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Ernährungsweisen und Food Trends

Unsere Ernährung ist so vielfältig wie wir Menschen selbst. Der Verein Land schafft Leben hat sich die unterschiedlichen Ernährungsweisen und Food Trends der Österreicherinnen und Österreicher angesehen und wissenswerte Informationen aufbereitet. 

Jede und jeder von uns hat unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten. Diese unterscheiden sich einerseits in der Auswahl der Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, aber auch in den Beweggründen, warum wir das tun. Während eine Ernährungsweise oder -form unsere langfristigen Ernährungsgewohnheiten beschreibt, sind Food Trends kurzfristiger auftretende Ernährungsmuster. Sie orientieren sich an den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und verändern sich laufend weiter. Ein Beispiel: Nachhaltigkeit ist in unserer Gesellschaft ein großes Thema, das zur Entwicklung von Trends im Ernährungsbereich wie „Fair Food“, „Zero Waste“ oder dem vermehrten Augenmerk auf lokal beziehungsweise regional produzierte Lebensmittel geführt hat. Völlig eindeutig lassen sich Ernährungsweisen von Food Trends jedoch nicht abgrenzen, schließlich sind Food Trends immer auch Teil der individuellen Ernährungsweise. 

Was sind Food Trends? 

Wie sich Menschen dauerhaft ernähren, ist schwer zu erheben, da viele unterschiedliche Auffassungen und Ausprägungen der unterschiedlichen Ernährungsformen bestehen. Einer Umfrage von Smart Protein zufolge ernährt sich ein großer Teil der Menschen in Österreich (48 Prozent) omnivor – sie sind also Allesesser. Die zweitgrößte Gruppe machen die sogenannten Flexitarierinnen und Flexitarier aus, die ebenfalls zu den Omnivoren zählen, nach eigenen Angaben aber weniger häufig Fleisch konsumieren. Sie wählen Fleisch bewusst aus und greifen auch vermehrt zu pflanzlichen Alternativen. Weiters geht man in Österreich von etwa fünf Prozent aus, die sich zur Gruppe der Vegetarierinnen und Vegetarier zählen, fünf Prozent, die sich pescetarisch ernähren, und weitere fünf Prozent, die sich völlig ohne tierische Produkte ernähren. Im Bericht gaben 49 % der befragten Österreicher an, seit über zwei Jahren flexitarisch zu essen. 39 % halten ihre pescetarische Ernährungsweise ebenso lange aufrecht, während 34 % seit mehr als zwei Jahren vegetarisch leben und 11 % über diesen Zeitraum hinweg eine vegane Ernährung verfolgen. 

Tortendiagramm zu Essgewohnheiten in Österreich: 48 % allesessend, 37 % flexitarisch, je 5 % pescetarisch, vegetarisch, vegan. © Land schafft Leben 2026

Definition unterschiedlicher Ernährungsformen 

Form Wird gegessen Verzicht auf
Omnivor (allesessend) Alle Lebensmittel
Flexitarisch Alle Lebensmittel, Fleisch und Fisch in Maßen bzw. nur unter bestimmten Voraussetzungen  Unter bestimmten Bedingungen produziertes Fleisch, z.B. aus bestimmter Herkunft/Haltungsform 
Pescetarisch Pflanzliche Produkte, Fisch, Milchprodukte und Eier  Fleisch
Ovo-Lacto-vegetarisch  Pflanzliche Produkte, Milchprodukte und Eier  Fleisch und Fisch
Lacto-vegetarisch  Pflanzliche Produkte und Milchprodukte  Fleisch, Fisch, Eier 
Ovo-vegetarisch  Pflanzliche Produkte und Eier  Fleisch, Fisch, Milchprodukte 
Pudding-vegetarisch  Wenig Vollkornprodukte, wenig Obst und Gemüse, viele stark verarbeitete Nahrungsmittel  Fleisch, Fisch 
Vegan Pflanzliche Produkte Alle vom Tier stammenden Produkte 

Ist eine Ernährungsform besser als die andere? 

Egal welchen Fokus eine Ernährungsform setzt: Wie gesund oder ungesund eine Ernährungsweise ist, hängt immer von der jeweiligen Lebensmittelauswahl ab. Besteht diese beispielsweise hauptsächlich aus Lebensmitteln mit hohem Verarbeitungsgrad, hohen Mengen an zugesetztem Zucker, Fett und Salz, ist das unserer Gesundheit in keinem Fall förderlich. Welche Lebensmittel gewählt werden, hat aber nicht nur Auswirkungen auf unsere Gesundheit, sondern beeinflusst auch viele andere Aspekte. Schließlich werden Lebensmittel unter sehr unterschiedlichen Bedingungen produziert. Die Arbeits- und Sozialstandards bei der Produktion etwa können hoch oder niedrig sein, das Lebensmittel kann einen kurzen oder langen Transportweg haben und zur nachhaltigen Gestaltung unseres Lebensraumes beitragen oder nicht. Nutztiere können viel oder wenig Platz im Stall haben, einen Auslauf oder keinen. Das sind nur einige Beispiele für jene Aspekte, die wir mit dem Kauf eines jeden Lebensmittels beeinflussen – sei es nun tierischen oder pflanzlichen Ursprungs.  

