Sind Äpfel gesund?
Gesundheitliche Vorteile: Neben Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen haben Äpfel Ballaststoffe zu bieten, die je nach Art der Aufnahme unterschiedlich wirken. Hier erfährst du mehr über die Inhaltsstoffe des Apfels – darunter auch jene, auf die manche Menschen allergisch reagieren können und wie sich die Verträglichkeit von Äpfeln dennoch steigern lässt.
Welche Inhaltsstoffe haben Äpfel?
Die Inhaltsstoffe im Apfel unterliegen Schwankungen und variieren nach Apfelsorte, klimatischen Bedingungen wie Sonnenscheindauer und -intensität, Temperatur und Kulturmaßnahmen.
Äpfel sind aufgrund ihres hohen Wassergehalts kalorienarm und enthalten Fett und Eiweiß nur in Spuren, dafür aber etwa zwei Gramm Ballaststoffe und rund elf Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm. Äpfel enthalten auch viele Vitamine und Mineralstoffe und stellen für uns daher eine wichtige Quelle derselben dar – etwa von Vitamin C. Der Gehalt ist aber von der Apfelsorte abhängig.
Zuckerplus: Schnelle Energie
Der Apfel liefert uns schnell verfügbare Energie in Form von Frucht- und Traubenzucker, wobei der Fruchtzuckeranteil überwiegt. Das ungleichmäßige Verhältnis hat den Vorteil, dass der Zucker langsam ins Blut gelangt und der Apfel dadurch relativ gut sättigt. Für Personen mit einer Fruktosemalabsorption stellt der Apfel somit aber eine schwer verträgliche und daher ungeeignete Obstsorte dar.
Gesundheitliche Vorteile stecken in der Schale
Besonders wertvoll sind seine sekundären Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Phenole, denen verschiedenen gesundheitliche Vorteile zugeschrieben werden und die vor allem in der Schale vorkommen. Rohe ungeschälte Äpfel haben so den höchsten Gehalt an Polyphenolen, gefolgt von naturtrübem Apfeldirektsaft. Am wenigsten Polyphenole enthält klarer Apfelsaft aus Konzentrat. Flavonoide und Phenole wirken allgemein antioxidativ und entzündungsmodulierend.
Der Apfel enthält unterschiedliche Säuren, die bedeutendste ist dabei die Apfelsäure. Allein aufgrund eines sauren Geschmacks kann aber nicht auf einen geringen Zuckergehalt geschlossen werden.
Erwähnenswert sind zudem die im Apfel enthaltenen Ballaststoffe, die auf unterschiedliche Art und Weise wirken:
Beißt man in einen frischen Apfel, so regt der unlösliche Ballaststoff Zellulose die Verdauung an und wirkt somit gegen Verstopfung.
Reibt man den Apfel (mit der Schale!), so wird der lösliche Ballaststoff Pektin freigesetzt. Er schützt die Darmschleimhaut, absorbiert Krankheitskeime und wirkt somit stopfend bei Durchfall.
Das Apfelpektin bindet zudem Cholesterin und kann so positiv auf den Cholesterinspiegel wirken. Geschälte, gekochte und pürierte Äpfel in Form von Apfelmus sind besonders bekömmlich – daher wird es auch in der Beikost von Babys verwendet. Da viele wertvolle Inhaltsstoffe des Apfels – z. B. Vitamine wie Vitamin C oder Folsäure und sekundären Pflanzenstoffe – direkt in oder unter der Schale stecken, ist es empfehlenswert, sie nach dem Waschen mitzuverzehren.
Kann man auf Äpfel allergisch sein?
Nach dem Verzehr eines rohen Apfels juckt die Zunge, brennt der Rachen oder die Lippen werden taub? Wer gleichzeitig Birkenpollenallergikerin oder -allergiker ist, hat höchstwahrscheinlich eine Kreuzallergie auf Äpfel. Häufige Symptome dieser sind nämlich ein Brennen in Mund und Rachen sowie ein Anschwellen bzw. Taubwerden von Zunge und Lippen. Dem Körper schmecken die Apfeleiweißmoleküle nicht, er verwechselt sie mit jenen der Birkenpollen und stuft sie als fremd ein.
Verträglichkeit von Äpfeln
Menschen mit Kreuzallergie auf Äpfel müssen allerdings nicht unbedingt gänzlich auf Äpfel verzichten. Die Verträglichkeit muss individuell festgestellt werden. Ältere Sorten werden tendenziell meist besser vertragen, da sie mehr Polyphenole enthalten. Polyphenole sind für das Braunwerden des Apfels verantwortlich, nachdem man ihn anschneidet. Aus neueren Sorten wurden diese Stoffe systematisch heraus gezüchtet. Mit dem Schälen, Raspeln und Erhitzen des Apfels steigert sich seine Verträglichkeit ebenso zunehmend.
Nicht nur bei der Kreuzallergie: Hitzestabile Allergene
In seltenen Fällen kann auch wer nicht auf Birkenpollen allergisch ist, mit Symptomen auf Äpfel reagieren. Manche Allergene im Apfel lösen unabhängig von Kreuzallergien starke Reaktionen aus. Diese Allergene sind nicht hitzelabil, sie werden beim Kochen daher nicht zerstört. Auch gegenüber enzymatischen Prozessen, wie dem Raspeln, sind sie nicht empfindlich.