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Gesundheitsfragen zu Bier

Ist Bier gesund? Aus gesundheitlicher Sicht ist es aufgrund des enthaltenen Alkohols nie völlig unbedenklich. Der Kaloriengehalt variiert je nach Alkoholgehalt und Biersorte, regelmäßiger Konsum summiert sich jedoch. Während der Schwangerschaft sollte vollständig auf Bier verzichtet werden.

Ein Mann trinkt aus einem großen Bierkrug mit Schaumkrone. Der Fokus liegt auf Mund und Getränk. Ein Mann trinkt aus einem großen Bierkrug mit Schaumkrone. Der Fokus liegt auf Mund und Getränk.

Wissenswertes zum Bier

Am ungesündesten im Bier ist mit Sicherheit der Alkohol. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont, dass Alkohol aus gesundheitlicher Sicht nie unbedenklich ist, unabhängig von der konsumierten Menge. Das Gesundheitsrisiko beginnt somit schon beim ersten Schluck. Aus demselben Grund gibt auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) seit 2024 keinen Referenzwert für die Alkoholzufuhr mehr heraus. 

Die Wirkung von Alkohol ist individuell und hängt unter anderem von Geschlecht, Alter, Lebensstil, genetischen Voraussetzungen sowie dem Gesundheitszustand ab. Gesundheitliche Risiken lassen sich nur durch vollständigen Verzicht vermeiden. Da sich nicht allgemein bestimmen lässt, ab welcher Menge Alkohol bei einzelnen Personen gesundheitliche Gefahren entstehen, empfiehlt die DGE grundsätzlich, keinen Alkohol zu trinken. Zusätzlich hat sie Richtlinien für einen risikoarmen sowie einen moderaten Konsum formuliert.1,2

Was genau mit „moderatem Konsum“ gemeint ist und welche unmittelbare Wirkung und langfristige Auswirkung Alkoholkonsum haben kann, liest du in unserem Artikel zum Thema Alkoholkonsum in Österreich.

Wer keinen Alkohol trinken und dennoch Bier genießen möchte, kann auf alkoholfreies Bier zurückgreifen. Dieses weist je nach Herstellungsverfahren nicht mehr als 0,5 Volumsprozent Alkohol auf. Alkohol wird oft als Geschmacksträger im Bier angesehen. Heutzutage kann alkoholfreies Bier aber so hergestellt werden, dass der charakteristische Geschmack durch bestimmte Verfahren erhalten bleibt.3

Bier besteht hauptsächlich aus Wasser und enthält je nach Sorte außerdem Alkohol, Kohlendioxid und unvergorene Extraktstoffe. Dazu zählen unter anderem Dextrine, Eiweißstoffe, Mineralstoffe, Farb- und Bitterstoffe sowie Nebenprodukte der Gärung. Der Geschmack wird vor allem durch Malz, Hopfen, Hefe und das Brauverfahren geprägt: Hopfen sorgt etwa für Bitterkeit und Aroma, Malz kann süßliche, brotige oder karamellige Noten erzeugen, während Gärungsprodukte fruchtige oder würzige Eindrücke hervorrufen können. Die genaue Zusammensetzung unterscheidet sich je nach Biertyp, Stammwürze und Alkoholgehalt.4

Was ist die Besonderheit an ungefiltertem Bier für die Gesundheit?

Bei ungefiltertem Bier gehen Geschmacks- und Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe oder Hefen nicht verloren. Zwickl ist ein typisches Beispiel für ungefiltertes, naturtrübes Bier. Die Trübung entsteht durch Hefen und unlösliche Eiweißstoffe.5

Polyphenole im Bier

Bier enthält neben Wasser, Alkohol und Kohlendioxid auch verschiedene Polyphenole. Diese sekundären Pflanzenstoffe stammen vor allem aus Gerstenmalz (70–80 Prozent) und Hopfen (20–30 Prozent). Sie können zur Farbe, Bitterkeit, Trübung, Haltbarkeit und zum Aroma des Bieres beitragen. Während des Brauprozesses verändern sich Menge und Zusammensetzung dieser Stoffe, etwa durch Mälzen, Kochen, Gärung, Filtration und Lagerung.6

Aus den Polyphenolgehalten lässt sich jedoch kein gesundheitlicher Nutzen von Bier ableiten, da alkoholisches Bier zugleich Ethanol enthält und Alkohol nach aktueller Ernährungsempfehlung nicht als unbedenklich gilt.