Mit jeder Konsumentscheidung erteilen wir somit auch einen Auftrag an diese oder jene Produktionsweise. Was eine Ernährungsweise „besser“ oder „schlechter“ macht, geht also weit über die Aufnahme oder den Ausschluss gewisser Lebensmittelgruppen aus dem Speiseplan hinaus. Den wesentlichen Unterschied macht die konkrete Lebensmittelauswahl in Hinblick auf dessen Inhaltsstoffe, Verarbeitungsgrad, Herkunft und Art und Weise der Produktion. Aus Ernährungsperspektive gilt eine pflanzenbasierte Ernährung, die durch tierische Produkte ergänzt wird, als optimal. 

Ist eine pflanzenbasierte Ernährung gleich eine vegane Ernährung?  

Ist eine pflanzenbasierte Ernährung gleichzusetzen mit einer veganen Ernährung? Nein. Eine pflanzenbasierte Ernährung schließt – anders als die vegane Ernährung – tierische Produkte nicht zwingend aus. Zwar wird der englische Begriff „plant‑based diet“ manchmal für vegane Ernährungsformen verwendet, doch dies ist nur eine von mehreren Varianten. Eine einheitliche Definition gibt es aber nicht, denn der Begriff umfasst verschiedene Ernährungsformen. Auch Ernährungsweisen mit hohem Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln und einem geringen Anteil tierischer Produkte zählen dazu. 

Grundsätzlich basiert eine pflanzenbasierte Ernährung vor allem auf Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und pflanzlichen Ölen und wird nur in geringem Maß durch tierische Produkte ergänzt. Wie hoch dieser pflanzliche Anteil mindestens sein sollte, ist nicht definiert. Dazu zählen auch die flexitarische, mediterrane und nordische Ernährung, sowie vegetarische und vegane Ernährungsweisen. 

Welche Motive für bestimmte Ernährungsweisen und Food Trends gibt es? 

Wir ernähren uns auf unterschiedliche Art und Weise, weil wir mit unserer Ernährung unterschiedliche Ziele verfolgen, abgesehen davon natürlich, unserem Körper Energie zuzuführen. Diese Ziele sind sehr vielfältig. Während dem einen am wichtigsten ist, welche Auswirkung Lebensmittel auf seine Gesundheit haben, ist der anderen wichtig, wie sich ihre Ernährung auf die Umwelt auswirkt. Andere lehnen ihre Ernährung an ein bestimmtes ethisches oder religiöses Konzept an, wieder andere wollen vermeiden, dass für sie ein Tier geschlachtet wird – die Liste ließe sich lange fortführen. Warum wir uns für eine Ernährung entscheiden, hat meistens mehrere Gründe, und hängt außerdem auch von Faktoren ab, die nicht in unserem unmittelbaren Einflussbereich liegen. Dazu gehört zum Beispiel, wie wir erzogen worden sind, wie viel Geld uns zur Verfügung steht und welche Gruppendynamiken auf uns einwirken. Unser Essverhalten kann sich außerdem nach bestimmten Trends richten. Beispiele für solche Trends sind Clean Eating, Free From, Snackification und vieles mehr. Solche Trends entstehen häufig als Antwort auf aktuelle Herausforderungen im Zusammenhang mit unserer Ernährung. „Snackification“ etwa beschreibt den Trend, über den Tag verteilt viele Snacks, anstatt wenigere und dafür vollwertige Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Entstanden ist dieser Trend, weil viele Menschen heute in ihrem stressigen (Berufs-)Alltag sich wenig Zeit nehmen, um zu essen. Auch das wirkt sich auf die Lebensmittelauswahl aus. Weitere vom Nutrition Hub 2025 beschriebene Trends sind eine pflanzenbetonte und flexitarische Ernährung, die personalisierte Ernährung sowie ein insgesamt klimafreundlicher, nachhaltiger Ernährungsstil. Gleichzeitig ist Snacking im Alltag weiterhin ein Thema.  

Ist ein Verzicht auf tierische Produkte besser für die Umwelt? 

Inwiefern sich eine Ernährungsweise auf das Klima und die Umwelt auswirkt, hängt nicht einzig und allein davon ab, ob diese Ernährungsweise tierische Produkte beinhaltet oder nicht. Pflanzliche Lebensmittel haben in der Regel eine um ein Vielfaches bessere CO2-Bilanz als tierische. Um den CO2-Fußabdruck zweier Lebensmittel zu vergleichen, sollte immer auch deren jeweiliger Nährstoffgehalt berücksichtigt werden. Um unseren persönlichen Nährstoffbedarf zu decken, müssen wir schließlich ausreichend Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette zu uns nehmen. Haferdrink etwa weist pro Kilogramm des Lebensmittels einen besseren CO2-Fußabdruck als Milch auf, enthält aber keine vergleichbare Menge Eiweiß. Wir müssten also sehr viel Haferdrink trinken, um dadurch eine nennenswerte Menge Eiweiß zu uns zu nehmen. Dementsprechend höher wäre auch der CO2-Fußabdruck dieser Menge. Anders ist es zum Beispiel bei Sojadrink, der etwa gleich viel Eiweiß enthält wie Milch.  

Hinzukommt: Der spezielle  Mix aus pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln, den die heimische  Landwirtschaft in Österreich zur Verfügung stellen kann, hängt stark von den natürlichen Gegebenheiten ab. Dazu gehören auch klimatische oder topographische Voraussetzungen, die sich zum Beispiel zwischen den Alpen und dem östlichen Flachland stark unterscheiden.  

