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Wie wird Meersalz gewonnen?

Dass Meerwasser salzig schmeckt, ist kein Geheimnis. Bestimmt hast du auch schon einmal Meersalz gegessen. Doch was weißt du über seine Herstellung? Eine wichtige Rolle spielt hierbei die Sonne, daher wird dieses Salz auch als „Solarsalz“ bezeichnet. Alle Informationen zur Gewinnung vom Meer bis in die Verpackung erhältst du hier.

Seit wann wird Meersalz gewonnen?

Wann die Menschen damit begannen, Meersalz zu gewinnen, kann nicht eindeutig datiert werden. Es wird davon ausgegangen, dass wie im bergmännischen Salzabbau schon seit über 7.000 Jahren oder noch länger Salz aus dem Meer gewonnen wird. Anders als im Bergbau gibt es dafür jedoch keine Nachweise. Im Berg wurden ehemals verwendete Werkzeuge konserviert. Sollte es Vorrichtungen zur Salzgewinnung an den Küsten gegeben haben, wurden diese womöglich weggeschwemmt. Der erste sichere Nachweis für Meersalzabbau geht in das 6. Jahrhundert vor Christus zurück und stammt aus Ostia bei Rom.

Was ist Meersalz?

Meersalz wird durch das Verdampfen von Meerwasser mittels Sonneneinstrahlung gewonnen. Es gehört daher zu den Solarsalzen, genauso auch Salz aus Salzseen. In Europa sind warme Länder wie Italien, Kroatien, Frankreich oder Spanien für die Meersalz-Gewinnung relevant. Da für das Verdampfen hauptsächlich die Sonne genutzt wird, ist Meersalz-Gewinnung sehr energiesparend im Vergleich zur Siedesalz-Gewinnung. Der Nachteil: Meersalz ist nicht so rein wie Siedesalz. Stoffe aus dem Meer, Mikroplastik sowie Exkremente von Vögeln können das Salz verunreinigen. Außerdem können im Meerwasser gelöste Stoffe nur schwer vom Salz getrennt werden. Zu gewissen Teilen können diese somit auch im fertigen Salz enthalten sein.

Salzpfannen am Meer mit aufgeschichteten weißen Salzhügeln, im Hintergrund das blaue Wasser des Ozeans.

Wie viel Salz enthält Meerwasser?

Meerwasser besteht zu rund drei Prozent aus „herkömmlichem“ Salz, also Natriumchlorid. Daneben enthält es aber auch andere Salze in gelöster Form, etwa Kalziumkarbonat oder Kaliumchlorid. Diese machen 0,5 Prozent des Meerwassers aus. Der Gehalt hängt mit der Temperatur des Meeres zusammen. Ist das Meer kühler, enthält es weniger, ist es wärmer, enthält es mehr Salze. Als Paradebeispiel gilt das Tote Meer mit einem Salzgehalt von etwa 30 Prozent. Es spielt auch eine Rolle, ob Süßwasser ins Meer zufließt. Dieses verringert den Salzgehalt im Meer.

Wie lange reicht das Salz aus dem Meer?

Würden wir das gesamte Salz gewinnen wollen, das in den Meeren der Welt enthalten ist, müssten wir 47 Milliarden Jahre lang Salz produzieren. Das wäre zehnmal so lange, wie es die Erde bereits gibt.

Wie läuft die Gewinnung von Meersalz ab?

Spricht jemand von Meersalz-Gewinnung, könnte man meinen, es ginge um den Ackerbau: Es ist die Rede von Sonnentagen, Salzgärten und Ernte. Die Sonnentage sind für die Gewinnung von Meersalz von hoher Bedeutung: Wo viel Sonne scheint, kann schneller und über einen längeren Zeitraum Salz produziert werden. Der Prozess vom Meerwasser zum Salzkorn kann grob in drei Schritte eingeteilt werden:

  • Verdunsten

  • Ernten

  • Waschen und Trocknen

Verdunsten

Das Meerwasser gelangt von der Küste über Schleusen in sogenannte Verdunstungsbecken, die auch Salzgärten genannt werden. Das sind drei – in großen Anlagen sogar bis zu hundert – nebeneinanderliegende natürliche oder aus Beton gebaute Becken. Diese sind miteinander durch Schleusen verbunden. In diesen Becken verdunstet das Wasser langsam durch die Sonneneinstrahlung.

Im ersten Becken verdampfen 80 Prozent des Meereswassers. Dabei setzen sich Kalk und Gips am Grund ab. Im nächsten Becken verdunstet die Hälfte des übrig gebliebenen Wassers. Dabei setzt sich noch mehr Gips ab. Das Wasser ist nun annähernd mit Salz gesättigt und enthält rund 30 Prozent Salz.

Am Ende wird das Salz in ein Kristallisationsbecken gepumpt. Dort verdampft das Meerwasser weiter und übrig bleiben Salzkristalle aus Natriumchlorid (NaCl). Bricht man die Verdunstung zum richtigen Zeitpunkt ab, bleiben Magnesium- und Kaliumsalze in der Mutterlauge. Dabei handelt es sich um eine Flüssigkeit aus Stoffen, die während des Verdampfens nicht kristallisiert sind. Diese Mutterlauge wird anschließend über Rohre wieder zurück ins Meer geleitet.

Eine andere Möglichkeit: Man lässt die Mutterlauge ebenfalls verdampfen. Somit kristallisieren auch die Magnesium- und Kaliumsalze. Das Salz bekommt dadurch einen leicht bitteren Geschmack. Manchmal ist genau das gewollt: etwa beim französischen Sel gris oder dem rosaroten Salz der kanarischen Inseln. Welches Salz du sonst noch im Supermarkt kaufen kannst, erfährst du in unserem Artikel über die verschiedenen Salzsorten.

Ernten

Die Ernte des Meersalzes beginnt nach etwa sechs Monaten. Nach dieser Zeit hat sich eine 15 bis 20 Zentimeter dicke Schicht Salz auf der Oberfläche gebildet. Für die Ernte kommen spezielle Geräte und Bagger zum Einsatz. Früher musste das Salz noch von Hand mit sogenannten Salzkrücken geerntet werden. Diese hatten lange Stiele und sahen aus wie Rechen.

Waschen und Trocknen

Nach der Ernte wird das Salz mit reiner Sole besprüht, um Schmutz zu entfernen. Danach kommt das Meersalz zum Trocknen in einen sogenannten Wirbelschichttrockner. Dieser Schritt ist auch Teil der Siedesalz-Produktion. Sobald das Salz nur noch wenig Restfeuchtigkeit enthält, ist es bereit für den Verkauf.

Die übrige Sole kommt in ein sogenanntes Absetzbecken. In diesem setzen sich die weggewaschenen Staubpartikel ab und die Sole kann wieder für den nächsten Waschprozess verwendet werden.

Trend geht in Richtung Meersalz

Geschätzt ein Drittel des weltweiten Bedarfs an Speisesalz wird derzeit über Meersalz gedeckt. Der Rest ist entweder Steinsalz oder Siedesalz. Der Trend dürfte aufgrund wirtschaftlicher Vorteile weiter steigen: Meersalz kostet in der Produktion weniger als Siedesalz. Zum Vergleich: Eine Tonne Siedesalz kostet etwa fünfmal so viel wie eine Tonne Meersalz.

In den vergangenen Jahren wurden große Salz-Anlagen beispielsweise in Australien und Chile gebaut. Dort ist die Sonneneinstrahlung sehr hoch und Salz kann das ganze Jahr über „geerntet“ werden. In Europa geht die Meersalz-Gewinnung dafür zurück.

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