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Carotinoide, Vitamin A und Allergien: Gesundheitliche Aspekte von Karotten

Karotten sind kalorienarm, nährstoffreich und echte Vitaminlieferanten. Ihr hoher Gehalt an Beta-Carotin, das der Körper in Vitamin A umwandeln kann, macht sie besonders wertvoll für Ernährung und Gesundheit. Neben Mineralstoffen wie Kalium, liefern sie zudem Ballaststoffe, die die Verdauung unterstützen können.

Geriebene Karotten in einer schwarzen Schale, im Hintergrund eine Metallreibe auf einem dunklen Untergrund. Geriebene Karotten in einer schwarzen Schale, im Hintergrund eine Metallreibe auf einem dunklen Untergrund.

Welche Inhaltsstoffe haben Karotten?

Zwei Karotten mit Nährwertangaben pro 100g: 39 kcal, viel Wasser, Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Vitamin A.

© Land schafft Leben 2026

Die Karotte hat mit rund 40 Kalorien pro 100 Gramm einen niedrigen Kaloriengehalt. Ebenso ist sie nahezu fett- und eiweißfrei. Die Karotte ist eine wertvolle Vitaminquelle und ist besonders reich an Carotinoiden, wie Beta-Carotin, einer Vorstufe des Vitamin A. Darüber hinaus enthält die Karotte auch Kalium und kleine Mengen Eisen.1  In der Karotte steckt auch der Ballaststoff Pektin. Dieser quillt im Verdauungstrakt auf und fördert so die Verdauung. Auch hat der Ballaststoff eine positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel. Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe ist nicht bei jeder Karotte gleich. Die Gehalte an Zucker und Pektin können je nach Sorte, Reifegrad, Erntezeitpunkt und Anbaubedingungen variieren. Frühkarotten enthalten meist mehr Zucker. Karotten, die später geerntet werden, haben zum Beispiel einen höheren Pektin-Gehalt.2

Warum sollten Karotten mit Fett kombiniert werden?

Da Beta-Carotin fettlöslich ist, kann der Körper es zusammen mit etwas Fett besser aufnehmen. Deshalb empfiehlt es sich, Karotten beispielsweise mit Nüssen oder etwas Öl zu essen.3

Orange, violett oder gelb? Inhaltsstoffe beeinflussen die Farbe der Karotte

Meist bekommen wir nur orange Karotten zu sehen, doch gibt es sie in vielen Farben: Manche sind hell- oder dunkelrot, weiß und violett.  Die Farbe von Karotten hängt mit unterschiedlichen sekundären Pflanzenstoffen zusammen. Orange Karotten enthalten besonders viel Alpha- und Beta-Carotin, gelbe vor allem Lutein, rote Lycopin und violette Anthocyane. Schwarze Karotten sind reich an phenolischen Verbindungen. Diese Pflanzenstoffe werden unter anderem wegen ihrer antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften untersucht. Welche Mengen enthalten sind, hängt jedoch stark von der Sorte und den Anbaubedingungen ab.4

Sind Karotten gut für die Augen?

Kind hält zwei Karotten wie Hörner an den Kopf und lacht, Sonnenlicht fällt ins helle Zimmer.

An dem Spruch „Karotten sind gut für die Augen“ ist etwas Wahres dran. Das Beta-Carotin in der Karotte gehört zu den Provitamin-A-Carotinoiden und kann im Körper zu Vitamin A umgewandelt werden. Beta-Carotin ist dabei das bedeutendste Provitamin-A-Carotinoid. Vitamin A trägt zur Erhaltung der normalen Sehkraft bei und ist für den Sehvorgang wichtig. Da Vitamin A ein fettlösliches Vitamin ist, empfiehlt es sich Karotten mit etwas Fett beziehungsweise Öl zu sich nehmen. Zum Beispiel kann man Karotten in Öl anbraten, mit einem Joghurtdip oder einer Handvoll Nüsse essen. Wie viel Beta-Carotin tatsächlich in Vitamin A umgewandelt wird, kann jedoch unterschiedlich sein.

Vitamin A ist übrigens nicht nur gut für die Augen, sondern auch für die Blutbildung, die Bildung und Erhaltung von Haut und Schleimhaut, die Knochenentwicklung und allgemein für das Immunsystem. Eine eher große gegarte Karotte mit rund 100 Gramm kann bereits den Tagesbedarf von Erwachsenen an Beta-Carotin decken.5

Kann man gegen Karotten allergisch sein?

Ja, man kann sensibel auf das Allergen der Karotte reagieren und allergische Reaktionen bekommen. Dabei reagiert das Immunsystem auf bestimmte Eiweiße in der Karotte. Auch gekochte oder verarbeitete Karotten können Beschwerden auslösen, weil die allergieauslösenden Eiweiße durch Erhitzen nicht immer vollständig zerstört werden. Nach dem Abkühlen können sie wieder eine Form annehmen, die vom Immunsystem erkannt wird. Das gilt nicht nur für frisch gekochte Karotten oder Karotten aus der Dose, sondern auch für Lebensmittel mit Karottenextrakt. Einer Untersuchung zufolge sollten Menschen, die allergisch auf Karotten reagieren, daher grundsätzlich auf Karotten und karottenhaltige Produkte verzichten.6

Beschwerden nach dem Verzehr von Karotten können auch durch eine Kreuzallergie entstehen. Dabei besteht meist bereits eine Pollenallergie, und das Immunsystem verwechselt ähnlich aufgebaute Eiweiße in der Karotte mit den ursprünglichen Pollenallergenen.

Das kann zum Beispiel bei einer Birkenpollenallergie passieren: Das wichtigste Karottenallergen ähnelt dem Hauptallergen der Birke. Typisch sind dann Juckreiz, Brennen oder Schwellungen im Mund- und Rachenraum kurz nach dem Essen. Auch bei einer Beifußpollenallergie kann es zu Kreuzreaktionen kommen. Man spricht dabei vom Sellerie-Karotten-Beifuß-Gewürz-Syndrom. Neben Karotten können dabei vor allem Sellerie und verschiedene Gewürze Beschwerden auslösen. Im Unterschied zu vielen Birkenpollen-Kreuzreaktionen können bei Beifuß-Kreuzallergien häufiger auch stärkere Reaktionen auftreten, die den ganzen Körper betreffen – etwa Hautreaktionen, Atembeschwerden oder in schweren Fällen eine Anaphylaxie.7

Quellen

1 Elmadfa et al. (2025): Die große GU Nährwert- und Kalorien-Tabelle

2 Öffentliches Gesundheitsportal Österreich (gesundheit.gv.at: Karotten, Pektin; Zugriff: 17.07.2026)

3 Öffentliches Gesundheitsportal Österreich (gesundheit.gv.at: Karotten, Pektin; Zugriff: 17.07.2026)

4 Ahmad et al. (2019): Phytochemicals in Daucus carota and Their Health Benefits—Review Article

5 Deutsche Gesellschaft für Ernährung (dge.de: Vitamin A; Zugriff: 17.07.2026)

6 Ernährungs Umschau (ernaehrung-umschau.de: Auch gekochte Karotten können allergische Reaktionen auslösen; Zugriff: 17.07.2026)

7 forum. ernährung heute (forum-ernährung.at: Kreuzallergien: Wenn Pollen und Lebensmittel verwechselt werden; Zugriff: 17.07.2026)