Die Flächennutzung 

Für unsere Ernährung können wir Ackerfrüchte anbauen, Obst und Gemüse pflanzen oder Tiere halten. Unterschiedliche Flächen eignen sich dafür unterschiedlich gut. Wie eine Fläche optimal genutzt wird, hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Klima und dem Boden, aber auch dem Einsatz von Dünger oder Pflanzenschutzmitteln. Es wäre zum Beispiel wenig effizient, in Österreich Bananen anzubauen, da die Erntemenge pro Fläche sehr gering wäre. Dafür können wir unsere Flächen sehr gut anderweitig nutzen – unter anderem auch für die Haltung von Wiederkäuern. Fast die Hälfte der heimischen Landwirtschaftsflächen besteht nämlich aus Grünland, und dieses kann zu einem erheblichen Teil nur durch Wiederkäuer für den Menschen verwertbar gemacht werden. Zum Beispiel, weil die Flächen für den Ackerbau zu steil und das Klima zu feucht und zu kalt sind, wie etwa in den alpinen Regionen. Wiederkäuer wie Rinder können das auf diesen Flächen wachsende Grünfutter in hochwertige Lebensmittel wie Milch und Fleisch umwandeln.

Teller oder Trog 

Unsere Nutztiere fressen aber auch Mais und anderes Getreide, bei dessen Produktion Treibhausgase entstehen. Würde der Mensch das für die Fütterung angebaute Getreide selbst essen, würden weniger Treibhausgase entstehen, als wenn das Getreide den „Umweg“ über den Tiermagen geht. Bei der Produktion pflanzlicher Lebensmittel fallen aber immer auch Nebenprodukte an, die der Mensch nicht essen kann oder möchte. Hier verhält es sich also wie beim Grünland: Tiere wie Schweine und Rinder können diese Nebenprodukte fressen und so für uns Menschen verwertbar machen. Jedoch werden in der Praxis nicht nur Nebenprodukte verfüttert. 

Die Sache mit dem Methan 

Die Produktion tierischer Produkte verursacht nicht nur aufgrund der Fütterung mehr Treibhausgase als jene pflanzlicher Lebensmittel. Wiederkäuer scheiden bei der Verdauung von Grünfutter außerdem Methan  aus. Dieses wird in der Atmosphäre nach etwa zwölf Jahren zu CO2 abgebaut. Wachsendes Gras nimmt dieses wieder auf: Flächen, auf denen dauerhaft Gras wächst, sind ein besserer Kohlenstoffspeicher als etwa ein Getreidefeld. Wird die Kuh mit Grünfutter gefüttert beziehungsweise auf der Weide gehalten, dann schließt sich somit ein natürlicher Kohlenstoffkreislauf. Die Umweltwirkung von Tieren hängt also auch stark von deren Fütterung ab.  Das bedeutet bei reiner Grasfütterung: Solange die Zahl der gehaltenen Rinder gleich bleibt, führt das von ihnen ausgestoßene Methan zu keiner zusätzlichen Klimaerwärmung. 

Kuh weidet auf grüner Wiese vor sanften Bergen, weitere Kühe verteilen sich im Hintergrund, Himmel mit Wolken.
Blick über eine hügelige Wiese mit Heu, dahinter ein Dorf, Felder, Höfe und Berge unter bewölktem Himmel.

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Die Klimabilanz pflanzlicher Lebensmittel 

Wie beim Fleisch kann auch die Umweltwirkung pflanzlicher Lebensmittel stark variieren je nachdem, wie sie produziert worden sind. Frühkartoffeln oder Gemüse aus weit entfernten, wasserarmen Regionen beispielsweise müssen oft unter hohem Energieaufwand bewässert und nach Österreich transportiert werden. Auch „Modefrüchte“ wie Avocados oder Litschis haben eine schlechtere Klimabilanz, wenn sie bewässert werden müssen, mit dem Flugzeug transportiert werden oder für ihre Produktionsflächen Naturflächen wie Regenwald umgebrochen wurden. Doch auch regionale Lebensmittel können mitunter eine etwas schlechte Klimabilanz haben. Ein Beispiel: In Österreich gibt es das ganze Jahr über heimische Tomaten. Von Juli bis September können diese im Freiland ‒ beziehungsweise von Juni bis Oktober im Folientunnel ‒ geerntet werden, den Rest des Jahres kommen sie aus dem beheizten Glashaus. Außerhalb der Saison verursacht die Produktion damit ein Vielfaches an CO₂, obwohl die Tomaten aus Österreich kommen. Eine Ausnahme bilden Glashäuser, die nicht fossil, sondern emissionsfrei mittels Geothermie beheizt werden.  

Wie sieht nun also klimafreundliche Ernährung aus? 

Wer sich klimafreundlich ernähren will, greift idealerweise zu regionalen und saisonalen Produkten. Die Ernährung sollte außerdem pflanzenbasiert sein, also einen hohen Anteil pflanzlicher Produkte enthalten. Das bedeutet nicht, dass auf tierische Produkte verzichtet werden muss - sie sollten jedoch maßvoll genossen werden. So sieht es auch die sogenannte Planetary Health Diet vor, eine von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entwickelte ganzheitliche Ernährungsform, die Wohlstandserkrankungen entgegenwirken, Hunger stillen und die Umwelt schützen soll. Sie empfiehlt den maßvollen Konsum von Fleisch (maximal 300 Gramm pro Woche, davon höchstens 100 Gramm rotes Fleisch) als auch von Eiern (knapp zwei Eier pro Woche) und Milchprodukten (etwa 250 Gramm pro Tag). Neben der Menge ist hier jedoch vor allem ausschlaggebend, wie das Lebensmittel produziert worden ist.  