Wie viele Kalorien hat Bier?

Der Kaloriengehalt des Bieres ist vom Alkoholgehalt und der Biersorte abhängig. Der größte Teil der Kilokalorien in Bier stammt vom Alkohol. Bei einem hellen Lagerbier beispielsweise mit etwa fünf Volumsprozent Alkohol und rund 37 Kilokalorien pro 100 Milliliter liefert der Alkohol allein etwa drei Viertel des gesamten Energiegehalts. Der restliche Anteil kommt vor allem aus Kohlenhydraten. Während alkoholfreies Bier zwei Drittel des Energiegehalts von Lagerbier enthält, liefert Bockbier fast doppelt so viel. Trinkt man eine Halbe Bier (Lagerbier), nimmt man fast so viele Kalorien zu sich, wie wenn man zwei Semmeln essen würde.7,8 Der genaue Kaloriengehalt ist von der Biersorte abhängig und mit Ausnahme von alkoholfreiem Bier auf der Flasche nicht erkennbar.9

Macht Bier dick und einen Bierbauch?

Der Begriff „Bierbauch“ ist weit verbreitet, fachlich ist der Zusammenhang aber nicht so eindeutig. Bier liefert zwar Energie, macht jedoch kaum satt. Alkohol kann im Gegenteil appetitanregend wirken und die Lust auf herzhafte oder fettreiche Speisen erhöhen. Dadurch kann nicht nur das Bier selbst, sondern auch das Essen rundherum zur zusätzlichen Kalorienaufnahme beitragen.

Ob Bier allein gezielt zu mehr Bauchfett führt, ist wissenschaftlich nicht eindeutig bewiesen. Entscheidend sind neben der Biermenge auch Ernährung, Bewegung, Lebensstil und der Konsum anderer alkoholischer Getränke. Besonders bei größeren Biermengen steigt die Energieaufnahme deutlich. Eine Gewichtszunahme kann sich bei Männern eher am Bauch zeigen, weil der männliche Körper stärker viszerales Fett in der Bauchregion einlagert.

Kurz gesagt: Bier macht nicht automatisch einen Bierbauch. Wer aber regelmäßig größere Mengen Bier trinkt und dazu kalorienreich isst, nimmt insgesamt leichter zu. Der „Bierbauch“ entsteht daher weniger durch Bier allein, sondern durch ein Zusammenspiel aus Alkohol, zusätzlicher Energieaufnahme, Essgewohnheiten und Lebensstil.10,11

Enthält Bier Zucker?

Üblicherweise wird Bier kein Zucker zugesetzt. Ausnahmen sind das Süßen von dunklem Bier, so genanntem Röstmalzbier, und das Erhöhen des Alkoholgehalts von Bockbier.12 Bier enthält in der Regel Mehrfachzucker. Die Stärke wird während der Herstellung vor allem in Malzzucker abgebaut. Bei der Gärung wird ein Teil des Malzzuckers dann in Alkohol umgewandelt.13

 Erfahre wie Zucker auf unseren Körper wirkt und was es über die Zuckerkrankheit Diabetes Mellitus zu wissen gibt.

Bier während der Schwangerschaft und Stillzeit?

Auf alkoholhaltiges Bier sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit gänzlich verzichtet werden. Sowohl Alkohol als auch dessen Abbauprodukt Acetaldehyd gelangen im Körper der Mutter ungehindert zum ungeborenen Kind – es wird so dem selben Blutalkoholspiegel ausgesetzt wie die Mutter. Alkoholkonsum während der Schwangerschaft ist für die meisten geistigen und körperlichen Entwicklungsstörungen von Kindern verantwortlich, die vermeidbar wären.14

Was ist FASD?

