Alles Karotte - ein Fastenzeitrezept für Bequeme

20.03.2017 / Rezepte zum Nachkochen, Gastbeitrag

Grob vereinfacht könnte man behaupten, dass es zwei Umgangsweisen im Zusammenhang mit Gesundheitserhaltung und Essgewohnheiten gibt:

1. das ganze Jahr über (halbwegs) vernünftig essen, sich regelmäßig bewegen und das innere Gleichgewicht aufrecht halten

2. exzessiv leben, völlern, nicht an morgen denken und dazwischen immer wieder mal die Handbremse ziehen um Ballast abzuwerfen

Modell 1 ist hilfreich bei chronischen Prozessen. Personen, die angeschlagen und geschwächt sind, brauchen über einen längeren Zeitraum eine konstante, wohltuende und stärkende Ernährung. Es sind dies aus TCM-Sicht „Mangel-Typen“, die laufend durch bekömmliches Essen genährt und unterstützt werden sollten.

Modell 2 wird im Akut-Geschehen angewendet, bzw. ist für viele Menschen in unserer stressigen Zeit mit zahlreichen Verpflichtungen und wenig zeitlichem Spielraum oft der praktikablere Weg. Es ist die Methode der Wahl um „Fülle-Typen“ Ballast abwerfen zu lassen. Diesem Typus sind Fastenkuren meist dienlich, sie fühlen sich danach wie neu geboren.

Egal zu welcher Gruppe du dich zählst, ein paar Tage ganz einfach und schlicht essen, hilft jedem – da der Körper sich dann um andere Dinge kümmern kann, als um die Umwandlung der Nahrung. Es ist eine Art Fasten-Light, die sich gut in den Alltag integrieren lässt, da du ja Zeit gewinnst, weil du kaum übers Kochen nachdenken musst. Was du isst und nicht essen solltest findest du hier: Info Übergangszeit.

Zu dieser Jahreszeit ist es besonders wichtig die frischen Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Dille, Liebstöckl, Basilikum,…) zu integrieren und nicht auf den bitteren Geschmack zu vergessen: Radicchio, Rukola, Brennessel, Löwenzahn, …
Man kann das Grün fein hacken und zum Schluss des Dünstvorgangs für 30 Sekunden unters Gemüse mischen. Verwende wenig Salz, als Würze kannst du 1-2 EL rohes Sauerkraut zur Mahlzeit genießen. Die Milchsäure-Bakterien helfen deine Darmflora auf zu bauen.

Oder einfach folgendes Rezept:

 

Karotten aus dem Rohr oder als Dipp in Rezept in 2 Variationen:
500 g Karotten
1/2 TL Kurkuma
3 Knoblauchzehen, ungeschält
Saft von 1/2 Zitrone
Salz und Pfeffer
8 EL Olivenöl
3 EL Tahin (Sesammus)
1/2 Bund Basilikum

Backofen auf 200° vorheizen. Die Karotten eventuell schälen (wenn sie bereits lange gelagert sind und nicht mehr schön ausschauen) und der Länge nach vierteln.

Die Karottenstückchen mit 4 EL Öl marinieren, das Kurkumapulver, Salz und Pfeffer darüber streuen und nochmals durchmischen. Mit den Knoblauchzehen in eine ofenfeste Schüssel geben, mit Alufolie abdecken und 15 Minuten garen, Folie entfernen, durchmischen und eine weitere halbe Stunde lang schmoren, bis die Karotten weich sind.

 

 

Tahin, Zitronensaft, Öl, geschmorte Knoblauchzehe (ohne Haut) und Basilikum pürieren, mit Salz abschmecken und eventuell etwas Wasser hinzufügen bis zum Erreichen der gewünschten Konsistenz. Als Sauce zu den geschmorten Karotten genießen, oder diese Sauce mit der Hälfte der Karotten pürieren um ein leuchtend orangen Humus als Brotaufstrich oder als Dip zu knackigem Frühlingsgemüse zu erhalten.

 

Aus der Sicht der TCM stärken Karotten das Qi – vor allem das Qi der Mitte. Karotten helfen bei Verdauungsstörungen, bei Blähungen und schwachem Bindegewebe. Sie stärken die Abwehrkräfte bei Infekt-Anfälligkeit oder Immunschwäche. Karotten sind gut für die Augen, sie unterstützen bei Nachtblindheit, klären die Sicht, helfen bei trocknen Augen und trockener Haut. Sie unterstützen die Milchbildung in der Stillzeit.

Kurkuma ist in Kombination mit etwas schwarzem Pfeffer ein besonders reinigendes Gewürz, das die Leber gut unterstützt. Basilikum wirkt unter anderem auf das Herz und den Geist, sorgt für klare Gedanken und Zufriedenheit. Kurkuma und Basilikum unterstützen die Bekömmlichkeit!

 

 

Dieser Blog erschien zuerst auf Pascales Webseite

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