Hat eine vegetarische bzw. vegane Ernährung günstige oder ungünstige Auswirkungen auf die Gesundheit? 

Ernährungsformen, die kein Fleisch oder generell keine tierischen Produkte vorsehen, haben häufig eine günstigere Zusammensetzung, wenn es um Ballaststoffe, bestimmte Vitamine (beispielsweise Folsäure und Vitamin E), Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe geht. Menschen, die teilweise oder gänzlich auf tierische Produkte verzichten, gehören häufig jener Bevölkerungsgruppe an, die generell einen bewussteren Lebensstil hat und sich intensiver mit der Gesunderhaltung ihres Körpers auseinandersetzt. Diese Menschen rauchen seltener, trinken weniger Alkohol und treiben mehr Sport als die Allgemeinheit. Sie haben ein durchschnittlich niedrigeres Körpergewicht und einen geringeren Body-Mass-Indes (BMI), was einer Reihe chronischer Erkrankungen vorbeugen kann. Eine pflanzenbetonte Ernährungsform – sei es jetzt gänzlich ohne oder mit einem moderaten Anteil an Fleisch und anderen tierischen Produkten – trägt dazu bei, ernährungsbedingten chronischen Erkrankungen vorzubeugen. Was im Rahmen einer rein pflanzlichen Ernährung nicht ausreichend aufgenommen werden kann, ist Vitamin B12. Dieses kommt nur in tierischen Produkten in nennenswerten Mengen vor und muss supplementiert werden (mehr dazu bei der nächsten Frage). Insgesamt lässt sich anhand der aktuellen Datenlage jedoch kein gesundheitlicher Vorteil einer vegetarischen oder veganen Ernährung gegenüber anderen pflanzenbetonten Ernährungsformen erkennen, etwa einer Mischkost mit geringem Fleischanteil. 

Wie sieht eine ausgewogene Ernährung aus? 

Um leistungsfähig und gesund zu bleiben, benötigt der Körper eine Reihe an Nährstoffen. Da kein Lebensmittel alleine alle Nährstoffe enthält, sollte die Ernährung so vielseitig und abwechslungsreich wie möglich sein. Die Lebensmittelauswahl sollte dabei auf möglichst viele frische und wenige hochverarbeitete Produkte fallen. Empfehlungen für eine ausgewogene omnivore Ernährung geben die Österreichische Ernährungspyramide und der „gesunde und nachhaltige Teller“. Er stellt das Verhältnis der Lebensmittelgruppen einer Mahlzeit auf einem Teller dar. Mit einer ausgewogenen vegetarischen und veganen Ernährung beschäftigt sich die Gießener vegane bzw. vegetarische Ernährungspyramide sowie die Österreichische Ernährungspyramide ohne Fisch und Fleisch. Das Tellermodell kann ebenso für die vegetarische und vegane Ernährung adaptiert und herangezogen werden.

NEUE ERNÄHRUNGSEMPFEHLUNGEN 2024

Die Ernährungsempfehlungen wurden 2024 von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) aktualisiert und berücksichtigen neben gesundheitlichen nun auch klimarelevante Aspekte. Seither sind Hülsenfrüchte und deren Produkte eine eigene Kategorie und nicht mehr Bestandteil der Kategorie Gemüse und Obst. Von Hülsenfrüchten sollten mindestens drei Portionen pro Woche auf unserem Teller landen, bei Vegetarierinnen und Vegetariern mindestens vier. Milch- und Milchprodukte hingegen wurden auf zwei Portionen pro Tag reduziert, bei vegetarischer Ernährung sollen es drei sein. Auch wenn Hülsenfrüchte nicht mehr zu Gemüse und Obst zählen, werden weiterhin fünf Portionen pro Tag davon empfohlen. 

Infografik zeigt einen Teller mit Anteilen von Gemüse, Obst, Getreide, Kartoffeln, Proteinen, pflanzlichen Ölen und ein Glas Wasser. © Land schafft Leben 2025

Zusätzlich zur Ernährungspyramide gibt es jetzt das „gesunde und nachhaltige Tellermodell“, das anschaulich darstellt, wie die optimale Zusammensetzung einer Hauptmahlzeit aussehen sollte. Ein Teller sollte zur Hälfte aus Gemüse und Obst bestehen (davon wiederum zwei Drittel aus Gemüse, ein Drittel aus Obst), zu einem Viertel aus Getreide wie Vollkornprodukten und Kartoffeln, und das verbleibende Viertel aus einer Proteinquelle (wie etwa Linsen, Erbsen, Topfen, Fleisch und Fisch) die aus tierischen und pflanzlichen Produkten zusammengesetzt sein sollte. Je nach Ernährungsform bieten sich unterschiedliche Eiweißquellen an. Außerdem sollten für die Zubereitung pflanzliche Öle verwendet werden, wie etwa Rapsöl. Am besten ist es dabei auf regionale saisonale Lebensmittel zurückzugreifen. Abhängig davon, wie viel Bewegung jemand macht, wächst der Gesamtenergiebedarf und somit auch der Teller mit. 

