Kartoffeln als Multitalent?
erdäpfel | © Land schafft Leben, 2019

Kann man mit nur einem einzigen Lebensmittel überleben? Wenn man sich diese Frage stellt und einen Streifzug durch die Ernährungswissenschaften macht, dann kommt man relativ schnell zu der Antwort: Nein, kann man nicht. Es gibt kein Nahrungsmittel, das alle Nährstoffe bietet, um uns rundum adäquat auf Dauer gesund und leistungsfähig zu halten. Irgendwann, früher oder später, würden Mangelerscheinungen auftreten. Abwechslung in unserer Ernährung hat somit seine Notwendigkeit.  Aber die Kombination aus lediglich wenigen, genauer gesagt drei, Lebensmitteln würde in der Theorie bereits ausreichen, um uns prinzipiell gut zu versorgen. Die Kartoffel befindet sich unter ihnen. Kartoffeln, Milch und Haferflocken – auf diese drei Komponenten könnte man im Ernstfall die Ausgewogenheit reduzieren. Um auf Nummer sicher zu gehen, lieber hin und wieder noch mit etwas Gemüse ergänzt. Die Tatsache, dass die Kartoffel ein guter Kohlenhydratlieferant in Form von Stärke ist, wertvolle Ballaststoffe beinhaltet, in Kombination mit eiweißreichen Lebensmitteln ein hochwertiges Eiweiß liefert und noch dazu mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen ausgestattet ist, berechtigt sie dazu, neben Reis, Weizen und Mais ein wichtiges Grundnahrungsmittel für viele Teile dieser Welt zu sein. Ihre gute Lagerfähigkeit sei in diesem Zusammenhang ebenfalls erwähnt.

Pflanzenschutz mit Nebenwirkung?
erdäpfel pflanzenschutz | © Land schafft Leben, 2019

Als sich die Kartoffel in Europa immer mehr als Grundnahrungsmittel etablierte, verbesserten sich die Ernährungsmöglichkeiten der Bevölkerung enorm. Für viele Länder, wie beispielsweise für Irland, wurde sie zur Ernährungsgrundlage, was gleichzeitig bedeutet, dass Missernten aufgrund von ungünstigen klimatischen Verhältnissen oder aufgrund von Kartoffelkrankheiten fatale Folgen mit sich brachten.  Fatale Folgen in Form von großen Hungersnöten. 1845 starb jeder neunte Ire an Hunger – der Kartoffelpilz Phytophthora infestans lies ganze Kartoffelfelder verfaulen.

Heute gibt es Pflanzenschutzmittel, um solchen Situationen zu begegnen. Angefangen von der Beizung des Saatgutes gegen die Blattlaus, dem Einsatz von Insektiziden gegen den Kartoffelkäfer, der Verwendung von Fungiziden gegen Pilze oder dem Ausbringen von Herbiziden zum Zweck der Krauttötung – die Möglichkeiten sind vielfältig. Doch bei Pflanzenschutzmitteln variieren die Meinungen stark. Spricht man über gesundheitliche Nachhaltigkeit, stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage nach der gesundheitlichen (Un)bedenklichkeit von Pflanzenschutzmitteln. Viele von ihnen stehen im Verdacht krebserregend, fortpflanzungsschädigend oder erbgutverändernd zu sein.

> Gas verhindert, dass Kartoffeln austreiben

 

Die Kartoffel als Dickmacher
pommes | © Land schafft Leben, 2019

Was man bei der Kartoffel aber auf jeden Fall aus gesundheitlicher Perspektive diskutieren sollte, ist die Tatsache, dass wir heute Kartoffeln auf eine andere Art und Weise konsumieren als noch vor ein paar Jahren bzw. Jahrzehnten. Auch wenn sich der Pro-Kopf-Verzehr recht stabil verhält, so konsumieren wir Kartoffeln immer mehr in Form von sogenannten Kartoffelerzeugnissen wie Pommes, Chips, Püree und Wedges, währenddessen der Konsum an Pell-, Salz- und Bratkartoffeln rückläufig ist. Spricht man über gesundheitliche Nachhaltigkeit sind zunehmende Gesundheitsprobleme, insbesondere der Anstieg von ernährungsbedingten Krankheiten wie zum Beispiel Übergewicht, Diabetes, Karies, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck zu thematisieren. Und hier wird dem sogenannten Fast-Food bzw. Junk-Food häufig der schwarze Peter zugeschoben.

 

Konservierung als Chance oder Risiko?
schälkartoffeln | © Land schafft Leben, 2019

Kartoffeln lassen sich sehr gut konservieren. Gegarte, geschälte, vakuumierte Kartoffeln für die Großküche, getrocknete Kartoffeln in Form von Kartoffelflocken und Püreepulver, tiefgefrorene Kartoffeln in Form von Pommes und Wedges – die Möglichkeiten sind vielfältig. Es gibt verschiedenste Gründe, die diese Konservierungsmöglichkeiten rechtfertigen. Zunächst sind sie sehr praktikabel. Convenienceprodukte wie geschälte und gegarte Kartoffeln oder fertiger Kartoffelsalat sind beliebte Produkte in der Gemeinschaftsverpflegung. Frittierfertige Pommes und Wedges bereichern die Effizienz jedes Schihüttenkochs und ein selbst gemachtes Kartoffelpüree hat in einer schnellen Küche kaum mehr Platz. Konservierung bedeutet zudem die Verlängerung der Haltbarkeit von Lebensmitteln. Eine adäquate Kartoffellagerung ist gar nicht so einfach. Kühl, trocken, dunkel soll es für sie sein – idealerweise ein Keller. Im Kühlschrank ist es wiederum meist etwas zu kalt. In einer kleinen Wohnung können diese optimalen Lagerbedingungen also oft nicht geboten werden und Kartoffeln werden als Konsequenz schnell schrumpelig, keimen aus oder bekommen grüne Stellen.