Die Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD) zählt zu den häufigsten chronischen, nicht heilbaren Erkrankungen, die bereits bei der Geburt bestehen. Erwachsene mit diagnostizierter FASD leiden unter vielfältigen Langzeitfolgen. Im Jahr 2014 wurden in Deutschland 12.650 Babys mit FASD geboren. In Österreich – wie in vielen anderen Ländern weltweit – liegen keine gesicherten Prävalenzdaten vor, es wird jedoch von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen.15 Überträgt man die für Deutschland verwendete Schätzung von 1,77 Prozent auf die fast 76.100 Neugeborenen im Jahr 2025 in Österreich, ergäbe das rechnerisch rund 1.350 FASD-betroffene Babys.16

Alkohol geht auch in die Muttermilch über. Die Konzentration von Alkohol in der Muttermilch ist nahezu ident mit dem Blutalkoholspiegel der Mutter. Die häufige Vermutung, dass Hopfen im Bier den Milchfluss beim Stillen fördert und somit eine positive Wirkung hat, ist nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht.17

Auch in einigen Lebensmitteln kann Alkohol natürlicherweise entstehen, etwa durch Gärungsprozesse in Fruchtsäften, reifem Obst, Brot, Sauerkraut oder Kefir. Diese Spuren unterscheiden sich von zugesetztem Alkohol und gelten bei normalem Verzehr in der Regel als unproblematisch. Für Kinder, Schwangere und Stillende bleibt dennoch wichtig: Alkoholische Getränke und bewusst mit Alkohol hergestellte Lebensmittel sollten gemieden werden!18

Fördert Bierkonsum vor dem Schlafengehen die Schlafqualität? 

Alkohol kann zwar entspannend wirken und das Einschlafen erleichtern, macht den Schlaf aber weniger erholsam. Er stört die natürlichen Schlafphasen, verkürzt vor allem die REM-Schlafphase, macht diese unruhiger und führt dazu, dass man nachts häufiger aufwacht. Zusätzlich können Schwitzen und Harndrang die Schlafqualität weiter beeinträchtigen. Am nächsten Morgen fühlt man sich daher oft nicht ausgeruht, sondern müde und gerädert.19

Welche anderen (Aus-)Wirkungen der Konsum von Alkohol auf den menschlichen Körper haben kann, liest du in unserem Artikel zum Thema Alkoholkonsum in Österreich.

Quellen

1 Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2024): Alkohol – Zufuhr in Deutschland, gesundheitliche sowie soziale Folgen und Ableitung von Handlungsempfehlungen

2 World Health Organisation (who.int: Beim Alkoholkonsum gibt es keine gesundheitlich unbedenkliche Menge; Zugriff: 03.07.2026)

3 Rimbach et al. (2025): Lebensmittel-Warenkunde für Einsteiger

4 Rimbach et al. (2025): Lebensmittel-Warenkunde für Einsteiger, S. 366

5 BMLUK (bmluk.gv.at: Bier; Zugriff: 03.07.2026)

6 Gerhäuser und Becker (2009): Phenolic Compounds in Beer

7 Elmadfa et al. (2025): Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle

8 Deutsche Gesellschaft für Ernährung (dge.de: Energie; Zugriff: 03.07.2026)

9 Verordnung Nr. 1169/2011: Lebensmittelinformationsverordnung

10 Open Science (openscience.or.at: Bierbauch: Macht zu viel Bier wirklich dick?; Zugriff: 03.07.2026)

11 Info Medizin (infomedizin.at: Führt Bier zu einem Bierbauch?; Zugriff: 03.07.2026)

12 Österreichisches Lebensmittelbuch (2019): B 13 Bier

13 Bierland Österreich (bierland-österreich.at: Der Brauvorgang; Zugriff: 03.07.2026)

14 Kenn dein Limit (kenn-dein-limit.de: Alkohol in der Schwangerschaft; Zugriff: 03.07.2026)

15 Verein fasd-netzwerk.at (fasd-netzwerk.at: Über FASD?; Zugriff: 03.07.2026)

16 Statistik Austria (statistik.at: Demographische Merkmale von Geborenen; Zugriff: 03.07.2026)

17 Kenn dein Limit (kenn-dein-limit.de: Stillen und Alkohol; Zugriff: 03.07.2026)

18 Öko Test (oekotest.at: Achtung: Diese Lebensmittel können versteckten Alkohol enthalten; Zugriff: 03.07.2026)

19 Kenn dein Limit (kenn-dein-limit.de: Alkohol und Schlaf; Zugriff: 03.07.2026)