Die Basis des Tellermodells – Obst und Gemüse sowie Getreideprodukte – ist in allen Ernährungsformen gleich. Lediglich die Auswahl der Proteinkomponenten unterscheidet sich: 

Vegetarische Variante 

Wie das Tellermodell in der vegetarischen Ernährung aussehen kann, hat beispielsweise die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) in ihren Unterlagen dargestellt. Als Eiweißquellen dienen in der vegetarischen Ernährung Milch und Milchprodukte (etwa Joghurt oder Käse) dreimal täglich, dazu maximal vier Eier pro Woche sowie mindestens vier Mahlzeiten mit Hülsenfrüchten pro Woche. Auch Getreideprodukte liefern Eiweiß und unterstützen die Deckung des Bedarfs. 

Vegane Variante    

Eine vegane Variante des Tellermodells ist bei ProVeg zu finden: Pflanzliche Eiweißquellen sind vor allem Hülsenfrüchte und aus Hülsenfrüchten hergestellte Produkte wie Tofu, Tempeh oder Falafeln sowie pflanzliche Milch- und Joghurtalternativen. Bei diesen sollte unbedingt auf einen vergleichbaren Eiweißgehalt zum tierischen Pendant und eine Anreicherung mit Kalzium geachtet werden. Nüsse, Samen und Kerne können ebenso zur Eiweißzufuhr beitragen. Auch Getreide und Getreideprodukte enthalten Eiweiß, kommen aber bereits im Viertel der Kohlenhydrate vor. Je abwechslungsreicher die Proteinquellen und je vielfältiger die Lebensmittelkombinationen, desto besser fällt die Nährstoffversorgung aus. Eine rein pflanzliche Ernährung muss aber im Gesamtkontext gut geplant werden, um alle Nährstoffe abzudecken.  

Ist Fleisch gesund? 

Generell ist Fleisch ein guter Proteinlieferant, da es eine günstige Aminosäurenzusammensetzung und Bioverfügbarkeit hat. Das bedeutet, dass es vom Körper in der Regel besser verwertet werden kann als Proteine aus pflanzlichen Lebensmitteln. Pflanzliche Lebensmittel können aber eine ebenso hohe Proteinqualität erreichen, wenn sie gezielt kombiniert werden (zum Beispiel Getreide mit Hülsenfrüchten). Außerdem ist Fleisch eine Quelle für B-Vitamine, Eisen, Selen und Zink. Es enthält jedoch auch weniger günstige Nährstoffe wie gesättigte Fettsäuren, Cholesterin und Purine. Wie so oft in der Ernährung kommt es auch beim Fleisch auf die Menge an. Bis zu zwei Portionen Fleisch pro Woche (das entspricht pro Portion je 150 Gramm) sind laut Österreichischer Ernährungspyramide im Rahmen, wobei der Verzehr von rotem Fleisch aus gesundheitlicher Sicht begrenzt werden sollte. Optimal ist eine Woche mit einer Portion Fisch und einer Portion Fleisch; zusätzlich kann eine weitere Portion Fisch oder mageres Fleisch ergänzt werden. 

Spricht man über konkrete gesundheitliche Wirkungen von Fleisch, unterscheidet man zwischen weißem und rotem Fleisch. Während rotes Fleisch alle Arten von Muskelfleisch von Säugetieren wie Rind, Schwein, Schaf, Pferd, Ziege und Wild umfasst, beschreibt weißes Fleisch jenes von Geflügel. Laut World Cancer Research Fund weist vieles darauf hin, dass der erhöhte Verzehr von rotem Fleisch die Entstehung von Krebszellen – vor allem im Dickdarm – begünstigt. Stärker ist dieser Zusammenhang bei verarbeitetem Fleisch, daher sollte davon so wenig wie möglich konsumiert werden. Oft ist jedoch das Gegenteil der Fall: Verarbeitetes Fleisch wie Schinken, Salami und Speck werden oft unbewusst in großen Mengen konsumiert. Weißes Fleisch hingegen steht nach derzeitigem Wissensstand in keiner Beziehung zu Krebserkrankungen. Weiters wurde festgestellt, dass der erhöhte Verzehr von rotem Fleisch in Ländern mit hohem und mittlerem Einkommen die Lebenserwartung verkürzt. 

Sind andere tierische Produkte gesund? 

Tierische Lebensmittel (also Fleisch, Fisch, Eier, Milch, Milchprodukte etc.) sind die einzigen Lebensmittel, die nennenswerte Mengen an verfügbarem Vitamin B12 enthalten. Milch und Milchprodukte liefern außerdem gut verfügbares Protein, Vitamin B2 und Kalzium und unterstützen die Knochengesundheit. Meeresfisch versorgt den Körper mit Jod, speziell fettreicher Fisch mit Omega-3-Fettsäuren. Dazu zählen Fische wie Lachs, Makrele und Hering, aber auch heimische Süßwasserfische wie Forelle und Karpfen haben geringe Omega-3-Gehalte. Fettreicher Fisch ist außerdem förderlich für ein gesundes Herz-Kreislauf-System und vermindert das Risiko für Schlaganfälle.

Eier sind eine gute Quelle für biologisch hochwertiges Protein und eine Vielzahl lebensnotwendiger Nährstoffe. Laut Ernährungspyramide sollte der Speiseplan überwiegend aus pflanzlichen Lebensmitteln bestehen. Tierische Produkte sollten die Auswahl ergänzen.

Sind Fleischersatzprodukte gesund? 

