Haltbarkeit von Brot, Semmel und Co
Wie lange ist Brot, egal ob aus der Bäckerei oder dem Supermarkt, haltbar? Wir erklären, warum das Mindesthaltbarkeitsdatum nur ein Richtwert ist, wie du Brot richtig prüfst und wann Vorsicht geboten ist. Außerdem erfährst du, warum Schimmel gefährlich ist und wie er überhaupt ins Brot gelangt.
Wer Brot in einer Bäckerei direkt an der Theke kauft, liest nur selten ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Bei Semmelwürfeln oder bei verpackter Ware wie Brot, Gebäck und süßer Backware – wie es sie etwa im Supermarkt gibt – muss aber ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) angegeben werden. Das MHD auf der Brotverpackung stellt einen Anhaltspunkt dar: Bis zu diesem Tag verspricht der Hersteller, dass das noch verpackte Brot bei richtiger Lagerung geschmacklich, geruchlich und ernährungsphysiologisch einwandfrei ist. Das MHD ist also als Richtwert zu betrachten. Prüfe Lebensmittel wie Brot aus Österreich mit allen Sinnen!
Meist ist abgepacktes Brot nach Ablauf des MHD bei vorheriger sachgerechter Lagerung – kühl und trocken – noch genießbar. Doch es gibt einige Unterschiede in der Haltbarkeit der verschiedenen Brote. So hält in Scheiben geschnittenes Brot ohne Konservierungsstoffe zum Beispiel kürzer als ein Brotlaib. Auch kommt es auf das verwendete Getreide an: Mit seinem hohen Anteil an Weizen trocknet Weißbrot verglichen mit Roggenbrot schneller aus. Hier spielen demnach die Inhaltsstoffe im Brot eine Schlüsselrolle.1
Ablaufdatum und Haltbarkeit von Brot im Blick behalten
Mindesthaltbarkeitsdatum prüfen: Achte beim Einkaufen und Lagern immer auf das MHD deines Brotes – so lassen sich Lebensmittelabfälle gut vermeiden.
Richtige Lagerung verlängert die Haltbarkeit: Je nach Brotsorte und Verpackung kann Brot unterschiedlich lange frisch bleiben.
Nach dem MHD nicht automatisch schlecht: Viele Produkte wie Brot, Brötchen, Nudeln, Getreide, Reis, Müsli oder Lebensmittel in Konserven sind bei korrekter Lagerung oft länger haltbar. Achte auf Veränderungen der Farbe, Oberfläche und auf Flecken, um Verderb zu erkennen. Achtung: Bei Schimmelbefall darf das Brot auf keinen Fall mehr gegessen werden!
Bewusst einkaufen: Plane Mengen realistisch, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Kaufe nur so viel Brot, wie du in absehbarer Zeit verbrauchen kannst, und lagere größere Mengen gegebenenfalls portionsweise ein.2
Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten? Teste, ob das Brot noch gut ist!
Richtig gelagertes Brot ist oft auch über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus genießbar. Sollte dieses überschritten sein, kannst du trotzdem selber prüfen, ob das Brot noch gut ist. Gibt es keinen sichtbaren Schimmelbefall oder sonstige Hinweise auf Verderb, solltest du an dem Produkt riechen. Wenn dir auch am Geruch nichts auffällt, kommt es zum letzten Schritt: Schmecken. Ist der Geschmack des Brotes wie immer? Dann ist das Brot für den Verzehr geeignet.3
Schimmel auf Brot
Bei Schimmelbildung gilt es, das Brot im Ganzen zu entsorgen: Denn die verzweigten Fäden des Schimmelpilzes können sich durch das gesamte Brot ziehen und sind geschmacklich meist nicht wahrnehmbar. Auch hohe Temperaturen zerstören die Gifte nicht. Um also ganz sicher alle Schimmelsporen loszuwerden, sollte man am besten nach Entsorgen des Brotes auch noch die Brotdose sorgfältig mit Essig reinigen.4
Wie entsteht Schimmel auf oder in Lebensmitteln?
Schimmel entsteht, wenn Schimmelsporen aus der Luft unter geeigneten Bedingungen, wie Feuchtigkeit und Wärme, auf Lebensmittel treffen. Kohlenhydrate bieten bei Wärme und Feuchtigkeit einen guten Nährboden für Schimmelpilze. Dort keimen sie schließlich aus und bilden ihre Zellfäden. Diese dringen in tiefe Schichten des Brotes vor.5
Wie erkennst du Schimmel auf Brot oder Gebäck? Schimmeliges Brot weist etwa grüne, weiße, graue oder schwarze Flecken auf – diese können auf oder im Brot sichtbar sein. Teilweise bildet sich eine ungewöhnliche Feuchtigkeit im Inneren des Brotes und es riecht muffig oder modrig. Auch hier gilt: Auf alle Sinne vertrauen! Wenn es beim Sehen und Riechen noch keine Anzeichen von Schimmel gibt, kannst du ein kleines Stück kosten. Ein veränderter Geschmack zum Beispiel ein bitterer oder säuerlicher Geschmack, zeigen dir, dass du das Brot entsorgen solltest.6,7
Wie gesundheitsschädlich ist Schimmel am Brot?
Akute Auswirkungen beim Verzehr von Schimmelpilzen können sich bei Menschen und Tieren durch Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen, Durchfall und Appetitlosigkeit zeigen. Außerdem können verschiedene Organe geschädigt werden, zum Beispiel Leber, Niere, Haut oder Nervensystem. Auch das Immun- und Hormonsystem kann beeinträchtigt werden. Durch eine chronische Aufnahme von Schimmel kann es zu gewissen Spätschäden kommen: Im Tier- und Zellkulturversuch zeigten sich mitunter krebsverursachende Auswirkungen und Organschäden. Einige Schimmelgifte könnten auch die Leber nachhaltig schädigen.
Nicht jeder Kontakt mit verschimmeltem Brot führt sofort zu einer akuten Vergiftung. Trotzdem sollte verschimmeltes Brot nicht gegessen werden, weil manche Schimmelpilze gesundheitsschädliche Mykotoxine bilden können.8
Quellen
1 Verbraucherzentrale (verbraucherzentrale.de: Brot und Brötchen: Haltbarkeit und Lagerung; Zugriff: 25.06.2025)
2 Verbraucherzentrale (verbraucherzentrale.de: Brot und Brötchen: Haltbarkeit und Lagerung; Zugriff: 25.06.2025)
3 Verbraucherzentrale (verbraucherzentrale.de: Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist nicht gleich Verbrauchsdatum; Zugriff: 25.06.2026)
4 Verbraucherzentrale Schleswig Holstein (verbraucherzentrale.sh: Brot und Brötchen: Haltbarkeit und Lagerung; Zugriff: 25.06.2026)
5 Bundesinstitut für Risikobewertung (bfr.bund: Schimmelpilze in Lebensmitteln – Gesundheitliche Risiken und wie sie sich vermeiden lassen; Zugriff: 25.06.2026)
6 Öko Test (oekotest.de: Schimmelt mein Brot im Winter schneller?; Zugriff: 25.06.2026)
7 Verbraucherzentrale (verbraucherzentrale.de: Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist nicht gleich Verbrauchsdatum; Zugriff: 25.06.2026)
8 Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (ages.at: Mykotoxine; Zugriff: 25.06.2026)