Ist Brot gesund?
Brot liefert wichtige Energie und Ballaststoffe – besonders Vollkornbrot, das Vitamine, Mineralstoffe und komplexe Kohlenhydrate enthält. Zwei bis drei Scheiben täglich passen gut in eine ausgewogene Ernährung. Mythen wie „Brot macht dick“ halten nicht stand: Entscheidend ist die gesamte Mahlzeit.
Wie viel Brot am Tag ist gesund?
Brot eignet sich gut, um einen Anteil des täglichen Bedarfs an Kohlenhydraten zu decken, die mindestens 50 Prozent des Energiebedarfs decken sollten. Jugendliche und Erwachsene sollten zudem täglich zumindest 30 Gramm Ballaststoffe zuführen, wobei zusätzlich stets auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden sollte. Dies ist für eine optimal funktionierende Verdauung wichtig, da es ansonsten zur Darmträgheit kommen kann. Vor allem gesundes Vollkornbrot bietet hier eine optimale Ballaststoffquelle.1 Der Ballaststoffgehalt ist in den verschiedenen Brotsorten sehr variabel: Zwei bis drei Scheiben Vollkornbrot liefern zirka zehn Gramm Ballaststoffe. Die gleiche Menge Ballaststoffe steckt auch in zehn bis zwölf Scheiben Weizentoastbrot.2
Laut den österreichischen Ernährungsempfehlungen gilt die Orientierung von täglich vier Portionen Getreide und Kartoffeln – je nach Energiebedarf. Dabei entspricht eine Portion Brot von 50 bis 70 Gramm.3
Welches Brot ist am gesündesten?
Aus gesundheitlicher Sicht ist Vollkornbrot, bei welchem das gesamte Korn mitsamt der Schale, der darunterliegenden Aleuronschicht sowie dem Keimling vermahlen wird, besonders wertvoll. Unter sowie in der Schale befinden sich Mineralstoffe und Vitamine. Mit hochwertigem Eiweiß punktet die Aleuronschicht, während der Keimling Vitamin E sowie ungesättigte Fettsäuren liefert.
Vollkornbrot ist im Vergleich zu anderen Broten relativ fettarm und ein wertvoller Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Die Aufnahme komplexer Kohlenhydrate und Ballaststoffe, kann sich gesundheitlich besonders positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirken, da sie langsamer verdaut werden. Vollkornbrot ist daher die beste Wahl. Der Verzehr von Vollkornbrot, beziehungsweise die Ballaststoffzufuhr, sollte langsam gesteigert werden, wenn man nicht an sie gewöhnt ist, da es sonst zu Verdauungsbeschwerden kommen kann. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt ein Drittel der Getreideprodukte als Vollkornvariante zu essen. Was das vermahlene Getreide betrifft, lohnt es sich immer wieder zwischen verschiedenen Sorten zu wechseln. Mit einer Mischung aus Weizen, Dinkel, Roggen, Emmer oder anderen Sorten bringt man Abwechslung auf den Speiseplan und profitiert von den unterschiedlichen Nährstoffen.4
Wenn du mehr über Dinkel und Urgetreide erfahren möchtest dann schau in unseren Artikel „Gesundheitscheck: Fragen und Fakten zu Getreide und Mehl“.
Brotmythen
Brot macht dick, dunkles Brot ist immer Vollkorn und frisches Brot führt zu Bauchschmerzen – rund um Brot halten sich viele Mythen hartnäckig. Wir zeigen, was wirklich dahintersteckt, welche Irrtümer längst widerlegt sind und warum Brot oft besser ist als sein Ruf.
Mythos 1: „Brot macht dick“
Zahlreiche Low-Carb-Diäten empfehlen, Brot zu meiden, da es angeblich ein Dickmacher sei. In Getreideprodukten wie Brot sind Kohlenhydrate enthalten, die eine wichtige Energiequelle darstellen. In großen Mengen kann Brot zur Gewichtszunahme beitragen, aber es gilt wie immer: „Die Dosis macht das Gift“.
Neben den Kohlenhydraten sind weitere wertvolle Inhaltsstoffe enthalten, wie Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Letzteres gilt besonders für Vollkornbrot. Im Zusammenhang mit einer möglichen Gewichtszunahme spielt nicht nur das Brot selbst, sondern die gesamte Mahlzeit eine Rolle. Besonders energiereiche Beläge wie Aufstriche, Wurstwaren oder Käse können den Kaloriengehalt deutlich erhöhen und so zu einer höheren Energieaufnahme beitragen. Eine Gewichtszunahme entsteht dann, wenn über einen längeren Zeitraum mehr Energie aufgenommen als verbraucht wird. Der tägliche Energiebedarf ist individuell und hängt unter anderem vom Körpergewicht, der Körperzusammensetzung, dem Alter und dem Ausmaß der körperlichen Aktivität ab5
Mythos 2: Vielkornbrot, Mehrkornbrot und Wellnessbrot sind Vollkornbrote – stimmt das?
Hier gilt die goldene Regel: Nur wo Vollkorn draufsteht, ist auch Vollkorn drin! Dreikornbrot zum Beispiel aus drei verschiedenen Getreide- oder Pseudogetreidearten, sagt jedoch noch nichts über den Ausmahlungsgrad des Getreides aus. Auch Mehrkorn- oder Wellnessbrot muss nicht Vollkorn sein, sondern kann mit Auszugsmehl, also Weißmehl, gebacken sein und ein paar in den Teig eingestreuten Körner beinhalten. Dadurch ergeben sich zwar einige gesundheitliche Vorteile wie etwa durch die Ballaststoffe oder zusätzliche gesunde Fette und Proteine in den Kernen uns Samen – um Vollkornbrot handelt es sich jedoch bei diesen Produkten in der Regel nicht.6
Mythos 3: Frisches Brot verursacht Bauchschmerzen
Frisches Brot wird häufig für Verdauungsbeschwerden verantwortlich gemacht. Tatsächlich können Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen oder Bauchschmerzen jedoch auch durch hastiges Essen entstehen. Wer Nahrung zu schnell verzehrt, kaut oft weniger gründlich und schluckt zusätzlich Luft. Gründliches Kauen unterstützen die Verdauung und können dazu beitragen, Beschwerden zu vermeiden. Frisches Brot wird von den meisten Menschen gut vertragen.7
Quellen
1 Deutsche Gesellschaft für Ernährung (dge.de: Referenzwerte; Zugriff: 01.06.2026)
2 Elmadfa et al. (2025): Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle
3 Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (ages.at: Österreichische Ernährungsempfehlungen; Zugriff: 01.06.2026)
4 Deutsche Gesellschaft für Ernährung (dge.de: Vollkorn ist die beste Wahl; Zugriff: 01.06.2026)
5 Öffentliches Gesundheitsportal Österreich (gesundheit.gv.at: Übergewicht - so beugen Sie vor!; Zugriff: 01.06.2026)
6 Österreichisches Lebensmittelbuch (2025): B18 Backerzeugnisse
7 DoxMedicus (gesundheits-lexikon.com: unregelmäßiges Essen und häufiges Auslassen von Mahlzeiten; Zugriff: 01.06.2026)