Wie in vielen anderen Bereichen der Ernährung kommt es auf unterschiedliche Faktoren an, allen voran die Zutatenliste. Ob ein Produkt im Rahmen einer gesundheitserhaltenden Ernährung empfehlenswert ist oder nicht, hängt vor allem von dessen Nährstoffzusammensetzung sowie dessen Zutaten ab. Stark verarbeitete Lebensmittel schneiden diesbezüglich häufig schlechter ab als weniger stark verarbeitete – sowohl bei fleischhaltigen als auch bei fleischlosen Lebensmitteln. Aktuelle Studien deuten zudem darauf hin, dass hochverarbeitete Lebensmittel das Risiko für Übergewicht sowie bestimmte Zivilisationskrankheiten (beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen) erhöhen. Ebenso wie das herkömmliche Würstel ist also auch das fleischlose Würstel kein Produkt, das täglich verzehrt werden sollte.

Die Ergebnisse einer Erhebung der deutschen Albert-Schweizer-Stiftung aus 2017 zeigen: Kritisch ist sowohl in Fleisch- als auch in Fleischersatzprodukten der oftmals hohe Salzgehalt. Der Energiegehalt ist ähnlich, Ersatzprodukte haben aber häufig weniger Gesamtfett und gesättigte Fettsäuren und enthalten kein Cholesterin. Aromen hingegen kommen in Fleischprodukten selten vor, in Fleischalternativen, die nicht biologisch produziert werden, hingegen schon. Auch Zusatzstoffe wurden häufiger in konventionellen Fleischersatzprodukten gefunden als in Produkten, die Fleisch enthalten.  

2024 führte der Verein für Konsumenteninformation (VKI) eine Erhebung durch und wählte 300 gängige Fleischersatzprodukte aus. Zur Bewertung der Nährstoffqualität wurde der sogenannte Nutri-Score herangezogen. Dieser ist eine vereinfachte Kennzeichnung zur Einschätzung der Nährstoffqualität, wobei A die Bestnote ist. Besonders beim Nutri-Score zeigen sich Vorteile: Rund ein Viertel der veganen und vegetarischen Produkte erreichte A oder B, während dies bei Fleischwaren nur 11 Prozent schafften. Einen Nutri-Score E erhielten lediglich 13 Prozent der Ersatzprodukte, aber 51 Prozent der Fleischwaren. Oft ist die Zutatenliste der Fleischersatzprodukte lang und reich an Zusatzstoffen. Die sogenannte NOVA-Bewertung kennzeichnet, im Gegensatz zum Nutri-Score, den Grad ihrer Verarbeitung. Die Ergebnisse zeigen: Unverarbeitetes Fleisch erzielt im NOVA-Score grundsätzlich bessere Werte. Sobald Produkte jedoch verarbeitet sind, schneiden viele Ersatzprodukte, abhängig von der Produktgruppe, gleich gut oder sogar besser ab als ihr tierisches Original. Das Fazit: Da viele Fleischalternativen – ähnlich wie das tierische Original – stark verarbeitet sind, sollten diese nicht täglich auf dem Speiseplan stehen. Wer zu solchen Produkten greift, kann sich an der Zutatenliste orientieren: Eine lange Liste, zugesetzte Aromen oder Verdickungsmittel sind typische Hinweise auf hochverarbeitete Lebensmittel. 

Auf die Aufnahme welcher Nährstoffe muss bei den unterschiedlichen Ernährungsweisen besonders geachtet werden? 

Ob nun mit oder ohne tierische Produkte, für jede Ernährungsweise gilt: Je stärker die Auswahl an Lebensmitteln eingeschränkt wird und je weniger abwechslungsreich die Ernährung ist, desto größer ist das Risiko eines Nährstoffmangels. Ausgewogenheit ist daher das A und O der Ernährung – welchem Konzept diese auch immer folgen mag. Bei Menschen, die sich fleisch- und fischlos oder gänzlich ohne tierische Produkte ernähren, kann sich die Aufnahme bestimmter Nährstoffe als kritisch erweisen, wenn nicht auf eine ausreichende Zufuhr durch pflanzliche Alternativen geachtet wird. Im Rahmen einer vegetarischen Ernährung sind das Eisen, Zink, Jod, Selen, die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), Vitamin A, Vitamin D und Vitamin B12. Bei einer veganen Ernährung kann es außerdem zu einem Mangel an Kalzium, Eiweiß bzw. gewissen unentbehrlichen Aminosäuren und Vitamin B2 kommen. Vitamin B12 wird neueren Daten zufolge nicht mehr nur als kritischer Nährstoff in der veganen Ernährung angeführt, da Studiendaten zeigen, dass sowohl bei veganer als auch bei vegetarischer Ernährung die Zufuhr unterhalb der Referenzwerte liegt. Da dieses nur in tierischen Produkten in nennenswerten Mengen vorkommt, muss Vitamin B12 im Rahmen einer veganen Ernährung supplementiert oder mittels angereicherten Produkten zugeführt werden. Bei Kindern und Jugendlichen bzw. Schwangeren und Stillenden wird das auch bei einer vegetarischen Ernährung gelegentlich empfohlen. In beiden Fällen (vegetarische und vegane Ernährung) wird dazu geraten, die Blutwerte hinsichtlich Vitamin B12 regelmäßig überprüfen zu lassen.

