Bier als Kulturgut
Österreich gilt als echte Bierhochburg: Mit langer Tradition, hohem Pro-Kopf-Verbrauch und einer vielfältigen Brauereilandschaft ist Bier hier nicht nur Genussmittel, sondern auch Kulturgut.
Lange Tradition und hoher Pro-Kopf-Verbrauch
Repräsentativen Umfragen zufolge sehen mehr als die Hälfte der Menschen in Österreich Bier als wichtiges Kulturgut an. Bei einer langen Biertradition und dem zweithöchsten Pro-Kopf-Verbrauch weltweit (hinter Tschechien und knapp vor Deutschland, Stand 2024) kann man Österreich als Bierhochburg bezeichnen. Dies drückt sich auch in der Vielfalt der Brauereilandschaft, der auch im großen Maßstab angebotenen Qualität und nicht zuletzt im Interesse an einschlägiger Weiterbildung in Sachen Biergenuss und -kennerschaft aus.
Der heimischen Bierqualität im Allgemeinen wird von vielen Seiten ein ausgesprochen gutes Zeugnis ausgestellt. Zum Beispiel auch durch den Autor des „Österreichischen Bierbuches“, Sepp Wejwar. Er ist Bierliebhaberinnen und Bierliebhabern besser als „Biersepp“ bekannt. In der Bierqualität unterscheide sich Österreich deutlich, etwa von Deutschland: „Hier (in Deutschland) haben wir bei den Massenbieren wirklich Biere, die man nicht trinken kann, weil sie Fehler haben, weil sie total langweilig sind.“ Der Biersepp lobt auch den heimischen Lebensmittelcodex, der weniger steif als das unverbindliche, weithin bemühte deutsche Reinheitsgebot sei und „ein viel besseres Instrumentarium darstellt, das zum Beispiel die Verwendung künstlicher Flavours untersagt.“ Und dabei aber der Kreativität keine so engen Grenzen setze wie das deutsche Pendant. Die Bierbranche in Österreich nennt er „Gott sei Dank stockkonservativ, weshalb man immer noch auf natürliche Rohstoffe schwört.“
Österreich hat hohe Bierqualität
Im 16. Jahrhundert testete man die Bierqualität mit einer originellen Methode. Im Brauhaus gab es eine Bank, die man mit Bier übergoss. Dann setzten sich drei Herren in Lederhosen für zwei Stunden auf die Bank und sprangen danach auf Kommando auf. Klebte die Bank so fest an den Hosen, dass sie mit in die Höhe ging, bestand die Brauerin oder der Brauer die Prüfung. Dann war genug Malz im Bier. Man spricht von der „Bernauer Sitzprobe“. Der Name kommt von der deutschen Stadt Bernau, die Methode wurde in mehreren Städten durchgeführt.
Ausbildung zum Biersommelier
In Österreich tragen die Biersommelier-Ausbildung oder die vom Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer Österreich (WIFI) angebotene „Beerkeeper“-Ausbildung zur Aufrechterhaltung der Bierkultur bei. Ebenso die Diplombiersommelier-Ausbildung des bekannten Brauers Axel Kiesbye im Salzburgischen Obertrum.