriff: 03.09.2026)

8 Österreichisches Patentamt (2008) Steirischer Kren g.g.A., S. 28

9 Europäische Kommission für Landwirtschaft (agriculture.ec.europa.eu: Geografische Angaben und Qualitätsregelungen erklärt; Zugriff: 03.09.2026)

10 Laber, Lattauscke (2020) Gemüsebau, S. 386

11 EU-Verordnung Nr. 510/2006 „BAYERISCHER KREN“

12 Hajdúsági Torma (hajdusagitorma.hu: our horseradish; Zugriff: 03.09.2026)