Infografik zu kritischen Nährstoffen bei vegetarischer/veganer Ernährung: A, D3, B12, Eisen, Zink, Jod, Selen, Omega-3, Ca, B2, Protein. © Land schafft Leben 2026

Die Nährstoffversorgung kann aber nicht nur bei Menschen, die auf Fleisch, Fisch oder tierische Produkte im Allgemeinen verzichten, kritisch sein. Auch in der Allgemeinbevölkerung ist eine unzureichende Zufuhr bestimmter Nährstoffe zu beobachten, wenn der Speiseplan nicht optimal zusammengesetzt ist. Laut dem Österreichischen Ernährungsbericht 2017 wurden die Referenzwerte der langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA (bei Frauen), Vitamin D, Kalzium, Eisen (bei jüngeren Frauen) und Jod im Mittel der österreichischen Bevölkerung nicht erreicht. Weiters wurden auch zu wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate und Ballaststoffe, Vitamin E, Folsäure, Pantothensäure sowie Kalium aufgenommen. Ein neuer Ernährungsbericht ist in Arbeit und soll 2026 erscheinen.

Welche Lebensmittel können für die Zufuhr der besonders zu beachtenden Nährstoffe sorgen? 

Im Folgenden werden Lebensmittel angeführt, die für die Zufuhr potenziell kritischer Nährstoffe sorgen können. 

Protein (Eiweiß) 

Hülsenfrüchte, Nüsse, Ölsamen, Getreide (Vollkorn), Kartoffeln und Milchalternativen (vor allem aus Soja); durch die gezielte Kombination pflanzlicher Proteinquellen kann deren Qualität erhöht werden, zum Beispiel durch die Kombination von Getreide und Hülsenfrüchten. Vegetarische Proteinquellen sind außerdem Milchprodukte wie Joghurt, Käse und Topfen sowie Eier. Personen, die sich omnivor ernähren, können auch auf Fleisch und Fisch als Proteinquellen zurückgreifen.

Langkettige Omega-3-Fettsäuren 

Walnüsse, Leinsamen, Raps und die daraus gewonnenen Öle sind reich an der essenziellen Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (eine Vorstufe von EPA und DHA). EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) kommen in Fisch (besonders in fettreichem Meeresfisch) vor. Eine pflanzliche EPA- und DHA-Quelle sind Mikroalgen und daraus hergestelltes Öl.  

Vitamin D 

Einige Speisepilze wie Champignons und Eierschwammerl, ansonsten mit Vitamin D-angereicherte Lebensmittel. Vegetarische Vitamin D-Quellen sind außerdem Käse und Eigelb. Auch fettreiche Meeresfische und Leber enthalten viel Vitamin D. Vitamin D hat eine gewisse Sonderstellung, da es nicht nur über die Ernährung aufgenommen, sondern auch durch Sonnenbestrahlung vom Körper gebildet wird. Ist dies nicht möglich – etwa im Winter – können Vitamin D-Präparate für eine ausreichende Zufuhr sorgen.  

Vitamin B2 

Ölsamen, Nüsse, Hülsenfrüchte, gewisse Gemüsearten (z. B. Brokkoli und Grünkohl) und Vollkorngetreide. Vegetarische Vitamin B2-Quellen sind außerdem Milchprodukte wie Käse (insbesondere Camembert und Edamer) und Topfen. Für Menschen, die keine bestimmte Ernährungsform einhalten, sind auch Fleisch (v. a. Innereien) und Fisch Vitamin B2-Lieferanten. 

Vitamin B12 

Vitamin B12 kommt nur in tierischen Produkten (Fleisch, Fisch, Eier, Milch, Milchprodukten) in nennenswerten Mengen vor. Einzelne Lebensmittel wie Shiitake-Pilze, Nori-Algen und vergorene Lebensmittel wie Sauerkraut enthalten zwar Vitamin B12, um den Bedarf des Körpers tatsächlich decken zu können, müssen Menschen, die sich vegan ernähren, aber auf Vitamin B12-Präparate zurückgreifen. Bei Kindern und Jugendlichen wird das auch bei einer vegetarischen Ernährung gelegentlich empfohlen. 

Vitamin A 

Vitamin A steckt in tierischen Lebensmitteln wie Innereien, Eiern und Milchprodukten. Pflanzliche Lebensmittel liefern hingegen nur Vorstufen von Vitamin A – sogenannte Carotinoide (vor allem Beta-Carotin). Diese finden sich vor allem in gelbem und rot-orangefarbenem Gemüse wie Kürbis, Karotten und roter Paprika sowie in Blattgemüse. Beta-Carotin besitzt selbst keine direkte Vitamin-A-Wirkung und muss im Körper erst umgewandelt werden. Die Aufnahme dieser Vorstufen verbessert sich, wenn das Gemüse zerkleinert, erhitzt und zusammen mit etwas Fett verzehrt wird. Da es keine verlässlichen Blutwerte zur Beurteilung des Vitamin-A-Status gibt, gilt Vitamin A als potenziell kritischer Nährstoff. 

Kalzium 

Nüsse, gewisse Gemüsearten (z. B. Brokkoli, Grünkohl, Rucola), Hülsenfrüchte, Sojatexturat (wie z. B. Sojagranulat und -chunks), Tofu, kalziumreiches Mineralwasser (mehr als 150 mg/l), Mohn und Sesamsamen und mit Kalzium angereicherte Lebensmittel. Als Kalziumlieferant Nummer eins gelten jedoch Milchprodukte, denn sie enthalten in der Regel nicht nur besonders viel Kalzium, sondern auch besonders gut verwertbares. 

Eisen 

Fleisch, insbesondere Innereien, ist aufgrund seiner hohen Bioverfügbarkeit eine gute Eisenquelle. Auch Hülsenfrüchte, Ölsamen, Nüsse, Vollkorngetreide, gewisse Gemüsearten (z. B. Spinat, Schwarzwurzeln, Rote Rübe), Sojatexturat (wie z.B. Sojagranulat und -chunks) sorgen für die Eisen-Zufuhr. Pflanzliches Eisen (Nicht-Häm-Eisen) hat eine schlechtere Bioverfügbarkeit, die durch die Zugabe von Vitamin C verbessert werden kann. 

Jod 

Jodiertes Speisesalz und damit hergestellte/zubereitete Lebensmittel, Meeresalgen mit moderatem Jodgehalt (Nori). Vor allem Meeresfische wie Schellfisch, Seelachs, Scholle oder Kabeljau, aber auch Milchprodukte und Eier (durch entsprechende Fütterung der Tiere) enthalten Jod. Bei Algen ist es wichtig, nur Produkte zu verwenden, die Angaben zum Jodgehalt und Empfehlungen zur maximalen Tagesdosis auf der Verpackung aufweisen – und diese sollten auch beachtet werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät vom Verzehr getrockneter Algenprodukte mit einem Gehalt über 20 mg/kg (= 2 mg/100 g) ab, da Algen mit überhöhten Jodgehalten die Gesundheit beeinträchtigen können. 

Zink 

Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Ölsamen, Nüsse, Kürbiskerne. Eine vegetarische Zink-Quelle sind außerdem Milchprodukte und Eier. Hauptlieferanten für Zink sind vor allem tierische Produkte (wie Fleisch) und stellen für sich als omnivor ernährende Personen eine wichtige Quelle dar. Außerdem weist Zink aus tierischen Produkten eine bessere Verwertbarkeit als pflanzliches Zink aus. 

Selen 

Kohlgemüse (z. B. Brokkoli, Weißkohl), Zwiebelgemüse, Pilze, Spargel, Hülsenfrüchte, Paranüsse. Der Selengehalt pflanzlicher Selenquellen variiert je nach Anbaugebiet stark, da er vom Selengehalt im Boden abhängt. Eine vegetarische Selenquelle sind Eier, während tierische Quellen Fleisch und Fisch sind. 

Ist eine vegetarische bzw. vegane Ernährung während Schwangerschaft und Stillzeit sowie im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter mit Risiken verbunden? 

Das Risiko, einen Mangel an den beschriebenen kritischen Nährstoffen zu erleiden, ist für Menschen in sensiblen Lebensphasen besonders hoch. Dazu gehören Schwangere und Stillende ebenso wie Kinder und Jugendliche im Wachstum. Um den besonderen Ansprüchen dieser Bevölkerungsgruppen gerecht zu werden, sind eine sorgfältige Lebensmittelauswahl und eine altersgerechte Zubereitungsform besonders wichtig. Entscheiden sich Schwangere oder Stillende für eine fleisch- und fischlose Ernährung, sollten sie die Nährstoffversorgung daher gut im Blick haben und Nährstoffe bei Bedarf supplementieren. Wird gänzlich auf tierische Produkte verzichtet, sollte die Ernährung von einer auf vegane Ernährung spezialisierten Ärztin oder einem Arzt beziehungsweise einer Ernährungsfachkraft begleitet werden, die Nährstoffversorgung überprüft und durch Supplemente sichergestellt werden.  

Die Nationale Ernährungskommission (NEK) rät von einer veganen Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit, sowie im Kindes- und Jugendalter ab, weil eine ausreichende Versorgung mit bestimmten Nährstoffen nicht oder nur schwer gewährleistet werden kann.  

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Personen mit besonderen Anforderungen an die Nährstoffversorgung – etwa Schwangeren, Stillenden, Säuglingen und Kleinkindern – besonders sorgfältig auf eine angemessene Ernährung zu achten. Während die DGE keine pauschale Empfehlung gegen eine gut geplante vegane Ernährung ausspricht, gibt es aber auch keine allgemeine Empfehlung dafür. Es gibt jedoch einige Punkte, die beachtet werden müssen:  

  • Dauerhafte Einnahme eines Vitamin‑B12‑Präparats und regelmäßige ärztliche Kontrollen 

  • Gut geplante Lebensmittelauswahl mit der Bevorzugung nährstoffdichter sowie angereicherter Lebensmittel 

  • Kritische Nährstoffe regelmäßig medizinisch überprüfen lassen 

  • Beratung durch eine qualifizierte Ernährungsfachkraft nutzen 

In anderen Ländern ist man folgender Meinung: Die amerikanische Academy of Nutrition and Dietetics oder die British Dietetic Association etwa bewerten eine vegane Ernährung, die gut geplant ist, auch während der Schwangerschaft und Stillzeit für ausreichend sicher.  

In Hinblick auf eine vegetarische Ernährung verhält es sich bei Kindern und Jugendlichen wie bei Schwangeren und Stillenden: Es ist wichtig, eine bedarfsgerechte Ernährung sicherzustellen. Die Nährstoffversorgung sollte daher im Auge behalten und Nährstoffe bei Bedarf supplementiert werden.  

Eines haben all diese Ernährungsempfehlungen jedenfalls gemeinsam: Eine vegetarische und insbesondere eine vegane Ernährung von Schwangeren, Stillenden, Säuglingen und Kindern bedarf besonderer Sorgfalt und eines umfangreichen Wissens darüber, wie ein Nährstoffmangel vermieden werden kann.